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Südtiroler Sanitätsbetrieb | 23.06.2022 | 18:04

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Gesundheitswesen Val Müstair (CH) - Taufers im Münstertal

Im Rahmen eines Pilotprojekts können Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Taufers im Münstertal seit kurzem bei einem Notfall die Leistungen der Klinik „Center da sandà Val Müstair“ in Anspruch nehmen. Bei einer Pressekonferenz im „kleinsten Spital der Schweiz“, das gleich hinter der Grenze liegt, wurde die Zusammenarbeit nun vorgestellt.

Klinik „Center da sandà Val Müstair“ - Foto: sabesZoomansichtKlinik „Center da sandà Val Müstair“ - Foto: sabes

Klein, aber fein, mitten im Grünen auf 1.350 Meter Seehöhe gelegen, ist das „Center da sandà Val Müstair“ ein Grundversorgungskrankenhaus für die Bevölkerung des schweizerischen Münstertals. Es bietet auch medizinische Erstversorgung bei Notfällen. Schon vor Jahren entstand deshalb die Idee, diese Notfallversorgung auch für die Bevölkerung der Gemeinde Taufers im Münstertal zugänglich zu machen. Die Klinik liegt nämlich nur rund vier Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt und ist somit viel näher als das 30 km entfernte Krankenhaus in Schlanders. 

Bei einer Pressekonferenz im „Center da sandà Val Müstair“ wurde die Vereinbarung für diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit nun vorgestellt. Sie sieht vor, dass die Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde Taufers sich für medizinisch indizierte Erste-Hilfe-Leistungen an das „Center da sandà“ wenden können. Sie müssen dafür lediglich ihre Gesundheits- und Identitätskarte vorweisen. Die Abrechnung der Leistungen erfolgt dann zwischen der Schweizer Klinik und dem Südtiroler Sanitätsbetrieb. Den Krankentransport übernehmen in der Regel die Südtiroler Rettungsvereine. Falls eine chronische Krankheit diagnostiziert wird und aufwendige instrumental-diagnostische Untersuchungen notwendig sind, sind dann wieder die Südtiroler Krankenhäuser zuständig.

In einem zweiten Schritt soll die Zusammenarbeit noch ausgebaut werden, sodass auch die Bevölkerung der Gemeinde Val Müstair medizinische Leistungen in Südtiroler Krankenhäusern zu Lasten ihrer Krankenversicherung in Anspruch nehmen kann.

„In einer Zeit des zunehmenden Ärztemangels kommt dieser grenzüberschreitenden Zusammenarbeit eine besondere Bedeutung zu“, unterstrich Landeshauptmann und Gesundheitslandesrat Arno Kompatscher, „für medizinische Notfälle können sich die Tauferer nun schnell und unbürokratisch an eine nahegelegene qualifizierte Einrichtung wenden. Damit stärken wir die Gesundheitsversorgung vor Ort, was besonders im ländlichen Raum sehr wichtig ist.“ 

Auf die Bedeutung der Notfallversorgung verwies auch Dr. Theodor von Fellenberg, Chefarzt der Müstairer Klinik: „In einem Notfall zählt jede Minute, deshalb ist eine Verkürzung des Transportweges für die verunfallte Person von großem Vorteil, das kann sogar lebensrettend sein. Wir stehen bereit, 24 Stunden, 365 Tage im Jahr.“

Der Weg bis zum glücklichen Abschluss der Vereinbarung war lang und bedurfte der Zusammenarbeit vieler. Deshalb ließen es sich auch Dr. Anton Theiner, früherer Leiter des Krankenhauses Schlanders, der ehemalige Gesundheitslandesrat Richard Theiner, die Bürgermeisterin der Gemeinde Taufers im Münstertal Roselinde Gunsch, der Kammerabgeordneten Albrecht Plangger und der Präsidenten der Bezirksgemeinschaft Vinschgau, Dieter Pinggera, nicht nehmen, zur Pressekonferenz in die Schweiz zu fahren.

Zusammenarbeit und reger Austausch existieren diesseits und jenseits der Schweizer Grenze auf verschiedenen Ebenen schon lange, wie Gabriella Binkert-Becchetti, die Gemeindepräsidentin von Val Müstair, und Chasper Stuppan, der Präsident des „Center da sandà Val Müstair“, wissen ließen. Nun komme ein wichtiger Meilenstein hinzu: „Wir sind immer mehr eine große Familie“.

Florian Zerzer, Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes, dankte schließlich allen, die am Zustandekommen dieser Vereinbarung mitgewirkt haben: „Wir sind froh, dass wir gemeinsam dieses Angebot für die Tauferer Bevölkerung schaffen konnten. Es handelt sich um ein Pilotprojekt, das bis Ende 2024 ausgelegt ist. Bewährt es sich, führen wir es gerne fort“.

Informationen für die Medien: Abteilung Kommunikation, Südtiroler Sanitätsbetrieb

 

Video- und Audiomaterial: 

https://we.tl/t-1nmV5hjESx

(MHE)



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