Ein Dienst des Südtiroler Sanitätsbetriebes

Psychologischer Dienst des Krankenhauses

Der Psychologische Dienst des Krankenhauses ist Teil des Psychologischen Dienstes des Gesundheitsbezirkes Brixen.

Wo finden Sie uns?

Standort:
Dantestraße 51
39042 Brixen (BZ)

Leitung

Geschäftsführender Primar
Dr. Luciano Dalfovo

Schwerpunkte

Im Sinne eines ganzheitlichen Betreuungsansatzes können in Zusammenarbeit mit ÄrztInnen, Pflegepersonal sowie PsychologInnen die Ressourcen der PatientInnen aktiviert werden. Und somit die Bewältigung der Erkrankung und der emotionalen Belastungen besser gewährleistet werden.

Menschen, bei denen eine schwere oder chronische Krankheit diagnostiziert wird, müssen sich plötzlich mit einer neuen Lebenssituation auseinandersetzen. Unsicherheiten, Ängste und depressive Verstimmungen können die Folge sein. Dies kann sich in den verschiedensten Formen zeigen, wie etwa durch Ängste und Zweifel bezüglich der Erkrankung, durch das ständige Gefühl des Angespannt seins, der Erschöpfung, der Isolierung oder durch Schwierigkeiten sich zu konzentrieren oder Entscheidungen zu treffen. Appetitmangel, Schlafprobleme oder sexuelle Probleme können auftreten. Manchmal verstärkt die Erkrankung aber auch schon bestehende soziale, familiäre und im Beruf angesiedelte Probleme. Oft kann eine Änderung der Lebensgewohnheiten hilfreich sein.

Auch die Angehörigen können sich bei der Pflege/Begleitung des erkrankten Familienmitgliedes belastet fühlen und benötigen vielfältige Entlastungsmöglichkeiten. Menschen, bei denen eine heilende Behandlung ihrer Erkrankung nicht mehr möglich ist, brauchen oftmals Unterstützung zur Bewältigung ihrer Ängste oder zur Erhaltung ihrer Lebensqualität.

Medizinisches Leistungsangebot

Die Angebote des Psychologischen Dienstes des Krankenhauses sind ambulant und während des stationären Aufenthaltes offen für:

  • Menschen mit Krebserkrankungen und deren Angehörige
  • Personen mit chronischen Schmerzen oder anderen chronischen Erkrankungen
  • Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen, z.B. Herzinfarkt
  • Psychologische Fragestellungen in Gynäkologie und Geburtshilfe
  • Menschen mit Diabetes
  • Personen, die an Harninkontinenz leiden
  • Einzelpersonen und Paare mit Sexualstörungen

Weitere Informationen

Dienste

Psychoonkologie und Palliative Care

An Krebs zu erkranken, stellt einen existentiell bedrohlichen Einschnitt im Leben eines Menschen dar.
Bereits die Diagnosemitteilung ist in der Regel mit einem schockähnlichen psychischen Zustand verbunden. Hier bieten wir Unterstützung im Sinne von psychologischer Krisenintervention an, sowie eine Begleitung bei den vielen Fragen der Lebensänderung, die sich jetzt stellen. Ängste und depressive Phasen sind zu bewältigen. Auch die Familie ist von der Erkrankung mitbetroffen. Die psychologische Beratung für die Angehörigen, auch für die Kinder, soll Ressourcen aktivieren, mit der Erkrankung des Familienmitgliedes besser umzugehen.
Die Zeit der Behandlung ist gekennzeichnet von Unsicherheiten, Ängsten und einem psychischem "Auf-und-Ab". Eine konstante psychologische Begleitung durch diese Zeit kann Unsicherheiten ausräumen, Lebenskräfte wecken und eine Orientierung auf die Zukunft herstellen.

Der Abschluss der medizinischen Behandlung stellt viele PatientInnen vor die Frage "Bin ich jetzt gesund? Droht ein Rückfall?" und erfordert eine Neuorientierung in der Ausrichtung des Lebens, der Arbeit, der Beziehungen. Psychologische Weiterbetreuung hilft, diese Neuorientierung positiv zu gestalten.
Wenn die Krankheit zurückkehrt und die Hoffnung auf Heilung schwindet - Aufgeben? Weiterkämpfen?
Wenn sich Monate oder Jahre nach einer Krebsdiagnose allmählich abzeichnet, dass eine Heilung nicht mehr möglich ist, beginnt ein Lebensabschnitt, auf den viele Menschen nicht oder ungenügend vorbereitet sind. Die oft gehörten Worte "Man kann nichts mehr machen" fassen Enttäuschung, Ohnmacht und Hilflosigkeit zusammen. Es mag sein, dass man die Krankheit nicht mehr heilen kann, aber gerade jetzt ist noch sehr viel für den kranken Menschen zu tun. Wir laden Betroffene und ihre Nächsten ein, diese letzte Lebensstrecke behutsam anzugehen.

"Palliative Care dient der Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung konfrontiert sind. Dies geschieht durch Vorbeugung und Linderung von Leiden mittels frühzeitiger Erkennung, hochqualifizierter Beurteilung und Behandlung von Schmerzen und anderen Problemen physischer, psychosozialer und spiritueller Natur" (WHO 2002).

Psychologische Schmerztherapie

Schmerzen sind eine allen Menschen vertraute Erfahrung. Der akute Schmerz erfüllt eine wichtige Aufgabe für unsere Gesundheit. Er warnt vor eintretenden Schäden und lässt uns Maßnahmen zum Schutz unserer Gesundheit ergreifen.

Chronischer Schmerz allerdings hat im Regelfall diese wichtige Funktion verloren. Er ist nicht so sehr Symptom für eine zugrunde liegende Krankheit, sondern vielmehr eine eigenständige Erkrankung, so dass auch von einer Schmerzkrankheit gesprochen wird. Diese Krankheit führt zu starken Beeinträchtigungen in vielen Bereichen: der Arbeit, der sozialen Kontakte, der Stimmung und des Denkens. Die durch Fehltage und medizinische Behandlung verursachten ökonomischen Folgekosten sind außerordentlich hoch.
Die Psychologische Forschung hat unser Wissen über die Chronifizierung des Schmerzes, adäquate Schmerzdiagnostik und wirksame Schmerztherapie erheblich erweitert. Der Psychologischen Schmerztherapie wird daher seit vielen Jahren eine wichtige Rolle in der interdisziplinären Therapie des chronischen Schmerzes zugeschrieben.

Diagnostik und Therapie chronischer Schmerzustände können nur interdisziplinär erfolgen. Aus diesem Grunde wird eine enge Kooperation zwischen den an der Schmerzbehandlung beteiligten Berufsgruppen angestrebt (Anästhesie, Psychologie, Psychiatrie und Rehabilitation).
Ziel der Psychologischen Schmerztherapie ist es, sowohl die Schmerzempfindung als auch die mit Schmerzen verbundenen Einschränkungen im Erleben und Verhalten zu verringern. Die Psychologische Schmerztherapie orientiert sich dabei an bewährten psychologischen Behandlungsprinzipien und an Erkenntnissen aus der aktuellen psychologischen und medizinischen Schmerzforschung.