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Südtiroler Sanitätsbetrieb | 03.08.2017 | 19:17

Watson für die Onkologie

In Südtirol werden pro Jahr ca. 27.000 Menschen mit Tumorerkrankungen behandelt (Prävalenz). In den letzten Jahren wurde schwerpunktmäßig in diesen wichtigen Bereich der Betreuung investiert und nun wird eine weitere Innovation eingeführt: Watson for Oncology. Bei der monatlichen Gewerkschaftssitzung stellte der Generaldirektor heute (3.8.2017) u.a. dieses Thema vor. Außerdem standen die Konvention mit Age.Na.s und die freiberufliche Tätigkeit auf der Tagesordnung.

Monatliche Gewerkschaftssitzung: Innovation für die Onkologie, Konvention mit Age.Na.s und freiberufliche TätigkeitZoomansichtMonatliche Gewerkschaftssitzung: Innovation für die Onkologie, Konvention mit Age.Na.s und freiberufliche Tätigkeit

Technologische Innovation in der onkologischen Versorgung in Südtirol

Mit der onkologischen Zertifizierung wurde im Bereich der Versorgung von Menschen mit Tumorerkrankungen bereits vor einigen Jahren ein neuer, wichtiger Weg eingeschlagen, der sich an internationalen Qualitätsstandards ausrichtet und u.a. für jede/n Betroffene/n die Begutachtung durch eine landesweite, interdisziplinäre Expertengruppe ermöglicht (das so genannte Tumorboard). Nun wird ein weiterer Schritt in Richtung Innovation gemacht, was die Technologie angeht: „Watson for Oncology“ wird als Support-System das Tumorboard unterstützen.

Im amerikanischen Umfeld hat sich „Watson for Oncology“ als zukunftweisendes System etabliert. Der Südtiroler Sanitätsbetrieb plant als einer der ersten Anwender in Europa diese Technologie auch für die bestmögliche Versorgung onkologischer Patientinnen und Patienten in Südtirol einzuführen.

„Watson for Oncology“ wird dem Bereich künstliche Intelligenz zugerechnet, versteht gesprochene Sprache, kann eigenständig Texte einlesen und die gewonnenen Informationen strukturieren und schriftlich oder gesprochen wiedergeben. Gerade in der Medizin ist das ein großer Vorteil, da Schätzungen davon ausgehen, dass sich das medizinische Wissen ab dem Jahr 2020 etwa alle drei Monate verdoppeln wird. „Watson for Oncology“ stellt neueste Daten zusammen und ist damit eine evidenzbasierte Stütze für die Therapie-Entscheidungen der Fachleute der Onkologie. Die endgültigen Entscheidungen treffen dabei immer die Ärztinnen und Ärzte – unter anderem eben auch auf Basis der vom Programm vorgeschlagenen Therapien und gelieferten Information. Für Südtirol, wo jährlich 27.000 Menschen mit Tumorerkrankungen behandelt werden (Prävalenz), ist dies eine wertvolle Innovation.

Konvention mit Age.Na.S

Der Südtiroler Sanitätsbetrieb hat eine Konvention mit der Age.Na.S (Agenzia Nazionale per i servizi sanitari Regionali) abgeschlossen. Age.Na.S. ist eine nicht gewinnorientierte öffentliche Körperschaft, die neben dem Gesundheitsministerium im italienischen Gesundheitssystem tätig ist. Mit der AIFA (Agenzia Italiana del Farmaco, zuständig für den Bereich der Medikamentenüberwachung) und dem ISS (Istituto Istituto Superiore di Sanità, zuständig für den Bereich Forschung), ist sie eine der drei großen italienischen Agenturen im Gesundheitsbereich, die ganz spezifisches Know-How bereitstellen bzw. Überwachungsaufgaben übernehmen.

Zu den ur-eigensten Aufgaben von Age.Na.S gehört es, öffentliche Gesundheitsorganisationen in den Regionen in Veränderungs- und Innovationsprozessen zu unterstützen. Die Zusammenarbeit mit Age.Na.S bietet dem Sanitätsbetrieb eine hochwertige und schnell verfügbare Unterstützung in ganz genau definierten Bereichen. Age.Na.S. führt „Experten-Verzeichnisse“ für verschiedene hochspezialisierte Fachbereiche. ExpertInnen, die sich in diese „Alben“ eintragen möchten, müssen spezifische Anforderungen erfüllen und werden von Fachkommissionen bewertet. Regionen und öffentliche Einrichtungen des Gesundheitswesens können dann über entsprechende Konventionen bei Age.Na.S. „akkreditierte“ ExpertInnen für spezifische Aufgaben anfordern.

Freiberufliche Tätigkeit (Intramoenia)

Bei der Einführung der Möglichkeit der Intramoenia in Südtirol im Jahr 2010 wurde von der Landesregierung festgelegt, dass Ärzte diese „innerbetriebliche freiberufliche Tätigkeit“ (außerhalb der Arbeitszeiten und durch Nutzung der Strukturen im Krankenhaus) nur ausüben dürfen, solange die Wartezeiten im entsprechenden Fachbereich in Ordnung sind. Der Einspruch der Gewerkschaften, dass dies nicht rechtens sei, wurde der paritätischen Kommission übermittelt. Sobald das Gutachten eingeht, werden weitere Schritte mitgeteilt. 

 

Informationen für die Medien: Abteilung Kommunikation, Marketing und Bürgeranliegen, Tel. 0471 907139

(EGF)



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