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Südtiroler Sanitätsbetrieb | 28.02.2018 | 15:02

Digitale Verschreibung: Hausärzte ziehen mit

Die GewerkschaftsvertreterInnen der Hausärzte unterstützen die Digitalisierung der Verschreibung. Das ist aus Sicht des Südtiroler Sanitätsbetriebes das wichtigste Ergebnis der gestrigen (27.02.2018) Aussprache zwischen Betriebsspitze und Allgemeinmediziner.

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Vom Tisch ist bis Juni 2018 auch die vom Betrieb angekündigte und stark kritisierte Rationierung der „roten Rezeptblöcke“. Generaldirektor Thomas Schael begrüßt die Unterstützung von Seiten der GewerkschaftsvertreterInnen: „Ich setze mich seit Beginn meines Mandates für die digitale Verschreibung ein; die Vorteile liegen auf der Hand. Wenn uns die Gewerkschaften helfen hier voranzukommen, dann ist das mehr als positiv.“

Südtirol ist bekanntlich –was die digitale Verschreibung anlangt – italienweites Schlusslicht. In den vergangenen Jahren wurde viel Zeit und Geld investiert, um die technischen Voraussetzungen zu schaffen. Bis auf wenige sind mittlerweile fast alle Allgemeinmediziner an das System angeschlossen.

Die Kinderärzte verschreiben bereits über 90% der Medikamente digital. Bei den Hausärzten sind es knapp die Hälfte (> 45%) die auf eine derart hohe Verschreibungsquote kommen. Gleichzeitig ist aber noch jeder 4. Hausarzt (25%) nicht „umgestiegen“, was zum Teil auf technische Probleme bzw. andere objektive Gründe zurückzuführen ist. Weitere 10% verschreiben zwar, allerdings sehr zögerlich, um nicht zu sagen nur in Ausnahmefällen. Die GewerkschaftsvertreterInnen haben zugesagt, ihre Mitglieder per Rundschreiben für die Umstellung auf „digital“ zu sensibilisieren.

Die Vorteile gibt es nämlich nicht nur sowohl für die Bürger, sondern auch für die Verschreiber. Je mehr sog. „Medienbrüche“ – also von digital auf Papier oder umgekehrt von Papier auf digital – eliminiert werden, desto weniger Verschreibungen müssen gedruckt, weitergereicht und aufbewahrt werden. Ziel ist es, den gesamten Verschreibungszyklus zu digitalisieren, sodass der Bürger, nach der Verschreibung eines Medikamentes durch den Hausarzt, diese direkt in der Apotheke mit seiner Bürgerkarte abholen kann. Bereits jetzt ist es möglich, dass der verschreibende Hausarzt ein digitales „Verschreibungs-Promemoria“ im Pdf-Format generiert und– unter Einhaltung des Datenschutzgesetzes – dieses dem Bürger/der Bürgerin an das Smartphone zu schickt.

Im Rahmen der gestrigen Sitzung wurde auch vereinbart, die VertreterInnen der Hausärzte periodisch über den Stand der Digitalisierung der Medikamenten-Verschreibung zu informieren.

Am Treffen teilgenommen haben (foto von links): Abteilungsdirektor Martin Matscher, der Primar der Basismedizin Dr. Paolo Conci, der Generaldirektor Thomas Schael, die Referentin für Primärversorgung Dr. Isabella Mastrobuono, Dr. Domenico Bossio (FIMMG), Dr. Gianni Pontarelli (SMI) und Dr. Susanna Hofmann (Ärztegewerkschaft SNAMI).

 

Informationen für die Medien: Abteilung Kommunikation, Marketing und Bürgeranliegen des Südtiroler Sanitätsbetriebes, Tel. 335 76 77 220

(LR)



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