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Südtiroler Sanitätsbetrieb | 21.04.2021 | 15:47

Geburten in Zeiten von Covid

Der Moment der Geburt eines Kindes ist einer der schönsten und aufregendsten Momente im Leben - auch inmitten einer Pandemie. In diesen Zeiten ist es besonders wichtig, die Gesundheit von Müttern und Babys zu schützen aber auch den Vätern und Familienmitgliedern den Kontakt zu Mutter und Kind zu ermöglichen. In einer digitalen Pressekonferenz wurde heute (21.04.2021) erklärt, welche Vorkehrungen dafür getroffen worden waren und noch getroffen werden.

Geburten in Zeiten von Covid (123RF)ZoomansichtGeburten in Zeiten von Covid (123RF)

Martin Steinkasserer, Primar der Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie am Krankenhaus Bozen, stellte fest, dass „in diesem Jahr der Pandemie klarerweise viel über die Aktivitäten der Abteilung Infektionskrankheiten oder der Intensivstationen gesprochen wurde, aber bei dieser Gelegenheit möchten wir uns auf die Auswirkungen konzentrieren, welche die Pandemie auf die Abläufe der Abteilungen für Geburtshilfe und Neonatologie hatte, sowie auf die enorme Arbeit, die geleistet wurde, um schwangere Frauen eine sichere Geburt zu gewährleisten.“

Schwangerschaft und Geburt sind heikle und wichtige Momente, in denen zuerst die werdende und dann die frischgebackene Mutter die Unterstützung braucht – entweder jene ihres Partners oder einer anderen Person, der sie vertraut. Eine Sars-Cov-2-Infektion während der Schwangerschaft hat sehr oft einen gutartigen Verlauf, aber in einigen Fällen, insbesondere wenn Vorerkrankungen vorliegen, wie etwa Adipositas, Bluthochdruck oder Diabetes, können Komplikationen auftreten. Daher ist es unerlässlich, die Gesundheit der Patienten zu schützen, indem eine mögliche Ansteckung mit äußerster Sorgfalt vermieden wird.
Dazu war es in Zeiten der Pandemie notwendig, multidisziplinäre Leitlinien zu erstellen sowie Raum und Personal richtig zu managen, indem Covid-Bereiche für die stationäre Versorgung und die Entbindung geschaffen wurden. Es wurde notwendig, Covid- und Covid-freie Pflegepfade zu trennen, indem Ambulatorien eingerichtet wurden, die ausschließlich für Covid-positive Patienten bestimmt sind.

Weiterhin gilt die Aufmerksamkeit natürlich hauptsächlich den Babys und den kleinen Patienten und Patientinnen in der Säuglingsstation und noch mehr denjenigen, die auf der Neugeborenen-Intensivstation des Krankenhauses Bozen aufgenommen werden, wie Alex Staffler, Primar der Neonatologie, bestätigt: "Unser gesamtes Team hat an einer speziellen Schulung teilgenommen, um die neonatalen Wiederbelebungsmaßnahmen trotz persönlicher Schutzausrüstung, die bekanntlich das Sehvermögen, die Bewegung und die Kommunikation einschränkt, besser durchführen zu können. Außerdem gelang es uns in kürzester Zeit während der ersten Welle ein multidisziplinäres Ablaufprotokoll zwischen den Abteilungen für Geburtshilfe, Neonatologie, Anästhesie, Notaufnahme und Labor zu erstellen. Dieses Ablaufprotokoll wurde später aktualisiert, als neue wissenschaftliche Erkenntnisse veröffentlicht wurden."

Und Micaela Veneziano, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, stellt fest: „Es war nicht einfach. In der ersten Phase der Pandemie waren die Folgen von Covid auf Schwangere und Neugeborene noch nicht bekannt, es gab keine Richtlinien oder Protokolle, keine Schnelltests. Während des ersten Lockdowns bestand die einzige Lösung darin, die Station abzuschirmen. Jetzt hat sich die Situation glücklicherweise verbessert: Asymptomatische Schwangere werden mit einem PCR-Abstrich getestet und im Falle eines negativen Ergebnisses wird die Anwesenheit eines Partners oder einer vertrauten Person während der Phase der Wehen, bei der Geburt und in den zwei Stunden danach gewährleistet. Dies gilt auch für Entbindungen per Kaiserschnitt.“ Und weiter: „Was die positiv getesteten Patienten betrifft, so versuchen wir im Moment, wenn es die klinische Situation erlaubt, den Haut-zu-Haut-Kontakt mit dem Neugeborenen bei der Geburt, das Rooming-in sowie das Stillen zu fördern."

Ab 26. April 2021 dürfen Partner oder eine Vertrauensperson wieder auf die Station, sofern ein negativer Antigen-Schnelltest vorgewiesen werden kann, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Der Partner oder die Vertrauensperson muss eine neue FFP-2-Maske tragen und den Covid-Fragebogen des Sanitätsbetriebes unterschreiben sowie die Körpertemperatur messen lassen. Um Menschenansammlungen zu vermeiden, ist eine Einlassplanung mit Reservierung der Besuchszeiten notwendig. Auch bei den vier Hauptultraschalluntersuchungen des Geburtsweges können der Partner oder einer anderen Vertrauensperson dabei sein.

Generaldirektor Florian Zerzer bedankte sich bei allen beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die in den vergangenen Monaten geleistete Arbeit: „Die Sicherheit für Mutter und Kind stand immer an erster Stelle und gleichzeitig wurde alles unternommen, um die Geburt so menschlich wie nur möglich zu gestalten – trotz der widrigen Umstände. Und obwohl es zu Beginn der Pandemie wenige und oft auch sich widersprechende Informationen über das Virus und dessen Auswirkungen auf Schwangere, Gebärende und Neugeborene gab, konnte die menschliche Nähe – die gerade für Mutter und Kind so wichtig ist – aufrecht erhalten werden. Dank des Einsatzes der beteiligten Personen.“

 

Information für die Medien: Abteilung Kommunikation, Marketing und Bürgeranliegen des Südtiroler Sanitätsbetriebes, Tel. 0471 907138

(TDB/PAS)



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