Notaufnahme?
Nur im Notfall!

Zahlreiche Menschen kommen Tag für Tag in die Notaufnahmen der Krankenhäuser des Südtiroler Sanitätsbetriebes. In 60 Prozent der Fälle handelt es sich aber nicht wirklich um Notfälle.

Dies führt zu längeren Wartezeiten und geht zu Lasten derjenigen, die dringend Hilfe brauchen.

Die Notaufnahme ist rund um die Uhr für Sie da, wenn es sich um einen Notfall handelt. Für andere Gesundheitsfragen ist der Arzt/die Ärztin für Allgemeinmedizin Ihr erster Ansprechpartner.

Notfall

In der Notaufnahme kümmern wir uns um lebensbedrohliche Fälle, wie etwa starke Blutungen, Knochenbrüche, Brustschmerzen oder Herzinfarkte. Viele Personen können anderswo angemessener betreut werden.

Wie funktioniert die Notaufnahme?

Bei der so genannten „Triage“ wird eine Einschätzung der Behandlungsdringlichkeit gemacht. In Südtirol wird dafür das Manchester-Triage-System (MTS) angewandt, ein fünfstufiges System, das ausschließlich Beschwerdebilder und Symptome zur Einstufung der Dringlichkeit verwendet.

Der zugeteilte Kodex gibt Auskunft darüber, wie dringend eine Behandlung ist. Dafür existieren die fünf Farben rot, orange, gelb, grün und blau. Die niedrigen Dringlichkeitskodexe grün und blau bedeuten, dass kein Notfall vorliegt und Sie auch bei Ihrem Arzt für Allgemeinmedizin oder in der Apotheke gut versorgt werden können.

Die Dringlichkeitskodexe des Manchester-Triage-Systems


    Ungerechtfertigte Zugänge zur Notaufnahme sind z.B. folgende:
  • Sonnenbrand oder Ausschlag von Sonnenlampen
  • Gerötetes Auge
  • Ohrenschmerzen, Schnupfen, Erkältung
  • Halsschmerzen, Schmerzen beim Schlucken, Gaumen-Mandelschwellung
  • Harnwegsinfektionen
  • Chronische Verstopfung

Kostenbeteiligung

Wer bei der Triage einen blauen Kodex erhält, wird wahrscheinlich beim Arzt für Allgemeinmedizin oder in der Apotheke schneller versorgt: der blaue Kodex gilt als nicht-dringend und gehört damit nicht in die Notaufnahme.
Deshalb wird dafür nun eine Kostenbeteiligung in Form eines Tickets von 25 Euro verrechnet.
Bürgerinnen und Bürger mit blauem Kodex haben zudem die längsten Wartezeiten: sie werden erst untersucht, sobald alle dringenderen Fälle abgearbeitet sind.
Wussten Sie schon?
Die Dienstzeit des Arztes für Allgemeinmedizin geht von 08.00 bis 20.00 Uhr an Werktagen und von 08.00 Uhr bis 10.00 Uhr an Vorfeiertagen unter der Woche.
Sie besteht aus Ambulatoriumstätigkeit, Hausbesuchen und telefonischer Erreichbarkeit.

Welche Alternativen gibt es zur Notaufnahme?

  • In allen Fällen, die nicht als Notfälle betrachtet werden können, ist der Arzt/die Ärztin für Allgemeinmedizin die erste Anlaufstelle, an die Sie sich wenden können. Er/Sie kümmert sich um Sie und nimmt sich Ihres gesundheitlichen Problems an. Die Dienstzeit des Arztes für Allgemeinmedizin erstreckt sich von 08.00 bis 20.00 Uhr an Werktagen und von 08.00 Uhr bis 10.00 Uhr an Vorfeiertagen unter der Woche. Sie besteht aus Ambulatoriumstätigkeit, Hausbesuchen und telefonischer Erreichbarkeit. In der verbleibenden Zeit (von 20.00 Uhr bis 08.00 Uhr an Werktagen, von 10.00 Uhr an Vorfeiertagen unter der Woche bis 8.00 Uhr des ersten darauffolgenden Werktages, von 08.00 Uhr am Samstag bis 08.00 Uhr am Montag) wird die medizinische Versorgung über die sogenannte Betreuungskontinuität gewährleistet. Mehr Informationen zu den Leistungen Ihres Arztes/Ihrer Ärztin für Allgemeinmedizin finden Sie in der Dienstleistungscharta.
  • Die Vernetzte Gruppenmedizin ist ein Zusammenschluss von Ärztinnen und Ärzten für Allgemeinmedizin, welche von 08.00 bis 20.00 Uhr und an allen Tagen der Woche für Sie da ist, wenn es um nicht aufschiebbare ärztliche Leistungen geht. Dies geschieht entweder über die Ambulatoriumstätigkeit oder über die telefonische Verfügbarkeit, falls die Öffnungszeiten der Arztambulatorien nicht den gesamten Zeitraum von 08.00 bis 20.00 Uhr abdecken. Vernetzte Gruppenmedizin bedeutet, dass Sie sich auch an die Kolleginnen und Kollegen Ihres Arztes/Ihrer Ärztin für Allgemeinmedizin wenden können, wenn diese/dieser nicht im Dienst ist. Die Ärztinnen und Ärzte einer Vernetzten Gruppenmedizin sind verpflichtet, im Ambulatorium nicht aufschiebbare Leistungen zugunsten aller bei ihnen Eingeschriebenen kostenlos zu erbringen. Die integrierte Hausbetreuung und die programmierte Hauspflege werden hingegen vom Arzt der einzelnen Person durchgeführt. Auf der Webseite www.sabes.it/vgm finden Sie die Übersicht, welche Gruppe für Sie zuständig ist.
  • Der Ärztliche Bereitschaftsdienst wird in vielen Gemeinden des Landes von den Ärztinnen und Ärzten der Allgemeinmedizin verrichtet. Aufgabe dieses Dienstes ist es, in den Nachtstunden und an Wochenenden und Feiertagen die hausärztliche Versorgung sicherzustellen. Konkret heißt dies, dass die Bevölkerung auch außerhalb der normalen Dienstzeiten in allgemeinmedizinischen Fragen eine Betreuung erhält. In den Gemeinden von Bozen, Eppan und Leifers sind Ärztinnen und Ärzte in eigenen Ambulatorien in den Nachtstunden von 20.00 bis 06.00 Uhr und an den Wochenenden und Feiertagen auch tagsüber von 08.00 bis 20.00 Uhr für die Bürgerinnen und Bürger da (Bozen: Krankenhaus und Galileo-Galilei-Straße, Tel. 0471 908288).

App mySABES:

Wenn es doch in die Notaufnahme gehen muss, gibt die App mySABES Aufschluss über die Anzahl von Patienten und Patientinnen, die in den verschiedenen Notaufnahmen der Krankenhäuser des Südtiroler Sanitätsbetriebes gerade in Behandlung sind bzw. auf eine Behandlung warten – in Echtzeit. Die App zeigt an, wieviel Patientinnen und Patienten mit den jeweiligen Dringlichkeitskodizes warten (blau, grün, gelb, orange, rot). Dadurch haben Sie die Möglichkeit, die voraussichtliche Wartezeit abzuschätzen und unter Umständen auf ein anderes Krankenhaus auszuweichen.