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Infos zum Bereich Forschung

Research

Studien eröffnen neue Möglichkeiten

Bis neue Medikamente alle Studienphasen erfolgreich abgeschlossen haben und von den verschiedenen transnationalen und nationalen Arzneimittelagenturen zugelassen werden, vergehen meistens mehrere Jahre. In dieser Zeit haben Patienten außerhalb von Studien keinen Zugang zu diesen Therapien. Sobald ein neues Medikament entwickelt wird, erfolgt zunächst eine Erprobung in vorklinischen Untersuchungen. Erst wenn diese erfolgreich abgeschlossen sind, können die neuen Medikamente im Rahmen von zumeist kleinen Studien, die unter sehr kontrollierten Bedingungen ablaufen, Menschen verabreicht werden (Phase-I- und Phase-II-Studien).

Diese neuen Therapien erhalten meist nur Personen, die keine weiteren Therapieoptionen haben. Erst wenn sich die Therapien in solchen Studien als wirksam und gut tolerierbar erwiesen haben, werden sie im Rahmen von großen klinischen Studien vielen Probanden zugänglich gemacht (Phase-III-Studien). Das Ziel dabei ist es, den Nachweis zu erbringen, dass die neue Therapie wirksamer oder weniger toxisch ist als der bisherige Therapie-Gold-Standard. Somit sind diese Phase-III-Studien für Patienten mit Erkrankungen, für die es keine zufriedenstellenden Therapien gibt, eine besondere Chance. Dadurch wird den an den Studien teilnehmenden Personen der Zugang zu Medikamenten ermöglicht, die bereits ausführlich getestet wurden und - neben einem akzeptablen Nebenwirkungsprofil - sich auch als wirksam erwiesen haben. All diese unterschiedlichen klinischen Forschungen sind mit einem hohen Organisations- und Dokumentationsaufwand verbunden.

Ärzte, Pflegekräfte und andere an derartigen Studien aktiv beteiligte Personen lernen dadurch, noch genauer und präziser zu arbeiten.

Forschung im Südtiroler Sanitätsbetrieb

Auch der Südtiroler Sanitätsbetrieb (SABES) nimmt bereits seit Jahren erfolgreich an derartigen Studien teil – vor allem im hämato-onkologischen Bereich. Aufgrund des Aufwandes, der mit der Durchführung derartiger Studien verknüpft ist, kann derzeit das volle Potential noch nicht voll ausgeschöpft werden.

Der im April 2021 innerhalb des Südtiroler Sanitätsbetriebes neu gegründete Dienst für Innovation, Forschung und Lehre (Innovation, Research and Teaching Service - IRTS) wird in Zukunft zusammen mit der Generaldirektion des Sanitätsbetriebes am Ausbau des Forschungsbereichs arbeiten, um für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zusätzliche Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung und – besonders wichtig - für die Patientinnen und Patienten neue Therapiemöglichkeiten zu erschließen.

Das Spektrum an Forschungsmöglichkeiten in der Medizin ist sehr breit. Neben Phase-IV-Studien, die das Ziel verfolgen, die Verträglichkeit von Therapien nach deren Zulassung zu prüfen, sind auch Beobachtungs- beziehungsweise Registerstudien ein sehr wichtiges Instrument der Forschung. Im klinischen Alltag kommt es oft zu Situationen, die Fragen aufwerfen, auf die es in der Fachliteratur keine ausreichenden Antworten gibt. Beispielsweise die Frage, ob bei Frühgeburten eine bestimmte Kaiserschnitt-Technik weniger Komplikationen zu erwarten sind als bei einer anderen.

Um auf solche oder ähnliche Fragen eine Antwort zu finden, sind vor allem prospektive Beobachtungsstudien ein gutes Instrument. Um eine optimale Fragestellung für eine derartige Analyse zu erarbeiten, müssen sich die Forschenden mit dem Thema sehr genau auseinandersetzen (zum Beispiel durch Literatursuche und -analyse).  Dadurch wird das Fachwissen der Forschenden auf dem untersuchten Gebiet verbessert und erweitert. Folglich profitieren schlussendlich die Patienten der in die Studie involvierten Ärztinnen und Ärzten, die dann unter Umständen nicht nur eine Lösung auf die ursprüngliche Frage finden, sondern auch die Expertise zum Thema verbessern. Positive Effekte der Forschung sind also nicht nur durch die Ergebnisse zu erwarten, sondern schon allein durch die Tatsache gegeben, dass Forschung durchgeführt wird. Dabei ist es nicht zwingend notwendig, dass eine Forschungseinrichtung zu einer großen Universität, einer Firma von Weltniveau oder einer amerikanische Studienzentrale gehört, damit das Umfeld von den positiven Effekten der Forschungstätigkeit profitieren kann.

Aufgabenbereich

Schwerpunkt des Bereichs Forschung sind das Management der Forschung im Südtiroler Sanitätsbetrieb, die Forschungsförderung sowie eigene Forschungstätigkeiten.

Hauptaufgaben:
  • Clinical Trial Units
  • Research Support Service
    • Statistik
    • Übersetzungsdienst
    • Grant-Service
    • Rechtsberatung
  • Research Management
    • Internetplattform
    • Ressourcenmanagement
    • Networking
  • Health Services Research Unit
    • Versorgungsforschung
    • Betriebliche Projekte
    • Nationale und internationale Zusammenarbeiten

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Kontakt

Adresse:
Josef-Ressel-Straße 2, 39100 Bozen (BZ)

Sekretariat: +39 0471 436 191, IRTS@sabes.it
Bereich Forschung: research@sabes.it