Gebärmutterhalskrebs: Vorbeugen durch Information

17.11.2023, 08:56

Am heutigen Freitag, den 17. November, wird der Welttag zur Bekämpfung von Gebärmutterhalskrebs begangen, einer Krebsart, die eng mit der Verbreitung der Papilloma-Viren (HPV) zusammenhängt.

Welttag zur Bekämpfung von Gebärmutterhalskrebs
Welttag zur Bekämpfung von Gebärmutterhalskrebs

Zervix- oder Gebärmutterhalskrebs ist eine der am häufigsten vorkommenden Tumorarten bei Frauen. Fast alle bösartigen Krebserkrankungen (mehr als 99 Prozent) der Gebärmutter gehen dabei auf HPV-Viren zurück.

Papilloma-Viren können Frauen wie Männer infizieren und kommen sehr häufig in der Bevölkerung vor. Man schätzt, dass jeder Mensch mindestens einmal im Leben damit Bekanntschaft macht.

Auch wenn eine Infektion normalerweise ohne Komplikationen ausheilt, können HPV-Viren in Einzelfällen doch Zellveränderungen anstoßen, die im Laufe der Zeit zu Krebs am Gebärmutterhals, aber auch in der Scheide, im Rachenbereich, am Anus oder am Penis führen können.

Die wirksamsten Vorbeugungsmaßnahmen bleiben deshalb die kostenlose Impfung gegen HPV und regelmäßige fachärztliche Untersuchungen, erklärt Maria Grazia Zuccaro, Direktorin des Dienstes für Hygiene und öffentliche Gesundheit (SISP) des Südtiroler Sanitätsbetriebes: „Der Welttag zur Bekämpfung von Gebärmutterhalskrebs ist ein guter Anlass, um auf dieses Frauenthema aufmerksam zu machen. Immerhin ist Gebärmutterhalskrebs die vierthäufigste Tumorerkrankung bei Frauen. Damit diese Statistik sich verbessert, sind eine lückenlose Information und gezielte Vorbeugung wichtig. Besonders erwähnenswert sind dabei der Pap-Test, der DNA-Test der Papilloma-Viren und, nicht zuletzt, die Impfung. Diese wird vor Beginn der sexuellen Aktivität empfohlen.“

Aber auch die männliche Bevölkerung sollte in die Informations- und Sensibilisierungsarbeit mit einbezogen werden, so Zuccaro: „Eine HPV-Infektion kann Männer wie Frauen befallen. Da die am häufigsten verbreitete Infektionsquelle jene der sexuellen Aktivität ist, sollten auch Männer ihren Teil dazu beitragen, um die Verbreitung der Viren auf ihre Sexualpartnerinnen und -partner zu verhindern. Dies kann durch Kondome erfolgen, die das Risiko zwar vermindern, aber nicht komplett eliminieren, aber auch die Impfung stellt eine Immunisierung dar. Gebärmutterhalskrebs ist nicht nur auf Frauen beschränkt, sondern es handelt sich um ein Gesundheitsthema, das umfassender gesehen werden muss. Dafür müssen auch die Männer miteinbezogen werden.“

Wer mit HPV infiziert ist, egal, ob Mann oder Frau, merkt dies oft für sehr lange Zeit nicht.
Der Häufigkeitsgipfel an Infektionen liegt bei Frauen bei rund 25 Jahren, während er bei Männern auch im fortgeschritteneren Alter noch hoch ist.

Weitere Risikofaktoren, Gebärmutterhalskrebs zu entwickeln, sind das Rauchen, schwere Immunschwächen, eine hohe Anzahl von Sexualpartnern und Übergewicht.

RL/CD/SF

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