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Südtirol: Epidemiologische Daten

Epidemiologische InformationenMit dem Auftreten eines neuen Grippevirus A/H1N1 in mehreren WHO-Regionen hat die WHO am 11. Juni 2009 die Pandemie-Warnstufe auf 6 angehoben. Diese Grippepandemie war von allen Infektionskrankheiten, die in der Geschichte der Menschheit je beschrieben wurden, jene die sich am schnellsten weltweit verbreitet hat. Dieser Erreger wurde noch nie zuvor beobachtet. Das Virus wurde am Anfang in Mexiko und Kalifornien (USA) diagnostiziert und trat im Gegensatz zur saisonalen Grippe vor allem bei jüngeren, gesunden Menschen auf.

Ausbreitung des Virus
Das neue A(H1N1)v-Grippevirus hat sich in Europa während der Sommermonate konstant, mit regionalen Schwankungen, ausgebreitet. Eine starke Zunahme der Erkrankungsfälle war in Europa in der ersten Oktoberhälfte (42./43. Woche) zu verzeichnen: Die Verbreitung des Pandemievirus wurde durch klimatische Bedingungen und den Schulstart begünstigt. Der Höhepunkt der Pandemie wurde in Italien Ende Oktober-Anfang November, 45./46. Woche, erreicht.  Das Pandemie-Grippevirus zeigte sich weltweit, abgesehen von einzelnen örtlichen Veränderungen, konstant in seiner genetischen Zusammensetzung. Derzeit zirkuliert in Italien nur das Pandemievirus.

Dokumente: Grippe-Epidemien 2004-2010; Grippefälle nach Altersklassen; Grippeüberwachung in den Regionen (Quelle: www.salute.gov.it)

Impftätigkeit in Südtirol
Die saisonale Grippeschutzimpfung hat in allen vier Gesundheitsbezirken Anfang Oktober 2009 begonnen. Ende Oktober wurde mit der pandemischen Grippeschutzimpfung beim Gesundheitspersonal begonnen, Anfang November bei den anderen Kategorien. Für die Durchführung der Pandemieimpfung wurden in der Autonomen Provinz Bozen 15 Teams beauftragt, bestehend auch einem Arzt/einer Ärztin, einer Pflege- und einer Verwaltungsperson.

Aktuelle Zahlen:

  • Vom 28. Oktober 2009 bis zum 10. Jänner 2010 wurden in Südtirol 5.445 Impfdosen verabreicht, davon 5.218 bei der ersten und 227 bei der zweiten Impfung, die nur für bestimmte Zielgruppen vorgesehen war. Die stärkste Gruppe dabei sind chronisch kranke Personen, gefolgt vom medizinischem Personal.
  • Bis 11. Jänner 2010 wurden 1.599 Neue-Grippe-Fälle in Südtirol gemeldet, die Dunkelziffer liegt aber wahrscheinlich sehr viel höher. Am stärksten betroffen war die Gruppe der 5- bis 14-Jährigen (592 Fälle), gefolgt von den 0- bis 4-Jährigen (217 Fälle) und den 15- bis 24-Jährigen (131 Fälle).
  • Von 116 stationär behandelten PatientInnen verlief die Grippe bei 14 mit schweren Atmungsproblemen (ARDS - acute respiratory distress syndrome) und bei 2 mit schweren Lungenentzündungen.

Was tun mit dem übrigen Impfstoff?
Der Pandemieimpfstoff wurde den Regionen und Provinzen vom Gesundheitsministerium kostenlos zur Verfügung gestellt. Am Ende der Impfkampagne wird das Ministerium mitteilen, was mit dem übergebliebenen Impfstoff geschehen soll.

Die Kosten der Impfkampagne
Die Landesregierung hat einen Betrag von 2 Millionen Euro für die Umsetzung des Pandemieplanes und für die Nebenkosten genehmigt. Bisher sind weniger als 25% der genehmigten Summe verwendet worden.