Hauptinhalt

Südtiroler Sanitätsbetrieb | 11.05.2018 | 12:38

Provinz- und betriebsübergreifend: Der neue Dienst für Neuroradiologie Bozen - Trient

Ein Dienst, zwei Standorte und ein Einzugsgebiet mit über einer Million Einwohner – das sind die Eckdaten des neuen Dienstes für Neuroradiologie, der mit seiner provinzübergreifenden Ausrichtung eine Premiere im Gesundheitsdienst in ganz Italien darstellt.

(v.l.) Paolo Bordon, Martha Stocker, Benedetto Petralia, Luca Zeni, Thomas SchaelZoomansicht(v.l.) Paolo Bordon, Martha Stocker, Benedetto Petralia, Luca Zeni, Thomas Schael

Der Dienst für Neuroradiologie war Anfang März auf Grundlage eines gemeinsamen Abkommens mit der Provinz Trient per Beschluss der Landesregierung geschaffen worden. Bereits Anfang April konnte Benedetto Petralia, ein ausgewiesener Experte auf diesem Fachgebiet, als Primar des neu geschaffenen Dienstes gewonnen werden. Petralia wird nun am 16. Mai 2018 seinen Dienst antreten. Direktionsstandort des neuen Dienstes wird das Krankenhaus Bozen sein, der zweite Standort im Krankenhaus Trient.

In der Tatsache, dass der Dienst auf zwei Provinzen respektive zwei Krankenhäuser verteilt ist, sieht der neue Primar auch seine größte Herausforderung: „Es gilt nun, zwei Teams, zwei Arbeitsstile und wohl auch zwei unterschiedliche Zugänge zusammenzuführen und ein neues, schlagkräftiges Team mit zwei Standorten, nämlich Bozen und Trient, aufzubauen“, betont der frischgebackene Primar.

Was ist eigentlich Neuroradiologie? Neuroradiologie befasst sich mit der Diagnostik und der Behandlung von Erkrankungen und Veränderungen des Zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark). Das Institut für Neuroradiologie des Klinikum München beschreibt die Aufgabe des Fachbereichs folgendermaßen: „Die Neuroradiologie ergänzt mit radiologischen Untersuchungstechniken die Nachbardisziplinen Neurochirurgie, Neurologie, Neuropädiatrie und Psychiatrie und bietet ihnen Hilfe und Alternativen in diagnostischer und therapeutischer Hinsicht. Eine enge Verwandtschaft diagnostischer Fragestellungen verbindet die Neuroradiologie auch mit den Fächern Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kieferchirurgie und der Augenheilkunde.“
Für die Errichtung eines Dienstes ist auch das voraussichtliche Einzugsgebiet von großer Bedeutung. Neo-Primar Benedetto Petralia: „Um eine Expertise aufzubauen und die Lernkurve hoch zu halten ist ein Einzugsgebiet mit einer Million Einwohner nötig. Dabei geht man jährlich von rund 200 Fällen aus, die eine Intervention erfordern. Das reicht von notwendigen endovaskulären Behandlungen in Gehirn und Rückenmark bis zu einem Iktus (Schlaganfall).“
Mit knapp 1,1 Millionen Einwohner erfüllt die Region Trentino-Südtirol diese für die Qualität wichtige Voraussetzung.

Die Landesrätin für Gesundheit des Landes Südtirol, Martha Stocker, betonte während der Pressekonferenz: "Ich freue mich besonders über den Start des neuen überbetrieblichen Dienstes für Neuroradiologie im Gesundheitsbezirk Bozen, der mit dieser zukunftsgerichteten Einrichtung das Angebot unseres Südtiroler Sanitätsbetriebes weiter ausgebaut. Besonders wichtig finde ich auch die Entscheidung, einen Dienst zu schaffen, welcher die Sanitätsbetriebe der Provinzen Trient und Bozen gleichermaßen mit einbezieht und so Synergien zum Wohle unserer Patientinnen und Patienten schafft.“

Luca Zeni, Landesrat für Gesundheits- und Soziales der Autonomen Provinz Trient: "Trient und Bozen bringen Fachleute und Erfahrungen zusammen, um eine angemessene Antwort bezüglich Qualität und Sicherheit auf eine Pathologie zu geben, bei der der Faktor Zeit oft eine wichtige Rolle spielt. Mit der Vereinbarung zur Errichtung eines gemeinsamen, überbetrieblichen Dienstes der Neuroradiologie zeigen die beiden Sanitätsbetriebe einen innovativen und modernen Weg der Zusammenarbeit auf.
Durch die Zusammenführung der jeweiligen Einzugsgebiete steigt auch die Anzahl der Fälle und Einsätze für das medizinische Personal, was zu mehr Routine, Erfahrung Wissen und Qualität führt. Dies kommt schlussendlich den Bürgerinnen und Bürgern zugute.“

SABES-Generaldirektor Thomas Schael: „Dank der ausgezeichneten Zusammenarbeit mit dem Generaldirektor des Sanitätsbetriebes Trient Paolo Bordon und den Verantwortlichen der Dienste für Radiologie, Neurologie und Neurochirurgie in Bozen und Trient konnte das Projekt Neuroradiologie schnell umgesetzt werden. Italienweit ist die Schaffung eines derartigen Dienstes über die Betriebs- und Provinzgrenzen hinaus ein absolutes Novum, das es uns ermöglicht, die Bevölkerung der beiden Provinzen noch besser zu versorgen.“

Zufrieden über den Start des betriebsübergreifenden Dienstes ist auch der Generaldirektor des Sanitätsbetriebes der Provinz Trient, Paulo Bordon: „Die Schaffung des Dienstes für Neuroradiologie zeigt die guten Beziehungen und ausgezeichnete Zusammenarbeit der beiden autonomen Provinzen und ihrer Sanitätsbetriebe. Dieser Dienst ist das Ergebnis einer wichtigen und innovativen organisatorischen Zusammenarbeit, die eine einheitliche Ausrichtung der Funktionen und Aktivitäten im Zusammenhang mit den beiden Provinzen gewährleistet und welche neben der Optimierung des Schlaganfall-Netzwerks auf lokaler und Krankenhausebene es den einzelnen Operateuren aufgrund der Anzahl diagnostischer und interventioneller Fälle ermöglicht, ihre beruflichen Fähigkeiten zu steigern.
Ich begrüße Primar Benedetto Petralia und wünsche ihm gute Arbeit. Er ist ein angesehener Fachmann und ich bin sicher, dass er den neuen Dienst zu einem wichtigen Referenzzentrum machen und neben den notwendigen neuroradiologischen Eingriffen in Zusammenarbeit mit der Nuklearmedizin und dem Zentrum für Protonentherapie in Trient die Weiterentwicklung der diagnostischen Neuroradiologie sowie die Erweiterung des Angebots mit neuen Behandlungsmethoden vorantreiben wird."

Benedetto Petralia, der Primar des neuen Dienstes für Neuroradiologie, hat an der Universität Catania Medizin studiert und kann einen Facharzttitel in Neurologie (Universität Modena) und Radiodiagnostik (Universität Udine) vorweisen. Seit 1993 ist Petralia am Universitätskrankenhaus Udine tätig und hat sich dort von Beginn an auf den Bereich Basisdiagnostik (funktionale Magnetresonanz, Gehirnperfusion) und diagnostischen und interventionellen endovaskulären Behandlungen im Gehirn und Rückenmark spezialisiert. In enger Zusammenarbeit mit der dortigen Neurochirurgie und Neurologie hat Petralia die interventionelle Neuroradiologie etabliert und weiterentwickelt und im Bereich der miniinvasiven endovaskulären Behandlung von Gehirn und Rückenmark ein Exzellenz-Zentrum geschaffen.

Informationen für die Medien: Abteilung Kommunikation, Marketing und Bürgeranliegen des Südtiroler Sanitätsbetriebes, Tel. 0471 907153

(PAS)



Andere Mitteilungen dieser Kategorie