Das Teddybärkrankenhaus
Tausende von „erkrankten“ Kuscheltieren wurden Ende März im Landeskrankenhaus Bozen behandelt. Eine regelrechte Invasion von Plüschtieren und kleinen Teddy-Eltern suchte das Teddybärkrankenhaus auf.
Jeder hat mal einen Husten oder Schnupfen, fühlt sich nicht wohl und ist krank. Das gilt natürlich auch für die Kuscheltiere unserer Kinder – auch sie können einmal krank werden. Und wer kümmert sich dann um sie, wenn die Teddy-Eltern nicht mehr weiterwissen?
Natürlich die TeddyDocs! Diese waren vom 25. bis 27. März 2024 im Landeskrankenhaus Bozen zu Besuch und behandelten die „erkrankten“ Plüschtiere. Die Kinder konnten im Rahmen ihres Besuches eine Krankenhaussituation erleben, ohne selbst als Patient betroffen zu sein. Kuschelige Notfälle aller Art wurden von den TeddyDocs, Studenten der „Claudiana“ in Bozen sowie der medizinischen Universität Innsbruck, freiwillig betreut.
Die Kinder absolvierten zur Behandlung ihres Kuscheltieres – zusammen mit den TeddyDocs – einen kindgerechten Krankenhausbesuch mit verschiedenen Stationen. Samt Anamnese und unter Einbeziehung des Labors für die Blutentnahme oder des Operationssaals – alles gut sichtbar an einem Teddy mit StoffOrganen. Dazu kam die Radiologie mit Röntgengerät, Echographie und Magnetresonanztomographie (MRT), die Apotheke mit frischem Obst und gesunden Säften. In Zusammenarbeit mit der Vereinigung der freiwilligen Blutspender AVIS und dem Verein Comedicus blieb der Aufenthalt unterhaltsam und zugleich informativ. Außerdem waren ein Krankenwagen mit freiwilligen Sanitätern des Weißen Kreuzes und die Hundestaffel vor Ort.
Bereits 2018 wurde das Projekt in Brixen und 2019 in Bozen veranstaltet. Dann gab es pandemiebedingt eine Pause und 2023 konnte mit dem Mini-Teddybärkrankenhaus in Gais wieder Mut gefasst werden. Aber wer steht hinter diesem Projekt? Wer sind die Drahtzieher, Organisatoren, die diese wunderbare Aktion gemeinsam mit unzähligen freiwilligen Helfern am Leben erhalten?
„Ich war in meiner Studienzeit an der Claudiana selbst als TeddyDoc tätig und am Ende des Tages habe ich bei den Kindern so viel Lächeln, Freude und Unbefangenheit gesehen, dass ich Matteo Barricelli angesprochen habe, ob sie denn Hilfe bei der Organisation bräuchten. Damals war das Ganze noch von AMSA organisiert und die Team-Mitglieder waren hauptsächlich Studenten der medizinischen Universität Innsbruck, die genau 2020 ihr Studium abschlossen und damit das Projekt ‚beenden‘ sollten. Nun fehlten Kräfte und Leute, um das Projekt weiterzuführen“, so Claudia Tschöll, Krankenpflegerin im Landeskrankenhaus Bozen, Jahrgang 1999.
Lächelnd fährt sie fort: „Durch haufenweise Zufälle marschierte ich dann als Präsidentin im Januar 2020 in die Agentur der Einnahmen, um die Ehrenamtliche Organisation namens "Teddybärkrankenhaus – Südtirol EO | Ospedale dei Pupazzi – Alto Adige ODV" anzumelden.“
Die Präsidentin ist jedoch nicht allein, hinter dem ehrenamtlichen Projekt steht ein ganzes Team. Zum Teddybärkrankenhaus zählen auch Matteo Barricelli, Vize-Präsident, Jahrgang 1987, Grundschullehrer mit Montessori-Ausbildung, der neben seiner Arbeit und den TeddyDocs auch noch Gründer einiger freiwilligen Vereinigungen ist.
„Ich arbeite sehr gerne mit Kindern und ich finde die Idee des Projektes einfach sehr spannend und auch sinnvoll für die Kinder, um sie mit dem Krankenhaus und medizinischen Untersuchungen besser vertraut zu machen, damit sie später weniger Angst davor haben“, so Miriam Malojer, Medizinstudentin im fünften Jahr.
Simon Daziale, auch Medizinstudent im fünften Jahr: „Dieses Projekt liegt mir sehr am Herzen, da ich mit eigenen Augen gesehen habe, was eine Visite oder ein Aufenthalt im Krankenhaus für viele Kinder bedeutet und welcher Stress dadurch sowohl für Kinder als auch für die Eltern entstehen kann. Außerdem ist es eine gute Gelegenheit für Studierende zu lernen, wie man im Krankenhaussetting am besten mit pädiatrischen Patienten umgeht.”
Giulia Mattiazzo und Maddalena Tavella sind beide Krankenpflegerinnen im Landeskrankenhaus und gehören auch zum Teddybärkrankenhaus-Team. Beide verbindet die Freude an der Arbeit mit Kindern. „Ich war als Kind oft krank und im Krankenhaus, hätte es schon früher, in meiner Kindheit, so ein Projekt gegeben, dann hätte es mir sicher sehr geholfen“, erklärt Tavella.
Michaela Bergner