Gemeinschaftshaus "Loew Cadonna" in Bozen eröffnet
Verbesserte Gesundheits- und Sozialdienste gebündelt – Neue Angebote wie das Ambulatorium für kleine Dringlichkeiten sorgen für kurze Wege, schnelle Hilfe und eine vernetzte wohnortnahe Versorgung.
Mit der offiziellen Eröffnung des Gemeinschaftshauses Bozen Loew Cadonna am 27. Mai entwickelt Südtirol das bestehende Modell der Gesundheits- und Sozialsprengel konsequent weiter: Dienste werden enger vernetzt, Angebote an einem Ort gebündelt und die wohnortnahe Versorgung für Bürgerinnen und Bürger weiter ausgebaut.
Eröffnet wurde das Gemeinschaftshaus von Gesundheitslandesrat Hubert Messner, Stadtrat Claudio Dalla Ratta in Vertretung der Stadtgemeinde Bozen, dem Bozner Bezirksdirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebs Umberto Tait, der geschäftsführenden Direktorin des Dienstes für Basismedizin Bozen Alessandra Capici sowie Pflegekoordinatorin Loredana Rodighiero.
"Wir eröffnen nicht einfach ein neues Gebäude, sondern entwickeln ein bewährtes Modell weiter", betonte Landesrat Messner. "Die Gesundheits- und Sozialsprengel leisten seit vielen Jahren wichtige Arbeit nahe an den Menschen. Mit den Gemeinschaftshäusern gehen wir nun den nächsten Schritt: Dienste arbeiten noch enger zusammen, Patientinnen und Patienten erhalten medizinische, pflegerische und soziale Unterstützung an einem Ort und Wege werden einfacher und kürzer. Entscheidend ist dabei nicht nur die Struktur, sondern vor allem eine neue Art der Zusammenarbeit – vernetzter, koordinierter und stärker an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger orientiert."
Schnelle Hilfe bei kleineren dringenden Beschwerden
Ein zentrales neues Angebot im Gemeinschaftshaus ist das seit Mitte Mai geöffnete Ambulatorium für kleine Dringlichkeiten (AKD). Dort werden gesundheitliche Probleme behandelt, die zwar dringend abgeklärt werden müssen, jedoch keine Behandlung in der Notaufnahme erfordern.
Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet das konkrete Vorteile: Wer etwa mit Fieber, Rückenschmerzen, kleineren Verletzungen, Bauch- oder Kopfschmerzen, Insektenstichen oder leichten Verbrennungen rasch medizinische Hilfe benötigt, kann sich direkt an das AKD wenden.
"Mit dem AKD schaffen wir ein zusätzliches wohnortnahes Angebot für kurzfristige medizinische Anliegen", erklärte Direktorin Capici. "Patientinnen und Patienten erhalten schnell die passende Versorgung, gleichzeitig werden die Notaufnahmen gezielt von weniger schweren Fällen entlastet." Erste Anlaufstelle bleibt weiterhin die Hausärztin beziehungsweise der Hausarzt.
Das AKD befindet sich im Erdgeschoss des Gemeinschaftshauses am W.-A.-Loew-Cadonna-Platz 12. Vor Aufsuchen ist eine telefonische Kontaktaufnahme ratsam.
Gesundheits- und Sozialdienste unter einem Dach
Im Gemeinschaftshaus Bozen Loew Cadonna sind Ärztinnen und Ärzte, Pflege- und Betreuungspersonal sowie soziale Beratungsdienste tätig. Angeboten werden unter anderem Kranken- und Hauskrankenpflege, Kinderkrankenpflege, fachärztliche Ambulatorien, Mütter- und Familienberatung, Hebammenberatung, Geburtsvorbereitung, Pap-Test, Verwaltungsdienste, Blutabnahmen – auch zu Hause –, Diätdienstinformationen, Orthoptik, Pneumologie, Radiologie sowie Seh-, Hör- und Sprachtests auf Einladung.
Auch die Pflege spielt im neuen Konzept eine zentrale Rolle. "Mit Angeboten wie der neuen Blutabnahmestelle reagieren wir gezielt auf Bedürfnisse vor Ort und erleichtern vielen Menschen den Zugang zu Gesundheitsleistungen im eigenen Wohnumfeld", sagte Pflegekoordinatorin Rodighiero.
Das neun Stockwerke umfassende Gebäude wurde in den vergangenen Monaten mit Mitteln des staatlichen Wiederaufbauplans PNRR in Höhe von 1,7 Millionen Euro sowie Investitionen des Landes renoviert, baulich angepasst und zum Gemeinschaftshaus weiterentwickelt.
Teil eines landesweiten Versorgungskonzepts
Das Gemeinschaftshaus Bozen Loew Cadonna ist Teil eines landesweiten Versorgungskonzepts. Bis 2028 sollen in Südtirol insgesamt zwölf Gemeinschaftshäuser schrittweise in Betrieb gehen. Sie werden mit bestehenden Gesundheitsdiensten, drei Gemeinschaftskrankenhäusern für die Intermediärversorgung sowie der einheitlichen Gesundheitsrufnummer 116117 vernetzt.
Bereits geöffnet haben seit Mai 2026 die Gemeinschaftshäuser in Brixen und Klausen. Im Juni folgen die Häuser in Leifers, Naturns, Mals und Innichen. Weitere Gemeinschaftshäuser in Bruneck, Sterzing, Meran, Bozen (Neubau) und Neumarkt sollen bis 2028 folgen.
LPA/san