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Coronavirus – Mitteilungen des Südtiroler Sanitätsbetriebes | 13.11.2020 | 18:18

Covid-19 - Falschmeldungen im Netz

Das Phänomen von Falschmeldungen, neudeutsch: Fake News, in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ist allseits bekannt. Der Südtiroler Sanitätsbetrieb macht nun einen besonders eklatanten Fall öffentlich. Gerade bei so ernsten Themen wie es die Covid-19-Pandemie ist, dürfen bestimmte Grenzen nicht überschritten werden.

ICU Covid-19 (1)ZoomansichtICU Covid-19 (1)

In einem inzwischen gelöschten und auch via WhatsApp verbreiteten Post der Facebook-Gruppe „Freie Bürger Cittadini Liberi TrentinoSüdtirol“ (siehe Screenshot) wird tatsächlich behauptet, dass der Südtiroler Sanitätsbetrieb der italienischen Tageszeitung „Alto Adige“ gestellte Fotos zugespielt habe, um die Covid-19-Situation schlimmer darzustellen als diese effektiv ist. Eine ominöse „Sabine“, angeblich eine Krankenpflegerin und „hochqualifizierte Mitarbeiterin im Krankenhaus“, behauptet sogar, dass Patienten und Patientinnen von anderen Abteilungen in die Covid-19-Intensivstation gebracht sowie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Intensivstation dazu aufgefordert worden wären, die Situation schlimmer darzustellen, als diese tatsächlich ist.

Nichts davon ist wahr, wie Primar Marc Kaufmann, Medizinischer Einsatzleiter und Verantwortlicher der Covid-19-Intensivstation, feststellt: „Die Anfrage zur Fotostrecke ist vom Alto Adige selbst gekommen, wie überhaupt in den letzten Tagen viele Medien diesen Wunsch geäußert haben und auch zugelassen wurden (ORF Südtirol, RAI-Südtirol, RTTR). Die Situation ist ernst genug, hier musste nichts gestellt werden.“

Die aufgestellten Behauptungen sind falsch und für Generaldirektor Florian Zerzer obendrein schwer rufschädigend: „Es wird behauptet, dass die Aktion von der Generaldirektion oder gar vom Land Südtirol in die Wege geleitet wurde, um Angst zu schüren. Es werden Namen und Vermutungen angestellt. Diese Aussagen sind komplett falsch, die Journalisten und Fotografen/Kameraleute waren vollkommen frei in der Gestaltung ihrer Motive. Wir haben den Facebook-Post an unser Rechtsamt weitergeleitet, um dagegen vorzugehen, und um jene Personen ausfindig zu machen, die für solche Unwahrheiten verantwortlich sind.“

Mittlerweile wurde der Post wieder gelöscht, hat aber im Netz bereits die Runde gemacht, auch via WhatsApp. Generaldirektor Zerzer deshalb weiter: „Aus Solidarität mit den vielen Familien, die aufgrund dieser schrecklichen Pandemie Angehörige verloren haben oder immer noch um das Leben ihrer Lieben bangen, sowie zum Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die täglich Unglaubliches vollbringen und in diesen Facebook-Post als Menschen dargestellt werden, welche die Unwahrheit sagen, wird der Südtiroler Sanitätsbetrieb jetzt und in Zukunft gegen derartige Lügen konsequent vorgehen“.

Beiliegend einige aktuelle Fotos, welche die Situation auf der Covid-19-Intensivstation in Bozen zeigt und die sich in keinster Weisen von den Bildern unterscheiden, die in den vergangenen Tagen in den Medien veröffentlicht wurden. Die Covid-19-Intensivstation in Bozen arbeitet am Limit. Das war am Tag des Besuches der Medienvertreter so und ist es auch heute noch.

(PAS)



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