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Ticketbefreiung aus Einkommensgründen

Neue Regelung

Die Südtiroler Landesregierung hat mit Beschluss Nr. 762 vom 21. Mai 2012 das interministerielle Dekret des Wirtschafts- und Finanzministers und des Ministers für Gesundheit und Sozialwesen vom 11. Dezember 2009 übernommen.

Dieses Dekret will den vielen ausgestellten Falscherklärungen auf nationaler Ebene entgegenwirken und sieht die Erstellung eines Verzeichnisses jener Personen vor, die aus wirtschaftlichen Gründen Anrecht auf Ticketbefreiung im Gesundheitswesen haben. Das genannte Verzeichnis wird anhand einer speziellen getrennten Datenbank der Steuerdatei und aufgrund eines spezifischen Informationsflusses des Nationalinstitutes für soziale Fürsorge (N.I.S.F.) erstellt.


Vermerk der Ticketbefreiung

Seit Ende 2012 wird der Kodex für die Ticketbefreiung aus Einkommensgründen ausschließlich von der Ärztin/dem Arzt auf dem Rezept vermerkt. Sie/Er überprüft, ob die Bürgerin/der Bürger tatsäch­lich im Verzeichnis aufscheint, welches über das Portal der Gesundheitskarte zur Verfügung gestellt wird. Seit 1. Juli 2014 gilt diese Regelung auch für den Kodex E99 (Ticketbefreiung für Bedürftige, vormals Kodex 99).

Wichtig: Nur wenn die unten angegeben Befreiungs-Kodexe vom Arzt in der Verschreibung von Medikamenten oder fachärztlichen ambulanten Leistungen zu Lasten des gesamtstaatlichen oder des Landesgesundheitsdienstes eingetragen worden sind, ist der Apotheker bzw. der Leistungserbringer berechtigt, die entsprechende Befreiung anzuwenden.


Für wen gilt die Ticketbefreiung aus Einkommensgründen?

  • Personen unter 6 oder über 65 Jahren mit jährlichem Familiengesamteinkommen unter 36.151,98 Euro (Kodex E01).
  • Personen, die eine Sozialunterstützung (ehem. Sozialrente) beziehen und ihre zu Lasten lebenden Familienmitglieder (Kodex E03).
  • Personen älter als 60 Jahre, die eine Mindestrente beziehen – und ihre zu Lasten lebende Familienmitglieder – mit jährlichem Familiengesamteinkommen unter 8.263,31 Euro erhöht auf 11.362,05 Euro bei Ehepaaren und um weitere 516 Euro für jedes zu Lasten lebende Kind (Kodex E04).
  • Kinder ab 6 und unter 14 Jahren mit jährlichem Familiengesamteinkommen unter 36.151,98 Euro (Kodex E21).
  • Zu lasten lebende Kinder (Kodex E22).
  • Die Arbeitslosen und ihre zu Lasten lebenden Familienmitglieder mit jährlichem Familiengesamteinkommen unter 8.263,31 Euro erhöht auf 11.362,05 Euro bei Ehepaaren und um weitere 516 Euro für jedes zu Lasten lebende Kind (Kodex 02) sind ebenfalls aus Einkommens­gründen ticketbefreit. Da diese aber nicht im genannten Verzeichnis aufscheinen, müssen sie sich an den jeweiligen Gesundheitssprengel wenden, um in die Liste aufgenommen zu werden.

Was tun, wenn der Name nicht im Verzeichnis aufscheint?

Wenn jemand sicher ist, anspruchsberechtigt zu sein, der eigene Name oder der eines Familienmitgliedes scheint aber nicht im Verzeichnis auf, der oder sie möge sich bitte an den eigenen Gesundheitssprengel wenden, wo ihm bzw. ihr nach einer Eigenerklärung eine „Befreiungsbescheinigung“ ausgestellt wird.

Die Arbeitslosen und ihre zu Lasten lebenden Familien­mitglieder mit jährlichem Familiengesamteinkommen unter den vorgesehenen Höchstbeträgen wenden sich bitte an den zuständigen Gesundheitssprengel, um mit einer Eigenerklärung die Ausstellung einer Ticketbefreiungs­bescheinigung zu beantragen und damit in die Liste aufgenommen zu werden.

Wer nicht im Verzeichnis aufscheint, gilt nicht als ticketbefreit aus Einkommensgründen!


Kriterien für die Berechnung des Einkommens

Für die Eigenerklärung wird das Gesamteinkommen und die Familienzusammensetzung des Vorjahres berücksichtigt, aufgrund folgender Bestimmungen:

  • als Gesamteinkommen gilt das Bruttogesamteinkom­men (sämtliche Einkommen ohne Abzug der absetz­baren Aufwendungen und, begrenzt für Selbständige oder Arbeiter, die diesen gleichgestellt werden können, abzüglich der Vorsorge- und Sozialbeiträge);
  • zur Familie gehören neben dem Ehepartner, sofern weder gesetzlich noch tatsächlich getrennt, auch die Personen, für welche die Absetzungen für zu Lasten lebende Familienangehörige zustehen, da sie im Vorjahr der Abgabe der Eigenerklärung keine Einkommen, die zum Gesamteinkommen beitragen, von mehr als 2.840,51 Euro bezogen haben;
  • zu Lasten lebende Kinder sind Kinder, welche im Vorjahr der Abgabe der Eigenerklärung steuer­rechtlich zu Lasten eines Elternteiles waren sowie die Kinder, welche im Laufe des Abgabejahres der Eigenerklärung geboren werden;
  • Arbeitslose sind Personen, welche aus irgendeinem Grund (Entlassung, Kündigung, Beendigung eines befristetes Arbeitsverhältnisses) eine unselbständige Tätigkeit beendet haben und bei einem Arbeitsvermittlungszentrum die Erklärung zur Arbeitsbereitschaft abgegeben haben.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Ihren Gesundheitssprengel.