Hauptinhalt

News

Südtiroler Sanitätsbetrieb | 16.03.2022 | 15:26

Neu in Meran: Sprechstunde für Sehbehinderte

Schwere Augenerkrankungen wie z.B. Makulapathien, führen oftmals zu einem hohen Grad an Sehbehinderung. Im Krankenhaus Meran ist seit Kurzem eine eigene Sprechstunde zur Betreuung der sog. Hypovision eingerichtet worden.

Neu in Meran: Sprechstunde für SehbehinderteZoomansichtNeu in Meran: Sprechstunde für Sehbehinderte

Für Primar Andreas Pichler der Augenheilkunde im Gesundheitsbezirk Meran kann damit noch gezielter auf die Belange Sehbehinderter – Personen, welche mit Brille maximal 3-4/10 an Sehkraft erreichen - eingegangen werden: „Wir haben mit dem Facharzt Francesco Comacchio, unterstützt von der Ärztin Katharina Thanei, einen Spezialisten, der diese Patientinnen und Patienten betreut. Es ist von großem Vorteil, wenn es einen konkreten Ansprechpartner gibt, bei dem die Fäden zusammenlaufen.“

Denn gerade dieses Netzwerk ist es, von dem Menschen mit Hypovision am meisten profitieren: „Zusammen mit unserem langjährigen Orthoptiker Gianni Zorzi analysieren wir, welchen rehabilitativen Weg der Patient oder die Patienten gehen kann. Es gelingt uns nicht immer, eine andauernde Verbesserung zu erzielen, jedoch in den meisten Fällen, zumindest zeitweise einen Gewinn an Lebensqualität zu erreichen.“ Dafür wird nach der Diagnosestellung überlegt, ob es z.B. möglich ist, mithilfe von unterstützenden Hilfsmitteln wie eigenen Leseerleichterungen das geringe Sehvermögen so gut wie möglich auszunutzen.

Mit ins Boot geholt wurden auch der Psychologische Dienst und der Blindenverband: Denn die Betreuung von Menschen mit Hypovision endet nicht an der Tür des Facharztes. Für Pichler und Comacchio ist dies ein Angebot, auf das viele Sehbehinderte und deren Angehörige gewartet haben: „Die Sprechstunde wurde bereits in dieser kurzen Zeit, trotz der coronabedingten Einschränkungen, sehr gut angenommen.“

Auch Bezirksdirektor Umberto Tait ist überzeugt, dass damit vielen Menschen mit schweren Einschränkungen geholfen werden kann: „Gerade von der fachüberschreitenden Zusammenarbeit profitieren viele Patientinnen und Patienten, denn sie müssen nun nicht mehr selbst verschiedene Ansprechpartner suchen, sondern werden koordiniert betreut.“

Ein weiteres Projekt, welches Primar Pichler für die nächsten Monate plant, ist das Angebot einer elektrophysiologischen Augenuntersuchung, eine Art „EKG“ des Auges: „Damit können wir z.B. genetische Augenerkrankungen wie Morbus Best oder Morbus Stargardt früher und gezielter diagnostizieren und behandeln, aber auch den Verlauf überwachen. Man erkennt durch dieses Gerät die Leitfähigkeit der Augennerven, was auch wiederum bei vielen Hypovisionspatienten wichtig ist.“

Für die Inanspruchnahme der Leistungen braucht es eine Vormerkung über die Einheitliche Vormerkstelle (Vorwahl + 100100, E-Mail: vormerkungen@sabes.it )

Presse-Informationen:
Abteilung Kommunikation, Südtiroler Sanitätsbetrieb

(SF)



Andere Mitteilungen dieser Kategorie