Tattoos
Beim Tätowieren müssen strenge Hygienevorschriften eingehalten werden, denn bei unsachgemäßer Arbeit können auch HIV-, Hepatitis-, Tuberkulose und andere Krankheiten übertragen werden.
Hygiene
Vor der Anbringung des Tattoos muss überprüft werden, ob die Haut unversehrt ist. Tätowierungen dürfen auf keinen Fall auf Haut- und Schleimhautpartien angebracht werden, die Verletzungen, Hauterkrankungen oder Verbrennungen aufweisen. Es ist sehr wichtig, dass sauber und mit einer Schutzausrüstung gearbeitet wird. Wird unsauber gearbeitet, sind die Farben mit Keimen verunreinigt oder wird die Wunde nicht gut versorgt, kann es zu Infektionen kommen. Vor Beginn der Arbeit müssen die Hände gründlich mit Flüssigseife gewaschen und getrocknet werden. Anschließend müssen Sie mit einem Händedesinfektionsmittel desinfizieren. Beim Tätowieren müssen Einweghandschuhe, eine Schutzmaske und ein Einwegkittel getragen werden.
Alle Geräte, mit denen die Haut durchstochen wird, wie Tattoonadeln, müssen steril sein und sie dürfen nur einmal verwendet werden. Die steril eingepackten Gerätschaften sollen vor den Augen des Kunden geöffnet werden.
Die Haut muss an der zu tätowierenden Stelle sorgfältig enthaart, ggf. gereinigt und anschließend desinfiziert werden. Nach dem Tätowieren soll bevorzugt ein steriler Verband angelegt werden. Da es beim Tätowieren häufig üblich ist, das tätowierte Hautareal mit Wund- und Heilsalbe zu behandeln und mit Frischhaltefolie zu umwickeln, soll auf ein keimfreies Vorgehen geachtet werden (Einwegspatel). Die Tätowiermaschine wird über die Hände des Tätowierers mit Blut und Farben kontaminiert. Deshalb ist es wichtig, dass diese in Folie verpackt wird, die nach jedem Kunden gewechselt wird.
Altersgrenze
Laut Dekret des Landeshauptmanns vom 13. Juni 2007, Nr. 37, dürfen Tätowierungen nur an volljährigen Personen oder von den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten begleiteten Minderjährigen durchgeführt werden.
Allergien
Kontaktallergien auf Farbstoffe oder auf Verunreinigungen (wie Nickel) können auftreten. Diese sind selten, sie haben jedoch oft einen schweren Verlauf. Manchmal tritt die Allergie erst nach einer intensiven Sonnenbestrahlung auf.
Ratschläge
- Ein guter Tätowierer führt eine ausführliche Beratung durch, er klärt über mögliche Gesundheitsrisiken und auch Allergien auf. Er informiert sich auch über Erkrankungen und die Einnahme von Medikamenten und er wägt ab, ob diese nicht womöglich eine Kontraindikation für die Durchführung von Tätowierungen darstellen. Er erklärt den Ablauf einer Tätowierung und gibt Hinweise über eine angemessene Wundpflege.
- Permanent Make-up
Im Unterschied zu einer Tätowierung wird beim Permanent-Make-up die Nadel nur bis in die Oberhaut gestochen, weshalb eine fachgerechte Pigmentierung auch nicht bluten sollte.
Je nach Hauttyp hält es drei bis fünf Jahre, bevor dieses aufgefrischt werden muss. Das Permanent-Make-up verblasst nach einiger Zeit und verändert dabei auch seine ursprünglichen Farben. Wie bei einer Tätowierung kann es bei unsachgemäßer Arbeit und Nichteinhalten der Hygienevorschriften zu Entzündungen, Infektionen, bleibenden Narben und auch zu allergischen Hautreaktionen kommen. Bei Anbringung eines PMU an den Lippen kann auch Lippenherpes auftreten. - Henna-Tattoo
Im Gegensatz zu einer richtigen Tätowierung wird beim Henna-Tattoo nicht mit Nadeln gearbeitet. Es wird ein Farbstoff namens „Lawsone“ verwendet, welcher aus der Henna-Pflanze gewonnen wird. Die echte Henna-Farbe ist unbedenklich; die echte Henna-Malerei dauert Stunden, ihre Farben sind hellorange bis rot. Bei den schwarzen Henna-Tattoos wird ein mit meist künstlichen Farbstoff versetztes Präparat verwendet, welches das Einfärben der Haut beschleunigt und ein deutlich dunkleres „Tattoo“ ergibt. Insbesondere der zugesetzte schwarze Farbstoff Para-Phenylenediamin (PPD), welcher auch für das Färben von Haaren verwendet wird, kann schwere Kontaktekzeme auslösen. Häufig werden die Folgen erst bei der Rückkehr vom Urlaub bemerkt. Wer jedoch schon beim Auftragen der Henna-Farben ein Brennen spürt, der sollte die Behandlung sofort abbrechen. Rötungen und Schwellungen der Haut, Juckreiz, sowie Pusteln und Bläschen können auftreten. Um dies alles zu vermeiden, ist es besser, auf schwarze Henna-Tattoos zu verzichten. - Magnetresonanztomographie (MRT)
Bei MRT-Untersuchungen kann es bei Tattoos oder Permanent-Make-up vereinzelt zu Hautreizungen kommen. Sofern die Pigmentierfarbe Eisenoxid enthält, besteht das Risiko, dass sich Bereiche, in denen das Permanent-Make-up aufgetragen wurde bzw. dort, wo sich ein Tattoo befindet, unangenehm erhitzen und dort Rötungen, Schwellungen oder leichte Verbrennungen entstehen. Insbesondere ein am Auge angebrachtes Permanent-Make-up ist daher dem Radiologen zuvor mitzuteilen; unter Umständen muss dann eine MRT-Untersuchung abgebrochen werden. - Mitbringsel aus dem Urlaub
Vorsicht ist geboten, sich in sogenannten Entwicklungsländern ein Tattoo stechen zu lassen. Gründe sind die mangelnden Hygienebedingungen mit Gefahr einer möglichen Übertragung von Krankheiten wie Hepatitis B, Hepatitis C, HIV u. a. bzw. einer Wundinfektion. Weiters ist es möglich, dass gefälschte Farben benutzt werden, deren Zusammensetzung nicht den Vorschriften entspricht.