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Südtiroler Sanitätsbetrieb | 09.03.2010 | 16:41
Frauenfrühstück in Südtirols Krankenhäusern
Beim bereits zur Tradition gewordenen Frauenfrühstück in den Krankenhäusern bekamen die geladenen Frauen Einblicke in die Lebenssituationen der Gäste im "Haus Margaret".
Frauen unter sich: Frühstück im Krankenhaus Meran
Im Rahmen des europäischen Jahres gegen Armut und soziale Ungerechtigkeit machte das Komitee für Chancengleichheit des Südtiroler Sanitätsbetriebes in Zusammenarbeit mit der Caritas Diözese Bozen-Brixen am gestrigen Tag der Frau (8. März 2010) auf die schwierige Situation obdachloser Frauen in Südtirol aufmerksam.
Das Leben auf der Straße ist rücksichtslos und gefährlich – besonders für Frauen. Missbrauch, Gewalt, Not und Einsamkeit treffen sie hart. Die Gründe, warum Frauen ins gesellschaftliche Abseits rutschen, sind vielfältig: weil sie nach einer Scheidung die Miete nicht mehr bezahlen können, weil sie vor ihren Vätern oder Männern fliehen müssen, weil sie aufgrund schwieriger Lebenserfahrungen psychisch krank, alkohol- oder drogenabhängig wurden, weil sie in ihrem Leben kaum Wertschätzung oder Respekt erfahren haben und Unsicherheit und Depression sich breit gemacht haben.
Einen sichere Umgebung und Geborgenheit finden obdachlose Frauen im „Haus Margaret“ in Bozen. Das von der Caritas der Diözese Bozen-Brixen in Konvention mit dem Sozialbetrieb Bozen geführte Haus ist täglich rund um die Uhr geöffnet. Fast jeden Tag klopfen Frauen an die Tür und bitten um Aufnahme. Weil die 18 Schlafplätze im Haus fast immer voll belegt sind, führen die MitarbeiterInnen eine Warteliste. Im vergangenen Jahr 2009 konnten 85 Frauen aufgenommen werden. Sie alle waren und sind gezeichnet vom Leben auf der Straße, von Krankheit, Depression, Armut und Verzweiflung. „Diese Frauen brauchen zuallererst Schutz und Wärme, einen Ort, der sie aufatmen lässt“, betont Giulia Frasca, die Leiterin von „Haus Margaret“.
Die Nöte und Bedürfnisse von obdachlosen Frauen wurden am 8. März beim traditionellen Frauenfrühstück in allen Krankenhäusern Südtirols thematisiert, das das Komitee für Chancengleichheit organisierte. „Im laufenden europäischen Jahr gegen die Armut möchten wir das Frauenfrühstück nutzen, um auf die Not speziell von Frauen bei uns in Südtirol hinzuweisen“, erklärt Dr.in Ruth Happacher, Präsidentin des Komitees für Chancengleichheit. Dazu wurde in Zusammenarbeit mit der Caritas Informationsmaterial aufgelegt, in dem die Situation obdachloser Frauen und die Arbeit im Obdachlosenhaus beschrieben ist. Außerdem wurden verschiedene, von Frauen im „Haus Margaret“ angefertigte Dekorationsgegenstände ausgestellt, die gegen eine freiwillige Spende erworben werden konnten.
Presse-Informationen:
- Ulrike Lösch, Sekretariat des Komitees für Chancengleichheit im Südtiroler Sanitätsbetrieb, Tel. 0473 263 844, E-Mail: ulrike.loesch@asbmeran-o.it
- Sabine Raffin, Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Caritas Diözese Bozen-Brixen, Tel. 0471 304 316, E-Mail: sabine.raffin@caritas.bz.it
(SF)