Departement für Gesundheitsvorsorge

Genitale Warzen und humane Papillomavirus (HPV)

Die Condylomata acuminata (auch Condylome oder genitale Warzen genannt) werden durch das humane Papillomavirus (HPV) verursacht, welches durch Geschlechtsverkehr übertragen wird.

Es existieren mehrere Subtypen der Papillomviren, einige dieser verursachen die Condylome, andere wiederum die vulgären Warzen an den Händen und Füssen, weiters können einige von ihnen auch Ursache von Tumoren im Genitalbereich, Analbereich und in der Munhöhle sein.

Eine Person kann gleichzeitig von mehreren Subtypen des Papillomavirus befallen sein.

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Wie werden diese übertragen?
Das HP Virus wird durch Kontakt von Haut zu Haut bzw. Schleimhaut zu Schleimhaut übertragen, vaginal, anal oder auch oral. Selten ist die Übertragung mittels unbelebter Gegenstände wie etwa Handtücher, Unterwäsche usw. möglich.
Die HP Viren, welche die Condylome verursachen, unterscheiden sich von jenen, welche Warzen an Händen und Füssen verursachen. Deshalb ist es sehr unwahrscheinlich, dass Warzen von Händen bzw. Füssen in den Genitalbereich übertragen werden können.
Die Condylome treten in der Regel 2 bis 3 Monate nach dem Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Person auf, manchmal aber erst nach 6 bis 12 Monaten.

Symptome der Condylomata acuminata
Das häufigste Symptom ist das Auftreten einer oder mehrere Erhabenheiten (Papeln) in dem infizierten Areal. Die Grösse kann von einigen Millimetern bis einigen Zentimetern reichen, sie können flach oder erhaben, einzeln oder multipel sein und haben meistens eine rötliche bis bräunliche Farbe. Manchmal können Condylome auch Juckreiz, Brennen, Schmerzen oder Blutungen verursachen.

Diagnose
Der Facharzt kann die Condylome sehr leicht anhand der Klinik erkennen und diese von ähnlichen Läsionen wie kleinen Zysten und nicht-virale Papillen unterscheiden. Manchmal kann das Benutzen einer Lupe und in einigen Fällen einer histologischen Untersuchung von Nutzen sein.
Es ist anzuraten eine Untersuchung zum Ausschluss von anderen durch Geschlechtsverkehr übertragbaren Krankheiten durchzuführen wie etwa der Gonorröh, Chlamydien, Mycoplasmen, HIV, Lues usw.

Können Personen mit Condylomen Geschlechtsverkehr haben?
Um die Übertragung auf den Partner/die Partnerin zu vermeiden ist es anzuraten bis zum vollständigen Verschwinden der Condylome auf Geschlechtsverkehr zu verzichten. Das Kondom schützt, kann aber keinen 100% Schutz bieten.

Komplikationen der Condylome
Die Condylome heilen normalerweise komplikationslos ab. Sie können aber innerhalb einer Partnerschaft relationale oder psychologische Probleme bieten.
Weiters können einige Virustypen genitale, anale und orale Tumoren verursachen.

Condylome und Schwangerschaft
Während einer Schwangerschaft kann es vorkommen dass Condylome sehr rasch wachsen und sich schnell vermehren. Nach der Geburt kommt es meistens zu einer Verminderung deren Anzahl bzw. zu deren Verschwinden.
Wenn die Mutter an Condylomen im Genitalbereich leidet kommen die meisten Kinder gesund zur Welt. Sehr selten kommt es zu einer Ansteckung des Neugeborenen während der Geburt im Geburtskanal. Dadurch können diese Kinder Condylome in der Mundhöhle und im Genitalbereich entwickeln.
Sollten die Condylome der Mutter so ausgedehnt sein, dass sie den Geburtskanal verlegen, wird ein Kaiserschnitt durchgeführt.

Therapie
Die Condylome werden in der Regel durch die Applikation von lokalem Podophyllotoxin oder Imiquimod bzw. durch Laser oder Stickstoffapplikation entfernt.
Nach jeder dieser Behandlungstypen rezidivieren 1/3 aller Condylome. In diesen Fällen wird die Therapie auf eine der anderen therapeutischen Möglichkeiten umgestellt.
Um von Condylomen vollständig geheilt zu werden ist es wichtig ebenfalls den Partner/Partnerin untersuchen zu lassen und ev. zu behandeln.

Prävention
Das Kondom ist sehr hilfreich, jedoch ist dieses nicht in der Lage, alle genitalen Bereiche abzudecken, welche von Condylomen befallen sein können (z.B. den Hodenbereich). Deshalb bietet das Kondom keinen 100% Schutz. Dieses sollte jedoch stets bei gelegentlichem Geschlechtsverkehr benutzt werden egal welcher Art, vaginal, anale oder auch oral. Dadurch wird ebenfalls eine Infektion mit einer anderen Geschlechtskrankheite wie Gonorröh, Chlamydien, Mykoplasmen, Lues oder HIV verhindert.

Impfung
Die Impfung gegen das HP Virus ist anzuraten, weil dadurch die Infektion mit Condylomen sowie deren assoziierten Tumoren vermieden werden kann.


Sexuell übertragbare Krankheiten