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Herzschrittmacher

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Seit der Eröffnung des "neuen" Krankenhauses im Jahr 1997 werden in Meran Herzschrittmacher implantiert. Mittlerweile nehmen ein 3-köpfiges Ärzteteam, unterstützt von 4 spezialisierten Krankenpflegerinnen und -pflegern, die Implantation von Herzschrittmachern und Defibrillatoren vor.

Der Herzschrittmacher oder "Pacemaker" (engl. Schrittmacher) ist ein medizinisch-elektronisches Gerät, das die Herzfrequenz bei zu langsamen Herztönen (Bradykardie) beschleunigen kann und in speziellen Fällen auch zur Behandlung von Herzschwäche dient. Im Alter und im Rahmen einer Reihe von Herzerkrankungen wächst die Wahrscheinlichkeit für eine solche Störung der Erregungsbildungsleitung am Herzen.

Wie ist ein Schrittmacher aufgebaut?

Das Schrittmachersystem besteht im Wesentlichen aus 2 Komponenten: Das Aggregat (3,3 - 4,5 cm groß und flacher als eine Streichholzschachtel), das einen Impulsgenerator, die Elektronik und die Batterie enthält, sowie einem oder bis zu 3 Elektrodenkabel, die am Herz in verschiedenen Stellen angebracht werden. Die Elektroden gehen bereits nach wenigen Wochen eine feste Verbindung mit dem Herzmuskel ein.

Wie wird der Schrittmacher implantiert?

Herzschrittmacher-Operationen sind vergleichsweise kleine und unkomplizierte chirurgische Eingriffe - in der Regel reicht eine örtliche Betäubung aus. Eine Vollnarkose ist nur in Ausnahmefällen notwendig. Die Operation dauert meist weniger als eine Stunde. Unterhalb des Schlüsselbeins wird ein kleiner Hautschnitt vorgenommen, sodann die Sonden unter Röntgenkontrolle im Inneren des Herzens platziert. Sobald die einwandfreie Funktion des Systems getestet wurde, werden die Elektroden am Impulsgenerator angeschraubt. Der Schrittmacher wird meist zwischen der Haut und dem Brustmuskel positioniert. Schließlich wird die Wunde genäht.

Wie lange hält ein Schrittmacher?

Die Lebensdauer eines Schrittmachers hängt sehr stark von der Beanspruchung ab. Im Durchschnitt erfolgt ein Austausch nach 6 bis 8 Jahren. Falls der Austausch des Schrittmachers notwendig wird, ist in aller Regel lediglich eine Erneuerung des Generators, nicht aber der Elektroden erforderlich. Die Angst vieler Patientinnen und Patienten, der Herzschrittmacher könne plötzlich ausfallen, weil die Batterie leer sei, ist unberechtigt: Bei den regelmäßigen Kontrollen kann der Arzt bzw. die Ärztin die Funktionsleistung und -dauer der Batterie genau überprüfen. Sehr frühzeitig wird für das ärztliche Personal erkennbar, dass eine Batterieermüdung eingetreten ist. Der Schrittmacher arbeitet danach noch über einen Zeitraum von vielen Monaten störungsfrei. Bevor die Leistungsfähigkeit der Batterie erschöpft ist, wird der gesamte Schrittmacher (und nicht wie oft geglaubt nur die Batterie) ausgetauscht.

Gibt es Einschränkungen beim Sport oder bei der Arbeit?

Angesichts der Implantation eines Herzschrittmachers stellt sich vielen Patientinnen und Patienten die Frage, ob es zu Beeinträchtigungen im Berufsleben oder bei sportlichen Aktivitäten kommen könnte. Die meisten Sorgen sind unbegründet. Sie können mit einem programmierten Schrittmacher mehr oder weniger Ihr gewohntes Leben führen. Manche Patientinnen und Patienten werden sogar durch die Schrittmachertherapie belastbarer als früher. Lediglich bei der Ausübung bestimmter Sportarten können Schwierigkeiten auftreten, Kampfsportarten sollten beispielsweise vermieden werden.

Was muss man im Umgang mit elektronischen und elektrischen Geräten beachten?

Häufig wird die Frage gestellt, ob und inwiefern der Umgang mit elektronischen und elektrischen Geräten die Funktion des Herzschrittmachers beeinträchtigen könnte. Herzschrittmacher können durch einwandfrei funktionierende Haushaltsgeräte nicht beschädigt werden, auch nicht durch Mikrowellengeräte. Geräte mit starken elektromagnetischen Feldern können die Funktion des Pacemakers beeinträchtigen (z.B. Kernspintomographie). Auch ein Handy kann die Funktion stören. Dies ist durch den Einsatz von speziellen Filtern in neueren Schrittmachern eher ein theoretisches Problem. Die Patientinnen und Patienten sollten bei der Benutzung des Mobiltelefons möglichst das auf der entgegengesetzten Seite des Schrittmachers gelegene Ohr zum Telefonieren benutzen sowie das Handy nicht in der Brusttasche der Jacke aufbewahren.