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Die elektronische Verschreibung

Laut staatlicher Vorgaben können Leistungen zu Lasten des öffentlichen Gesundheitsdienstes größtenteils nicht mehr auf Papier, sondern digital verschrieben werden. Diese Umstellung bringt für alle Beteiligten Vorteile. Der verschreibende Arzt oder die verschreibende Ärztin verfügt so immer über die aktuellsten Patienteninformationen (personenbezogene Daten der Patientinnen und Patienten, Ticketbefreiungen sowie die Liste der verschreibbaren Medikamente und Leistungen).
Die verschriebenen Leistungen können vom einlösenden Facharzt oder von der Fachärztin beziehungsweise dem Apotheker oder der Apothekerin mittels Computer abgerufen werden.
Damit werden bisher mögliche Übertragungsfehler ausgeschlossen, wie etwa eine Falschinterpretation sowie bei handschriftlich ausgefüllten Rezepten oder durch schlechte Druckqualität, Zeilenüberlagerung oder durch mechanische Beanspruchung (Faltung, Feuchtigkeit) bedingter Unleserlichkeit. Eine Rezeptfälschung ist nun nahezu unmöglich. Kurzum: Verlässlichkeit und Geschwindigkeit werden durch die Digitalisierung des Rezepts stark verbessert.

Digitalisiertes Rezept - was ist das?
„Digitalisiertes Rezept“ („Ricetta de-materializzata“) bedeutet, dass die in diesen Verschreibungen enthaltenen Informationen (zum Beispiel Ticketbefreiungen, verschriebene Medikamente oder fachärztliche Leistungen) digital und in Echtzeit an das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen sowie an die Apotheken oder den Fachärzten und Fachärztinnen weitergeleitet werden und im Moment der Erbringung der verschriebenen Leistung vom System abrufbar sind. Digitalisierte Rezepte sind italienweit einlösbar.
Das bisher übliche „rote Rezept“ wird damit größtenteils obsolet.

Was ist jetzt anders?
Der Patient oder die Patientin erhält für Facharztvisiten oder für den Bezug von Arzneimitteln vom Arzt oder der Ärztin kein rotes Rezept mehr, sondern ein gedrucktes Promemoria, welches zur Facharztvisite oder zum Abholen der Arzneimittel in der Apotheke berechtigt.
Auf dem Promemoria sind alle wichtigen Informationen der pharmazeutischen oder fachärztlichen Verschreibung vermerkt (Datum, Name des Patienten oder der Patientin, Bezeichnung des Arzneimittels und andere notwendige Daten).

Bürger und Bürgerinnen: Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Läuft die Rezeptverschreibung ab nun nur mehr digital ab?
In Zukunft wird dies größtenteils der Fall sein, aber noch ist es noch nicht ganz soweit. Bis jetzt betrifft die digitalisierte Verschreibung vor allem Medikamente sowie einen Teil der Facharztvisiten. Und: dem Patient oder der Patientin wird auch in Zukunft das sogenannte Promemoria in Papierform ausgehändigt.

Promemoria: Was ist das?
Das Promemoria ist eine Kopie des digitalisierten Rezeptes in Papierform.

Wozu dient das Promemoria?
Anhand des Promemoria kann der Apotheker oder die Apothekerin sowie der Arzt oder die Ärztin die Nummer des elektronischen Rezepts und die Steuernummer des Patienten oder der Patientin feststellen. Nach Eingabe dieser Daten in das System kann auf das digitalisierte Rezept zugegriffen werden.
Das Promemoria ist kein Ersatz für das „rote Rezept“, sondern fungiert nur als Unterstützung für Vormerkung oder Annahme sowie - falls die elektronischen Systeme nicht zur Verfügung stehen - für die Inanspruchnahme der verschriebenen Leistung.

Gibt es Ausnahmen zum digitalisiertem Rezept?
Ja. Verschreibungen für Substanzen mit betäubender oder psychotropischer Wirkung sowie für Rezepturarzneien sind auch in Zukunft von der Digitalisierung ausgeschlossen. Ebenfalls ausgeschlossen sind die von privat tätigen Gynäkologen oder Gynäkologinnen zu Lasten des Landesgesundheitsdienstes ausgestellten Verschreibungen für Fachleistungen zur Kontrolle der physiologischen Schwangerschaft. Die auf Landesebene im Rahmen von Hausvisiten gemachten Verschreibungen, Verschreibungen des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in aktiver Form, Verschreibungen des ärztlichen Bereitschaftsdienstes für Touristen und Verschreibungen für Medizin- und Diätprodukte werden vorübergehend, solange noch nicht die organisatorischen und technischen Voraussetzungen definiert und umgesetzt worden sind, ebenfalls von der Digitalisierung ausgeschlossen.

Erfolgt die Verschreibungen von Medikamenten an Ausländer oder Ausländerinnen auch in digitalisierter Form oder kommt in diesem Fall weiterhin das rote Rezept zur Anwendung?
Die digitalisierten Verschreibungen können auch für Ausländer oder Ausländerinnen ausgestellt werden.

Wann verfällt das digitalisierte Rezept?
Das digitalisierte Rezept hat - so wie die Verschreibungen in Papierform - eine Gültigkeitsdauer von 30 Tagen ab Ausstellungsdatum. Nach Ablauf dieser Frist ist das Rezept blockiert und nicht mehr einlösbar.

Können die Bürger und Bürgerinnen auf Wunsch auch weiterhin eine Verschreibung auf rotem Rezept erhalten?
Nein, der Arzt oder die Ärztin müssen bei der Verschreibung von Medikamenten und auch einigen Fachvisiten digitale Rezepte ausstellen, unabhängig vom Wunsch des Patienten oder der Patientin.

Können der verschreibende Arzt oder die verschreibende Ärztin während des Ausfüllens der Patientendaten dessen Ticketbefreiungen nicht berücksichtigen?
Nein, die vom System vorgegebenen Ticketbefreiungen muss übernommen werden.

Können Daten auf dem digitalisierten Rezept geändert werden?
Nein, es ist nicht möglich bereits verschriebene und vom Arzt oder von der Ärztin an das System übermittelte Rezepte abzuändern. Ein bereits in das System eingespeiste Rezept kann nur annulliert werden.

Können die vom Arzt oder von der Ärztin eingetragen Angaben auf dem Promemoria nachträglich geändert werden?
Das Promemoria hat keine gesetzliche Gültigkeit, sondern ist die Papierform des digitalisierten Rezeptes, auf dem die elektronische Rezeptnummer (ERN) und die Steuernummer des Patienten oder der Patientin vermerkt sind, damit die Verschreibung telematisch abgerufen werden kann. Berücksichtigt werden also nur die Verschreibungsdaten, welche in digitalisierter Form vorliegen. Sind Fehler zu berichtigen, muss der verschreibende Arzt oder die Ärztin das digitalisierte Rezept annullieren und ein neues ausstellen.

Wie muss sich der Apotheker oder die Apothekerin verhalten, wenn ein Patient oder eine Patientin erst am letzten Tag der Gültigkeit des Rezepts in der Apotheke das verschriebene Medikament beziehen möchte, dieses jedoch bestellt werden muss?
In diesen Fall kann das Medikament nicht abgegeben werden, da das System am darauffolgenden Tag das Rezept blockiert. Deshalb ist es wichtig, dass Ärzte oder Ärztinnen sowie Apotheker oder Apothekerinnen den Patienten oder die Patientin auf die zeitliche Gültigkeit des Rezeptes hinweisen.

Und wenn das Rezept außerhalb der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol ausgestellt wurde?
Die digitalisierten Rezepte haben nationale Gültigkeit und können in jeder öffentlichen oder privaten vertragsgebundenen Apotheke auf italienischem Staatsgebiet eingelöst werden.

Die elektronische Rezeptnummer (ERN) ist nicht lesbar - was ist zu tun?
Die ERN ist auf dem Promemoria in Form eines Barcodes und als Nummer angegeben und kann sowohl über das Lesegerät der Apotheke als auch manuel in das System eingegeben werden. Falls der Code weder manuel noch digital eingegeben werden kann, muss sich der Patient oder die Patientin ein neues Rezept vom Arzt oder der Ärztin ausstellen lassen.

Ist auf dem Promemoria das Ausstellungsdatum des Rezeptes ersichtlich? Welche Informationen enthält das Promemoria?
Das Promemoria wird auf weißem Papier im DIN A5-Format ausgedruckt und enthält neben dem Ausstellungsdatum auch die elektronische Rezeptnummer (ERN), den Authentifizierungscode sowie die Steuernummer des Patienten oder der Patientin.

Was passiert mit dem Promemoria nach Ausgabe des Medikaments?
Das Promemoria muss vom Apotheker oder von der Apothekerin einbehalten und innerhalb von sechs Monaten mit den gleichen Modalitäten wie für die privaten, nicht wiederholbaren Rezepte, vernichtet werden.

Benötigt der Patient oder die Patientin das Promemoria, um ein Medikament der Apotheke zurückgeben zu können?
Nein, es wird nur die elektronische Rezeptnummer sowie der Steuerkodex benötigt.

Errechnet das System automatisch die Ticketbeträge für digitalisierte Arzneimittelverschreibungen, welche in anderen Regionen ausgestellt wurden?
Ja. Falls diese Information vom System nicht verfügbar ist, wendet der Apotheker oder die Apothekerin die Ticketbestimmungen der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol an.

Wurden die Aspekte hinsichtlich der Privacy und des Einholens der informierten Einverständnisse in Zusammenhang mit den digitalisierten Verschreibungen und deren Einlösung abgeklärt?
Ja, alle Aspekte wurden analysiert und definiert.

Wohin kann ich mich wenden, wenn ich weiter Informationen zum digitalen Rezept haben möchte?
Die Bürger und Bürgerinnen können sich hinsichtlich inhaltlicher Fragen an die Abteilung Gesundheitswesen der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol, Amt für Gesundheitssprengel, wenden (E-Mail: gesundheitssprengel@provinz.bz.it, Telefonnummer: 0471 41 80 70).


Arzt und Ärztinnen, Apotheker und Apothekerinnen: Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  • Gibt es Unterschiede zwischen der Erstellung von digitalisierten Verschreibungen und Verschreibungen in Papierform?
    Die digitalisierten Rezepte werden nach den gleichen Regeln wie die Verschreibung in Papierform erstellt.
  • Welche sind Vorteile des digitalisierten Rezepts für den Apotheker oder die Apothekerin?
    Der große Vorteil sind die richtigen und regelmäßig aktualisierten Daten bei Verschreibung und Ausgabe, was vor allem bei einer eventuellen Kontrolle von großem Vorteil ist.
  • Wie erfolgt die Authentifizierung der Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen in der Apotheke?
    Gesamtverantwortlicher oder Gesamtverantwortliche für Authentifizierung und Übertragung der Daten bleibt weiterhin der Inhaber oder die Inhaberin der Apotheke. Die System-Akkreditierung muss der Inhaber oder die Inhaberin vornehmen, ebenso die Authentifizierung und die Übermittlung der Daten.
    Der Software-Lieferant der jeweiligen Apotheke kann genauere Auskunft darüber geben, wie die verschiedenen Systemfunktionen genutzt werden können und sollen.
  • Was passiert, wenn das System die Verschreibung nicht findet?
    In diesem Fall ist das Promemoria als ungültig einzustufen. Die verschriebene Leistung wird also nicht erbracht.
  • Wo werden die Klebemarken angebracht?
    Die Apotheken führen für eine Übergangszeit, bis die Kontrolle der Nummernschilder auf nationaler Ebene in Echtzeit erfolgen kann, eigene Register, in denen die einzelnen Klebemarken der erbrachten Medikamente täglich abgelegt werden. Diese Register werden, zusammen mit den roten Rezepten, monatlich an das Arzneimittelverrechnungsamt zur Verrechnung der digitalisierten Rezepte übermittelt.
  • Wer stellt das Registerblatt für die Klebemarken zur Verfügung? Wo kann es heruntergeladen werden?
    Das Registerblatt entspricht dem Muster, das mit Dekret der Direktorin der Abteilung Gesundheitswesen vom 23. Dezember 2015, Nr. 22540 genehmigt wurde. Es kann hier heruntergeladen werden.
  • Welche Papierformate muss der Drucker beherrschen?
    Der Drucker muss fähig sein, sowohl das bisher übliche rote Rezept als auch das neue Promemoria in der Größe DIN-A5 zu drucken.
  • Wie muss ein Arzt oder eine Ärztin im Falle von Hausvisiten vorgehen?
    Verschreibungen im Rahmen von Hausvisiten werden weiterhin in Papierform erstellt, solange nicht die organisatorischen und technischen Voraussetzungen definiert und umgesetzt wurden (hinsichtlich Ausnahmen der Digitalisierung siehe Beschluss der Landesregierung Nr. 1526 vom 09/12/2014 „Start der schrittweisen Digitalisierung der ärztlichen Verschreibungen in Südtirol ab 15.01.2015“).
  • Kann der verschreibende Arzt oder die verschreibende Ärztin während des Ausfüllens der Patientendaten die vermerkten Ticketbefreiungen ignorieren?
    Nein, er oder sie muss die Ticketbefreiungen, die vom System vorgegeben werden, einhalten.
  • Was bedeutet die Abkürzung „SAP“?
    „SAP“ ist das System der Datensammlung der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol, welches vom Südtiroler Sanitätsbetrieb verwaltet wird.
    Das System sammelt die Daten der telematisch übermittelten Verschreibungen, welche zu Lasten des Landesgesundheitsdienstes von den Ärzten und Ärztinnen ausgestellt werden, und leitet diese unter Einhaltung der zur Zeit gültigen technischen Regelwerke an das „SAC“ weiter.
  • Was bedeutet das Kürzel „SAC“?
    SAC steht für „Sistema di Accoglienza Centrale“, also „Zentrales Empfangssystem“, welches vom Ministerium für Wirtschaft und Finanzen mittels dessen Inhouse-Gesellschaft „SOGEI“ betreut wird und die telematische Übermittlung der von Art. 50 vorgesehenen Daten ermöglicht.
  • Was passiert, wenn in der Phase der Verschreibung weder SAC noch SAR zur Verfügung stehen?
    Falls keine Verbindung in Echtzeit zu SAC oder SAR möglich ist oder eine Antwort auf sich warten lässt, ist der Arzt oder die Ärztin angehalten, ein rotes Rezept auszustellen. Dabei bleibt die Pflicht der telematischen Übermittlung der Daten der Verschreibung gemäß DPMR 2008 an das SAP, welches diese in Folge an das SAC weiterleiten wird, unbeschadet.
    Außerdem muss der Arzt oder die Ärztin diese Störung dem dafür bei der Südtiroler Informatik eingerichteten Help-Desk mitteilen.
  • Worum handelt es sich bei der Nummer des elektronischen Rezepts (ERN)?
    Die Nummer des elektronischen Rezepts ist die eindeutige Identifikationszahl eines digitalisierten Rezepts und entspricht dem Strichcode auf dem roten Rezept. Diese Nummer wird jedem digitalisierten Rezept in der Ausstellungsphase vom SAP zugewiesen, indem auf vorher beim SAC angeforderte Zahlenpakete zurückgegriffen wird. Die Nummer des elektronischen Rezepts ist auf dem Promemoria rechts oben sichtbar. Die Zahl setzt sich aus einem Regionen- oder Provinz-Code sowie einer fortlaufenden Nummer zusammen. Jede einzelne Nummer eines digitalisierten Rezepts wird italienweit nur einmal verwendet, ist also einzigartig.
  • Was ist der Authentifizierungscode und ist dieser einmalig?
    Der Authentifizierungscode wird durch das SAC erteilt und ist einmalig. Er ist im unteren Teil des Promemoria angeführt. Dieser Code bestätigt die korrekte Aufnahme und Gültigkeit der digitalisierten Verschreibung durch das SAC.
  • Wie muss sich der Apotheker oder die Apothekerin im Falle von Technik- oder Verbindungsproblemen verhalten?
    Wenn der Apotheker oder die Apothekerin im Falle von Funktionsstörungen der Geräte oder aus anderen Gründen (keine Internetverbindung, Stromausfall oder Ähnliches) das digitalisierte Rezept nicht vom System abrufen kann, muss dies vor der Abgabe des Medikamentes und auf Grundlage der Daten des Promemoria dem Helpdesk der Südtiroler Informatik AG verpflichtend mitgeteilt werden.
    Anschließend kann das Rezept auf der Grundlage des Promemoria erbracht werden. Sobald die technischen Probleme behoben wurden und nach Wiederherstellung der normalen Bedingungen müssen die Daten der Erbringung des Rezepts in das System eingegeben und in zeitversetzter Modalität von der Apotheke dem SAP telematisch zugesandt werden.
  • Wie funktioniert die Verrechnung der digitalisierten Rezepte?
    Für die Bezahlung der erbrachten digitalisierten Arzneimittelverschreibungen übermittelt die Apotheke dem Amt für Arzneimittelverrechnung des Südtiroler Sanitätsbetriebes folgende Unterlagen:
    • das nummerierte Register der Klebemarken, das mit Datum sowie der Nummer der jeweiligen Apotheke versehen sein muss;
    • einen Datenfluss, der zumindest folgende Informationen enthält: elektronische Rezeptnummer, Betrag des Tickets für das Rezept, Differenz zwischen Apothekenverkaufspreis und Bezugspreis des Medikamentes, AIC, Abgabedatum des Medikaments, Bruttobetrag des Medikamentes, die Beträge der einzelnen Rabatte zugunsten des gesamtstaatlichen Gesundheitsdienstes pro Medikament sowie Nettobetrag des Medikaments;
    • die entsprechende Abrechnungsübersicht in elektronischer Form.
  • Kann eine schon erbrachte beziehungsweise abgeschlossene digitalisierte pharmazeutische Verschreibung erneut geöffnet werden?
    Ja, innerhalb der Gültigkeitsdauer des Rezeptes und falls es noch nicht zur Verrechnung verschickt wurde.
  • Wie muss sich der Apotheker oder die Apothekerin verhalten, wenn er oder sie auf Wunsch des Patienten oder der Patientin eine digitale Arzneimittelverschreibung nur teilweise erbracht hat, der Patient oder die Patientin nachfolgend aber seine Meinung ändert und das noch nicht bezogene Medikament trotzdem erhalten möchte?
    Bei bereits geschlossenen Rezepten kann innerhalb der Gültigkeitsdauer des Rezeptes, und falls es noch nicht zur Verrechnung versandt wurde, die bereits erfolgte Abgabe vom Apotheker oder von der Apothekerin annulliert und das Rezept erneut und gänzlich erbracht werden. In diesem Fall müssen die Klebemarken vom Registerblatt des Tages der teilweisen Erbringung entfernt und auf das Tagesblatt der vollständigen Erbringung angebracht werden.
  • Welche technischen Voraussetzungen braucht es innerhalb der Apotheke für die Erbringung der digitalisierten Rezepte?
    Die Apotheke muss über einen Internetanschluss sowie über eine Anbindung an die Datenleitung „SIS Access“ sowie an das SAP verfügen. Außerdem muss die Apothekensoftware und die Lesegeräte entsprechend angepasst sein.
  • Was muss man bei einer Neueröffnung beziehungsweise einer Verlegung der Apotheke beachten?
    Jede Verlegung oder Neueröffnung einer Apotheke setzt die Anbindung an die Datenleitung „SIS Access“ und das „SAP“ und eine mit dem System kompatible Software voraus.
    Bei Neueröffnung und Wechsel der Inhaberschaft oder des Direktors der Apotheke müssen beim Arzneimittelverrechnungsamt des Südtiroler Sanitätsbetriebes die Zugangsdaten zum System „TS“ („Sistema Tessera Sanitaria“) angefragt werden.
  • Welche Kontrollen werden von SAP und SAC durchgeführt?
    Die Kontrollen sind in den technischen Leitlinien veröffentlicht, die hier heruntergeladen werden können:
  • Sind die Daten der digitalisierten Verschreibung, sobald diese erstellt und für den Apotheker oder die Apothekerin abrufbar ist, validiert oder haftet der Apotheker oder die Apothekerin für bestimmte Fehler der Verschreibung?
    Die Daten der digitalisierten Verschreibung sind vom System validiert. Allerdings entbindet dies den Apotheker oder die Apothekerin nicht von seinen oder ihren Berufspflichten.
  • Werden im Rahmen der digitalisierten Verschreibungen auch Kontrollen zwischen verschriebenem Medikament und Fachgebiet des verschreibenden Arztes oder Verschreibungszentrum durchgeführt?
    Nein, vorerst nicht. Das System kann diese Art von Kontrollen zur Zeit noch nicht durchführen.
    Das SAP führt vorerst nur wenige Kontrollen durch, während das SAC die formelle Kontrolle aller Felder, so wie es von den diesbezüglichen Dokumenten des Ministeriums für Wirtschaft und Finanzen „Controlli sui campi della ricetta de-materializzata – Prescrittore” und „Controlli sui campi della ricetta de-materializzata – Erogazione” vorgesehen ist, übernimmt.
    Weitere Kontrollen betreffend die Angemessenheit der Verschreibungen und spezifische Überprüfungen sind in Zukunft durch das SAP vorgesehen. Diese sind dann Gegenstand von anschließenden Bewertungen und Integrationen, welche im Detail von der Abteilung Gesundheitswesen in Zusammenarbeit mit dem Sanitätsbetrieb definiert und implementiert werden.
  • Wie sollen sich die Apotheker oder die Apothekerinnen bei digital verschriebenen Arzneimitteln verhalten, deren Erbringung zu Lasten des Gesundheitsdienstes für die Bürger und Bürgerinnen nicht oder nur minimal preisgünstig ist?
    Bei der Abgabe von Arzneimitteln, für die ein Ticketbetrag geschuldet ist, der den Verkaufspreis der Medikamente übersteigt, benutzt die Apotheke die Verschreibung nur als Bestätigung dessen, was vom Arzt verschrieben wurde und erbringt das Medikament. Das digitalisierte Rezept muss auf jeden Fall von der Apotheke übernommen werden, damit es von keiner anderen Apotheke visualisiert werden kann. Weiters muss dem System von der Apotheke mittels der eigens dafür vorgesehenen Funktionen mitgeteilt werden, dass der Lebenszyklus dieser digitalisierten Verschreibung beendet ist und dass keine ökonomischen Daten der Erbringung übermittelt werden müssen, da dieses Rezept nicht zu Lasten des öffentlichen Gesundheitsdienstes erbracht wurde.
  • Wie erfolgt die Eingabe der Notdienstzuschlag?
    Der Notdienstzuschlag muss von jeder einzelnen Apotheke ad hoc eingetragen werden.
  • Wie erfolgt die Verrechnung der noch offenen Rezepte?
    Das SAP übermittelt die Daten der Rezepte, für die noch Abgaben offen sind, automatisch an das Arzneimittelverrechnungsamt.
  • Wie erfolgt die Abgabe von nicht lagernden oder nicht lieferbaren Arzneimittel?
    In diesen Fällen muss das Rezept von der Apotheke, an die sich der Patient oder die Patientin gewandt hat, über das System übernommen werden, damit es blockiert ist und nur mehr von dieser Apotheke erbracht werden kann. Dem SAP wird auf diese Weise mitgeteilt, dass das Rezept noch nicht erbracht wurde. Das Rezept kann dann in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit der verschriebenen Arzneimittel vollständig, teilweise oder überhaupt nicht erbracht werden. Dabei müssen die Klebemarken auf das Registerblatt des Tages der jeweiligen Abgabe angebracht werden. Das Rezept kann erst dann zur Verrechnung versandt werden, nachdem es geschlossen wurde.
  • Haben sich die Regeln zur Medikamentenausgabe durch die Einführung des digitalisierten Rezepts verändert?
    Nein, es gilt die gleiche Regelung wie beim roten Rezept. Hinzu kommt die Verpflichtung, die eindeutige Identifizierungsnummer der Packung (Nummernschild), welche sich auf der Klebemarke des verkauften Medikaments befindet ,mittels Lesegerät einzulesen. Dieser Kodex unterscheidet sich vom Zulassungskodex des Medikaments (AIC) und dient zur Identifikation jeder einzelnen Packung. Damit sollen Medikamentenfälschungen unterbunden werden.
  • Werden die nicht erstattbaren, wiederholbaren und nicht wiederholbaren Medikamente und die Medikamente der Klasse C auch auf digitalisiertem Rezept verschrieben?
    Nein, die digitalisierten Rezepte betreffen nur jene Arzneimittel, welche zu Lasten des öffentlichen Gesundheitsdienstes verschrieben werden. Alle anderen verschreibungspflichtigen, wiederholbaren und nicht wiederholbaren Medikamente, welche nicht zu Lasten des öffentlichen Gesundheitsdienstes verschrieben werden, sind von der Digitalisierung ausgenommen.
  • Gibt es Arzneimittel, die nicht mittels digitalisiertem Rezept verschrieben werden können?
    In Südtirol sind vom digitalen Rezept folgende Verschreibungen ausgenommen:
    • Suchtgifte und psychotrope Substanzen;
    • Medikamente, die im Auftrag des Südtiroler Sanitätsbetriebes verteilt werden;
    • PHT–Medikamente, die ausschließlich von den Einrichtungen des Südtiroler Sanitätsbetriebes verteilt werden;
    • therapeutischer Sauerstoff;
    • Arzneimittel der Klasse C für Kriegsinvaliden und Terrorismusopfer;
    • Galenika;
    • Arzneimittel, welche einer besonderen Verschreibung unterliegen (beispielsweise Tretinoin, Clozapin, Alprostadil);
    • Arzneimittel mit AIFA– Therapieplan.
  • Wie ist vorzugehen, falls der Arzt oder die Ärztin auf dem Rezept die Ticketbefreiung nicht angegeben hat oder diese falsch ist?
    Befindet sich das Rezept in der Verschreibungsphase, wird es blockiert und nicht validiert, falls die Ticketbefreiung nicht auf den Patienten oder die Patientin oder das verschriebene Medikament zutrifft.
    In diesem Fall kann auch kein Promemoria ausgedruckt werden. Trägt der Arzt oder die Ärztin hingegen den Befreiungskodex nicht ein, obwohl der Patient oder die Patientin Anrecht darauf hat, muss der Patient oder die Patientin zum Arzt oder zur Ärztin für die Ausstellung eines neuen Rezeptes zurück.
    Der Apotheker oder die Apothekerin muss auf jeden Fall das Ticket laut der auf dem digitalisierten Rezept angegebenen Befreiung des Patienten oder der Patientin einheben, da er keine Änderungen an der Verschreibung vornehmen kann.
  • Was passiert, wenn ein Arzneimittel in der Apotheke nicht vorrätig ist?
    Der Apotheker oder die Apothekerin kann das Rezept übernehmen und das Medikament, sobald es wieder lagernd ist, abgeben. Voraussetzung ist, dass das Rezept noch nicht seine Gültigkeit verloren hat. Nach 30 Tagen ab Ausstellungsdatum des Rezepts kann dieses nicht mehr eingelöst werden.
  • Ist es auch möglich, das vom Arzt oder von der Ärztin verschriebene Medikament mit einem gleichwertigen auszutauschen?
    Falls der verschreibende Arzt oder die verschreibende Ärztin die Nicht-Austauschbarkeit des Medikaments auf dem Rezept vermerkt hat, muss genau dieses ausgegeben werden. Ist dies nicht der Fall, kann das Medikament mit einem gleichwertigen Arzneimittel, so wie von den geltenden Bestimmungen vorgesehen, ersetzt werden.
  • Kann der Apotheker oder die Apothekerin ein nicht vorrätiges Arzneimittel mit einem gleichwertigen austauschen? Wird dies aufgezeichnet?
    Der Apotheker oder die Apothekerin kann ein verschriebenes Medikament austauschen, sofern nicht die Klausel „nicht austauschbar“ auf dem Rezept vermerkt ist und dann nur im Rahmen der vom Gesetz vorgesehen Möglichkeiten (Art. 15, Absatz 11 bis Gesetzesdekret 95/2012 in geltender Fassung). Der Austausch wird im System registriert.
  • Wie muss der Apotheker oder die Apothekerin vorgehen, wenn nicht alle Arzneimittel, welche auf dem Rezept angegeben sind, vorrätig sind? Kann er oder sie das Rezept dennoch digital erbringen?
    Er oder sie kann das Rezept trotzdem digital erbringen, jedoch ohne es zu schließen. Die Abgabe der nicht lagernden Arzneimittel bleibt in diesem Fall offen. Auf diese Weise ist das Rezept auch bis zur Schließung in keiner anderen Apotheke mehr einlösbar.
  • Wie muss sich der Apotheker oder die Apothekerin verhalten, wenn der Arzt oder die Ärztin eine falsche Dosierung angibt?
    In diesem Fall darf der Apotheker oder die Apothekerin das Medikament nicht ausgeben. Der Patient oder die Patientin muss wieder zum Arzt oder zur Ärztin zurück, um sich ein neues Rezept mit korrekter Dosierung aushändigen zu lassen.
  • Wohin kann ich mich wenden, wenn ich weiter Informationen zum digitalen Rezept haben möchte?
    • Bei Fragen inhaltlicher Natur können sich Ärzte und Ärztinnen an die Abteilungen Leistungen und Territorium der einzelnen Gesundheitsbezirke des Sanitätsbetriebes wenden.
    • Für Informationen zur Verrechnung der digitalisierten Arzneimittelverschreibungen können sich Apotheker und Apothekerinnen an das Arzneimittelverrechnungsamt des Südtiroler Sanitätsbetriebes wenden (E-Mail: contricbz@sabes.it, Telefonnummer: 0471 90 79 80).
    • Bei inhaltlichen Fragen können sich Apotheker und Apothekerinnen an die Abteilung Gesundheitswesen, Amt für Gesundheitssprengel, der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol, wenden (E-Mail: gesundheitssprengel@provinz.bz.it , Telefonnummer: 0471 41 80 70).
    • Hinsichtlich technischer Aspekte oder bei technischen Problemen können sich Apotheker und Apothekerinnen sowie Ärzte und Ärztinnen an das Help-Desk der Südtiroler Informatik AG – SIAG wenden (E-Mail: support.sis-access@siag.it , Telefonnummer: 800 789 387).

 


Infos und Kontakte

Wohin kann ich mich wenden, wenn ich weiter Informationen zum digitalen Rezept haben möchte?

• Die Ärzte und Ärztinnen können sich hinsichtlich inhaltlicher Fragen an die Abteilungen „Leistungen und Territorium“ der einzelnen Gesundheitsbezirke des Sanitätsbetriebes wenden.

• Hinsichtlich Informationen zur Verrechnung der digitalisierten Arzneimittelverschreibungen können sich Apotheker und Apothekerinnen an das Arzneimittelverrechnungsamt des Südtiroler Sanitätsbetriebes wenden (E-Mail: contricbz@sabes.it, Telefonnummer: 0471 90 79 80).

• Bei inhaltlichen Fragen können sich Apotheker und Apothekerinnen an die Abteilung Gesundheitswesen, Amt für Gesundheitssprengel, der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol, wenden (E-Mail: gesundheitssprengel@provinz.bz.it , Telefonnummer: 0471 41 80 70).

• Hinsichtlich technischer Aspekte oder bei technischen Problemen können sich Apotheker und Apothekerinnen sowie Ärzte und Ärztinnen an das Help-Desk der Südtiroler Informatik AG – SIAG wenden (E-Mail: support.sis-access@siag.it , Telefonnummer: 800 789 387).


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Beschluss zur schrittweisen Digitalisierung der ärztlichen Verschreibungen in Südtirol [PDF]

Digitalisierte Verschreibung - Klebemarken [PDF]