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Psychologischer Dienst des Krankenhauses

Der Psychologische Dienst des Krankenhauses ist Teil des Psychologischen Dienstes des Gesundheitsbezirkes Brixen.

Kontakte

Direktor: Dr. Roland Keim

Stellvertreter: Dr. Luciano Dalfovo

Sekretariat: Brigitta Ebner

Tel: 0472 813 100
Fax: 0472 813 109

E-Mail: psychodienst.bx@sabes.it

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag: 8.00 - 12.00 Uhr und 14.00 - 16.00 Uhr

Koordinatoren: Dr. Alida Di Gangi und Dr. Erwin Steiner
Krankenhauspsychologie – Dantestraße, 51 – 39042
Gebäude C (sogenanntes „Ex-Sanatorium“), Erdgeschoss, nach der Pädiatrischen Ambulanz

Krankenhaus Brixen - Dantestraße, 51 - 39042 Brixen
Gebäude A1 (Rehagebäude, dritter Stock)


Über uns

„Wenn der Körper krank ist, braucht auch die Seele Zuwendung.“

Im Sinne eines ganzheitlichen Betreuungsansatzes können in Zusammenarbeit mit ÄrztInnen, Pflegepersonal sowie PsychologInnen die Ressourcen der PatientInnen aktiviert werden. Und somit die Bewältigung der Erkrankung und der emotionalen Belastungen besser gewährleistet werden.

Menschen, bei denen eine schwere oder chronische Krankheit diagnostiziert wird, müssen sich plötzlich mit einer neuen Lebenssituation auseinandersetzen. Unsicherheiten, Ängste und depressive Verstimmungen können die Folge sein. Dies kann sich in den verschiedensten Formen zeigen, wie etwa durch Ängste und Zweifel bezüglich der Erkrankung, durch das ständige Gefühl des Angespannt seins, der Erschöpfung, der Isolierung oder durch Schwierigkeiten sich zu konzentrieren oder Entscheidungen zu treffen. Appetitmangel, Schlafprobleme oder sexuelle Probleme können auftreten. Manchmal verstärkt die Erkrankung aber auch schon bestehende soziale, familiäre und im Beruf angesiedelte Probleme. Oft kann eine Änderung der Lebensgewohnheiten hilfreich sein. 

Auch die Angehörigen können sich bei der Pflege/Begleitung des erkrankten Familienmitgliedes belastet fühlen und benötigen vielfältige Entlastungsmöglichkeiten. Menschen, bei denen eine heilende Behandlung ihrer Erkrankung nicht mehr möglich ist, brauchen oftmals Unterstützung zur Bewältigung ihrer Ängste oder zur Erhaltung ihrer Lebensqualität.

Die Angebote des Psychologischen Dienstes des Krankenhauses sind ambulant und während des stationären Aufenthaltes offen für:

  • Menschen mit Krebserkrankungen und deren Angehörige
  • Personen mit chronischen Schmerzen oder anderen chronischen Erkrankungen
  • Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen, z.B. Herzinfarkt
  • Psychologische Fragestellungen in Gynäkologie und Geburtshilfe
  • Menschen mit Diabetes
  • Personen, die an Harninkontinenz leiden
  • Einzelpersonen und Paare mit Sexualstörungen

Dienste

  • Psychoonkologie und Palliative Care
  • Psychologische Schmerztherapie
  • Psychokardiologie
  • Psychodiabetologie
  • Harninkontinenz
  • Sexualstörungen

Psychoonkologie und Palliative Care

An Krebs zu erkranken, stellt einen existentiell bedrohlichen Einschnitt im Leben eines Menschen dar.
Bereits die Diagnosemitteilung ist in der Regel mit einem schockähnlichen psychischen Zustand verbunden. Hier bieten wir Unterstützung im Sinne von psychologischer Krisenintervention an, sowie eine Begleitung bei den vielen Fragen der Lebensänderung, die sich jetzt stellen. Ängste und depressive Phasen sind zu bewältigen. Auch die Familie ist von der Erkrankung mitbetroffen. Die psychologische Beratung für die Angehörigen, auch für die Kinder, soll Ressourcen aktivieren, mit der Erkrankung des Familienmitgliedes besser umzugehen..
Die Zeit der Behandlung ist gekennzeichnet von Unsicherheiten, Ängsten und einem psychischem "Auf-und-Ab". Eine konstante psychologische Begleitung durch diese Zeit kann Unsicherheiten ausräumen, Lebenskräfte wecken und eine Orientierung auf die Zukunft herstellen..
Der Abschluss der medizinischen Behandlung stellt viele PatienInnen vor die Frage "Bin ich jetzt gesund? Droht ein Rückfall?" und erfordert eine Neuorientierung in der Ausrichtung des Lebens, der Arbeit, der Beziehungen. Psychologische Weiterbetreuung hilft, diese Neuorientierung positiv zu gestalten.
Wenn die Krankheit zurückkehrt und die Hoffnung auf Heilung schwindet - Aufgeben? Weiterkämpfen?
Wenn sich Monate oder Jahre nach einer Krebsdiagnose allmählich abzeichnet, dass eine Heilung nicht mehr möglich ist, beginnt ein Lebensabschnitt, auf den viele Menschen nicht oder ungenügend vorbereitet sind. Die oft gehörten Worte "Man kann nichts mehr machen" fassen Enttäuschung, Ohnmacht und Hilflosigkeit zusammen. Es mag sein, dass man die Krankheit nicht mehr heilen kann, aber gerade jetzt ist noch sehr viel für den kranken Menschen zu tun. Wir laden Betroffene und ihre Nächsten ein, diese letzte Lebensstrecke behutsam anzugehen.
"Palliative Care dient der Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung konfrontiert sind. Dies geschieht durch Vorbeugung und Linderung von Leiden mittels frühzeitiger Erkennung, hochqualifizierter Beurteilung und Behandlung von Schmerzen und anderen Problemen physischer, psychosozialer und spiritueller Natur" (WHO 2002)
Die psychologische Betreuung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Medizin und Pflegekräften.

Jeder Abteilung der Krankenhäuser Brixen und Sterzing ist ein/e Psychologe/in zugeordnet:
Dr. Clara Astner: Abteilung Gynäkologie Brixen
Dr. Alida Di Gangi: Department Chirurgie/Urologie/Traumatologie
Dr. Erwin Steiner: Abteilung Innere Medizin Brixen und Sterzing
Dr. Sabine Unterthiner: Abteilung HNO, Ambulanz Dermatologie Brixen

Psychologische Schmerztherapie

Schmerzen sind eine allen Menschen vertraute Erfahrung. Der akute Schmerz erfüllt eine wichtige Aufgabe für unsere Gesundheit. Er warnt vor eintretenden Schäden und lässt uns Maßnahmen zum Schutz unserer Gesundheit ergreifen.
Chronischer Schmerz allerdings hat im Regelfall diese wichtige Funktion verloren. Er ist nicht so sehr Symptom für eine zugrunde liegende Krankheit, sondern vielmehr eine eigenständige Erkrankung, so daß auch von einer Schmerzkrankheit gesprochen wird. Diese Krankheit führt zu starken Beeinträchtigungen in vielen Bereichen: der Arbeit, der sozialen Kontakte, der Stimmung und des Denkens. Die durch Fehltage und medizinische Behandlung verursachten ökonomischen Folgekosten sind außerordentlich hoch.
Die Psychologische Forschung hat unser Wissen über die Chronifizierung des Schmerzes, adäquate Schmerzdiagnostik und wirksame Schmerztherapie erheblich erweitert. Der Psychologischen Schmerztherapie wird daher seit vielen Jahren eine wichtige Rolle in der interdisziplinären Therapie des chronischen Schmerzes zugeschrieben.
Diagnostik und Therapie chronischer Schmerzustände können nur interdisziplinär erfolgen. Aus diesem Grunde wird eine enge Kooperation zwischen den an der Schmerzbehandlung beteiligten Berufsgruppen angestrebt (Anästhesie, Psychologie, Psychiatrie und Rehabilitation).
Ziel der Psychologischen Schmerztherapie ist es, sowohl die Schmerzempfindung als auch die mit Schmerzen verbundenen Einschränkungen im Erleben und Verhalten zu verringern. Die Psychologische Schmerztherapie orientiert sich dabei an bewährten psychologischen Behandlungsprinzipien und an Erkenntnissen aus der aktuellen psychologischen und medizinischen Schmerzforschung.

Interdisziplinäre Schmerzambulanz am Krankenhaus Brixen
Anmeldung: Anästhesie-Sekretariat (0472 812 502)
Ambulanzraum: Anästhesieambulanz
Ambulanzzeit: Donnerstag 8.30 – 12.00 Uhr
Schmerzfragebogen wird Ihnen zugeschickt und ausgefüllt retourniert
Zuweisung durch den Hausarzt, interne oder externe Abteilungen und Ambulanzen oder anderen Arzt des Gesundheitsdienstes
Dr. Erwin Steiner: Schmerzambulanz am Krankenhaus Brixen
Dr. Alida Di Gangi: Schmerzambulanz am Krankenhaus Brixen
Schmerzambulanz am Krankenhaus Brixen

Psychokardiologie

Erkrankungen am Herzen wie z.B. Herzinfarkt stellen für die betroffenen Patienten eine große Herausforderung dar und sind oft von heftigen Ängsten begleitet. Die seelische Bearbeitung und Bewältigung der Erkrankung ist für den Gesundungsprozess wichtig, auch weil Stress und andere psychische Belastung bereits in der Entstehung der Herzerkrankungen nachweislich eine Rolle spielen.
Die Zeit nach dem Herzinfarkt ist für die meisten Betroffenen ein neuer Lebensabschnitt. Viele Fragen können auftauchen: Werde ich wieder vollständig gesund? Kann ich meinen Alltag selbständig bewältigen? Werde ich meinen Beruf wieder ausüben können?
Herzerkrankungen können für das tägliche Leben und das Selbstwertgefühl tiefgreifende Folgen haben. Nicht selten entwickeln sich nach Beginn einer Herzerkrankung Ängste oder Depressionen, die die Lebensqualität zusätzlich stark beeinträchtigen. Ebenso können aber auch die Partner und Partnerinnen von diesen Ängsten betroffen sein.
Der Psychologische Dienst im Krankenhaus bietet Unterstützung u.a. bei der Bewältigung von Herzkreislauferkrankungen, bei ängstlichen und depressiven Reaktionen, bei der Änderung des Lebensstils, Stressmanagement, u.ä.

Diabetes und Psychologie

Die Diagnose Diabetes bedeutet für die Betroffenen eine tiefgreifende Veränderung und löst häufig Ängste aus. Jeder Mensch mit Diabetes steht vor der Aufgabe, sich mit dem nun lebenslangen Begleiter seines Leben zu arrangieren.
Viele Menschen mit Diabetes fühlen sich von Folgeerkrankungen bedroht, über die sie bei der Diagnosemitteilung erfahren. Die Betroffenen können dabei ganz unterschiedlich auf diese Situation reagieren.
Bei der Diabetestherapie kommt dem Patienten die entscheidende Rolle zu, da dieser die wesentlichen Therapiemaßnahmen des Diabetes in seinem persönlichen Alltag dauerhaft und eigenverantwortlich umsetzen muß.
Psychologisc he Beratung bietet Unterstützung für Patienten mit Diabetes, um möglichst erfolgreich mit ihrer Therapie zurechtzukommen und trotz der Erkrankung eine gute Lebensqualität zu erhalten.

Verhaltensmedizinische Intervention bei Harninkontinenz

Kontinenzproblemene gelten immer noch als ein großes Tabuthema. Normalerweise wird bei Störungen der Harninkontinenz zu bestimmten "Selbsthilfestrategien" gegriffen – üblicherweise die Verwendung von Einlagen sowie Einschränkung der Trinkmenge bzw. Häufung der Toilettenbesuche. Im Durchschnitt vergehen etwa drei Jahre nach Beginn einer Harninkontinenz, bevor professionelle Hilfe aufgesucht wird. Dies führt öfters zu unnötigem Leiden und Verschlechterung der Lebensqualität, die im schlimmsten Fall zu sozialer Isolation und psychischem Unbehagen führen kann. Dabei vergisst man, dass Selbstbeobachtung und entsprechende konsequente Änderungen des Lebensstils eine große und sinnvolle Hilfe darstellen, Kontinenzproblemene über die Zeit in dem Griff zu bekommen.
Die Intervention basiert auf verhaltensmedizinischen Ansätzen und erfolgt immer in Rücksprache mit Fachärzten der urologischen Abteilung des Krankenhauses Brixen, welche ein akkreditiertes Zentrum der Federazione Italiana Incontinenza (FINCO) ist.

Dr. Alida Di Gangi: Verhaltensmedizinische Intervention bei Harninkontinenz

Telefonische Erreichbarkeit unter der Nummer: 0472 813 100

Montag - Donnerstag von 9:00 bis 12:00 Uhr
Freitags von 11:30 bis 13:00 Uhr

Am Nachmittag besteht die Möglichkeit, sich im Sekretariat anzumelden. Bitte hinterlassen Sie in diesem Fall Ihren Name, Telefonnummer und wann Sie (vormittags) zurückgerufen werden möchten.

Interdisziplinärer Dienst für Sexualstörungen

"Das wichtigste Sexualorgan eines Menschen liegt immer zwischen den Ohren".

So betont der amerikanische Sexualtherapeut Bernie Zilbergeld die Tatsache, dass unter gewissen Umständen die Entstehung einer Sexualstörung auf mangelnde Kommunikation und deren Tabuisierung zurückzuführen ist bzw. erschwert wird.
Selbstverständlich ist vorab eine medizinische Abklärung unentbehrlich, um mögliche organische Ursachen auszuschliessen. Sexualstörungen können dysfunktionelle Verhaltensweisen, Gedanken oder Überzeugungen über sich selbst oder den Partner, sowie affektive Probleme oder frühere Traumatisierungen zugrunde liegen bzw. die Störung aufrechterhalten. Weiters spielen falsche Vorstellungen und unrealistische Erwartungen zur Sexualität häufig eine grosse Rolle.
Seit Juni 2007 wird im Psychologischen Dienst des Krankenhauses Brixen eine interdisziplinäre Behandlung für Sexualstörungen angeboten.
Voraussetzung für die Behandlung ist die medizinische Abklärung von möglichen organischen Ursachen. In der darauffolgenden Therapie, die normalerweise unter Einbeziehung beider Partner stattfindet, werden dem Paar konkrete Empfehlungen zur Besserung der Sexualfunktion und der diesbezüglichen Kommunikation vermittelt.
Der Dienst arbeitet in Rücksprache mit der gynäkologischen und der urologischen Ambulanz und bietet Beratungen und Therapien für die häufigsten Sexualstörungen: Vaginismis und Orgasmusstörungen bei Frauen sowie Erektions- und Ejakulationsstörungen bei Männer.

Dr. Alida Di Gangi: Interdisziplinärer Dienst für Sexualstörungen