Departement für Gesundheitsvorsorge

Asbest – Wissen ist mehr!

Was ist Asbest? Das Wort “Asbest” stammt vom griechischen “asbestos” und bedeutet “unvergänglich”, das griechische Synonym “amiantos” hingegen bedeutet “unvernichtbar”.

Die verschiedenen Eigenschaften dieses Minerals waren schon den Griechen und den Römern bekannt:

  • Ist gegen Chemikalien sehr widerstandsfähig
  • Weist hohe Zugfestigkeit und Flexibilitat auf
  • Hat gute Spinnfähigkeit und kann verwebt werden
  • Hat gute Bindefähigkeit mit anderen Baumaterialien
  • Hat schallschluckende, wärmeisolierende und feuerhemmende Eigenschaften

Asbest ist eine Gruppenbezeichnung für natürlich vorkommende Mineralien mit mikrokristalliner Struktur. Seit April 1994 ist in Italien der Abbau, der Import, der Export, das Vermarkten und die Produktion von Asbest und von asbesthaltigen Produkten verboten. Asbesthaltige Materialien wurden besonders im Bauwesen verwendet und kommen in zwei Anwendungsformen vor:

  1. Starkgebundener Asbest
    Die Fasern sind mit einem Bindemittel, wie Zement oder Kunststoff, fest verbunden. Nur Materialien in einem schlechtem Erhaltungszustand oder bei Beschädigung (Verwitterung und mechanische Einwirkung wie Bohren und Sagen) setzen Asbestfasern frei. Das Vorhandensein von starkgebundenen asbesthaltigen Materialien in einem Gebäude ist nicht direkt mit Gesundheitsgefahren verbunden. Sofern sich das Material in einem guten Zustand befindet, ist die Freisetzung von Fasern sehr beschränkt.
  2. Schwachgebundener Asbest
    Diese Produkte können mit den Fingern einfach zerbröckelt werden und Fasern können auch ohne Einwirkungen von ausen in die Luft freigesetzt werden. Schwachgebundener Asbest stellt für den Menschen im Gegensatz zum starkgebundenen eine grösere Gesundheitsgefahr dar, da er vermehrt Fasern freisetzt.

Asbest stellt dann für den Menschen eine Gesundheitsgefahr dar, wenn die lungengängigen Fasern über die Atemluft aufgenommen werden. Anders als die meisten Mineralien, welche bei Belastung zu Staub zerbröckeln, können sich Asbestfasern in kleinste, mit blosen Auge nicht mehr sichtbaren Fäserchen der Länge nach aufspalten. Durch die Atemwege können sie tief in die Lungen eindringen und schwere Lungenerkrankungen wie Asbestose, Lungenkrebs und Mesotheliom hervorrufen. Die durch Asbest hervorgerufenen Erkrankungen können lange Zeit nach der ersten Exposition auftreten, in der Regel nach 10-50 Jahren.


Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre "Asbest - Wissen ist mehr" [PDF]

 

An wen können Sie sich wenden?

Department für Gesundheitsvorsorge des Südtiroler Sanitätsbetriebes

  • Betrieblicher Dienst für Arbeitsmedizin – Abteilung ärztliches Arbeitsinspektorat
    für Auskünfte bezüglich Arbeitshygiene und Gesundheitsschutz für ArbeitnehmerInnen (Risikobewertung, sanitäre Überwachung, PSA, Schulung, Expositionsregister usw.) sowie Asbestsanierungen
    Tel. 0471 907 155, E-Mail: medlav.ispettorato@sabes.it
  • Betriebliche Sektion für Umweltmedizin
    für Auskünfte bezüglich Gesundheitsschutz der BürgerInnen und Bewertung des Zustandes der Asbestdächer
    Tel. 0471 909 269, E-Mail: umwmed@sbbz.it

Umweltagentur der Provinz Bozen

  • Amt für Luft und Lärm
    für Auskünfte bezüglich Umweltschutz und Kartierung der asbesthaltigen Materialien
    Tel. 0471 411 820, E-Mail: all@provinz.bz.it
  • Amt für Abfallwirtschaft
    für Auskünfte bezüglich Etikettierung, Verpackung und Entsorgung des asbesthaltigen Materials und jener Materialien
    Tel. 0471 411 880, E-Mail: abfallwirtschaft@provinz.bz.it

Foto © Umweltagentur


Gesunde Arbeits- und Wohnbereiche