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Sicherung der sieben Krankenhäuser

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Entsprechend der Vorgabe im Koalitionsabkommen 2013 – 2018 bleibt die Südtiroler Krankenhaus-Landschaft mit ihren sieben Häusern bestehen. Vor dem Hintergrund der medizinischen Entwicklungen, des akuter werdenden Mangels an Fachärzten und Fachärztinnen sowie der erforderlichen Dämpfung der notwendigen finanziellen Ausstattung für das Gesundheitssystem wird das derzeitige medizinische Leistungsangebot im Verbund der Südtiroler Krankenhäuser optimiert und stärker vernetzt. Ziel ist es, die Zusammenarbeit der Krankenhäuser untereinander zu verbessern und die Leistungserbringung zwischen den Krankenhausstandorten insbesondere im Bezirk bzw. bezirksübergreifend, aber auch landesweit und mit dem Territorium aufeinander abzustimmen.

Die derzeitige Leistungs-Zuordnung der sieben Krankenhäuser wird im stärkeren Miteinander konzipiert. Die jeweils zwei Krankenhäuser in den Bezirken werden zukünftig im funktionalen Zusammenspiel als ein Krankenhaus mit zwei Standorten organisiert. Das Landeskrankenhaus Bozen übernimmt zentrale landesweite Dienste von hoher Komplexität, wobei aber weiterhin gilt, dass hoch spezialisierte Leistungen auch in den anderen Bezirken verortet werden.

Das medizinische Leistungsangebot wird entsprechend gestärkt und mit folgenden Maßnahmen sichergestellt:

  • Ressourcenbündelung und klare Zuständigkeiten
  • Abbau von Parallelstrukturen bei gleichzeitiger Beibehaltung von Bürgernähe und hoher Leistungsqualität
  • bezirksübergreifende Standortstärkung durch Schaffung von dezentralen medizinischen Kompetenzzentren
  • verbesserte Mobilität des medizinischen und nichtärztlichen Personals
  • Verbesserung der beruflichen Entwicklungsperspektiven durch die Schaffung von Rotationsmöglichkeiten
  • Steigerung der Attraktivität des Standortes Südtirol für Fachärztinnen und Fachärzte
  • landesweite Standards der Leistungserbringung

Exkurs Geburtenabteilungen

Der „Gesundheitspakt“ (patto della salute 2014-2016) und die Abkommen der Staat-Regionen-Konferenz (2010 und 2014) legen die allgemeingültigen Qualitäts- und Sicherheitsstandards für die medizinische Leistungserbringung aller Fachdisziplinen fest. Insbesondere die Geburtshilfe hat in diesen aktuellen Vorgaben eine deutliche Erhöhung der Sicherheitskriterien zum Schutz von Mutter und Kind erfahren.

Die „conferenza unificata“ (Staat-Regionen-Konferenz) vom 16.12.2010 definiert unabdingbare Standards für die Versorgung in den Geburtenabteilungen. Es handelt sich hierbei um Qualitäts-und Sicherheitsstandards, welche keine Ausnahme vorsehen. Aus Gründen der Sicherheit für Kind und Mutter (Patientensicherheit) ist bei der geburtshilflichen Versorgung die Präsenz einer Gynäkologin/eines Gynäkologen, einer Pädiaterin/eines Pädiaters, einer Hebamme und einer Anästhesistin/eines Anästhesisten im aktiven Dienst für 24 Stunden, sieben Tage die Woche, vorgeschrieben. Zudem gilt für Geburtenstationen grundsätzlich ein Richtwert von 1.000 Geburten/Jahr, wobei dieser Wert in begründeten Ausnahmefällen auf 500 Geburten/Jahr reduziert werden kann. Die Grundstandards müssen auch in Südtirol garantiert werden. Die Nicht-Erfüllung der vorgegebenen personellen und strukturellen Standards hat zivil-, straf- und ärarialrechtliche Haftungsfragen zur Folge. Das Abkommen der Staat-Regionen-Konferenz von 2010 hat die Sicherheits- und Qualitätsstandards festgelegt, diejenige von 2014 sieht eine Umsetzung der Standards innerhalb 1.1.2016 vor.

In den Schwerpunktkrankenhäusern sowie im Landeskrankenhaus könnten diese Standards mit einer neuen Einsatzplanung der bestehenden Personalressourcen erfüllt werden. In den Krankenhäusern von Innichen, Sterzing und Schlanders können diese Vorgaben nicht erfüllt werden. Die Landesregierung behält sich die definitive Beschlussfassung zu den Geburtenabteilungen bis zu einer weiteren Klärung im Gesundheitsministerium und einer möglichen Befassung in der Staat- Regionen-Konferenz noch vor. Alternativen zu den Geburtenabteilungen könnten sogenannte Frauengesundheitszentren sein, insbesondere aber der Ausbau der Betreuung durch Hebammen vor und nach der Geburt.

Konzept der Reform Gesundheit2020 lesen

Das gesamte Konzept der Reform Gesundheit2020 finden Sie hier als PDF [1,5 MB]