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Das Programm zur Eindämmung der Vormerkzeiten

Das Phänomen der „Wartelisten“ zeigt sich in allen Staaten, die über einen funktionierenden öffentlichen Gesundheitsdienst verfügen und hohe Betreuungsstandards anbieten. Dabei spielen, was die Länge der Wartelisten anlangt, organisatorische Aspekte kaum eine Rolle; auch Erhöhungen des Angebotes bringen in den meisten Fällen nur kurzfristig Verbesserungen. Die Fachleute sind sich einig, dass die systematische Beobachtung und Lenkung der "Nachfrage" unverzichtbar ist: Ziel darf es nicht sein, so viele Leistungen wie möglich zu erbringen, sondern die richtige Leistung zum richtigen Zeitpunkt!

Zauberwort Angemessenheit

Die sog. "HGW-Richtlinien" (Homogene Gruppierungen der Wartezeiten) sind Richtlinien, die die Vormerkung von fachärztlichen Leistungen gemäß den Gesichtspunkten der klinischen Dringlichkeit ermöglichen.

Jeder Patient/jede Patientin soll eine individuelle und persönliche Behandlung erhalten, die in jeder Phase seinen/ihren klinischen Bedürfnissen Rechnung trägt. Damit zusammenhängend werden vom behandelnden Arzt/der behandelnden Ärztin auch die Höchstwartezeiten definiert, die für ihn/für sie angemessen sind.


Weitere Maßnahmen

Der Beschluss zur Eindämmung der Vormerkzeiten sieht zudem die kontinuierliche Überwachung der Vormerkzeiten und unmittelbar wirksame Maßnahmen in jenen Fachbereichen vor, in denen die gesetzlich vorgeschriebenen Höchstwartezeiten überschritten werden (z.B. Vereinbarung von zusätzlichen "Leistungspaketen" mit  internen Fachärzten; Abkommen mit privaten Leistungserbringern; Neuanstellungen - Beauftragungen, u.a.m.).


Information der Bevölkerung

Auch die Information und Sensibilisierung der Bevölkerung ist ein wichtiger Teil des Programms. Die Kampagne "Gut versorgt" ist so gesehen ein erster "Ableger". Ziel ist es, die Bürgerinnen und Bürger über zentrale Aspekte der "Verwaltung der Wartezeiten" zu informieren (Dringlichkeitsstufen, Höchstwartezeiten, Rolle des Hausarztes, u.a.m.)

Weiterführende Informationen: siehe Vormerkzeiten - HGW


Wussten Sie, dass...

...die Autonome Provinz Bozen eine der ersten Regionen Italiens ist, die einen Gesamtplan zur Eindämmung der  Vormerkzeiten im Jahr 2011 erstellt hat? (Quelle: Il Sole 24 ore - Sanità, 11. Juli 2011)