Führen will gelernt sein

09.06.2023, 08:00

Der von der Pflegedirektion ins Leben gerufene „Talente-Pool“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Nachwuchsführungskräfte im Pflege-, Präventions-, sanitätstechnischen und Reha-Bereich auszumachen und zu fördern. Die zweijährige Ausbildung für zukünftige Koordinatorinnen und Koordinatoren verlangt den Teilnehmenden einiges ab, wird aber als sehr wertvoll empfunden – wir haben mit einer Teilnehmerin gesprochen.

Gruppenfoto (Foto: Sabes)
Gruppenfoto (Foto: Sabes)

Petra Luggin arbeitet bereits seit 1997 als Pflegerin auf der Abteilung Geriatrie am Krankenhaus Bozen, davon seit einigen Jahren als Vize-Koordinatorin. „Die Ausschreibung zur Ausbildung kam für mich gerade zum richtigen Zeitpunkt – ich hatte gerade den Online-Master für Koordinierung begonnen und war überrascht, dass es nun zusätzlich auch eine betriebsinterne Möglichkeit gab, sich für eine Führungsaufgabe zu qualifizieren“, so Luggin. Sie bewarb sich mit einem Motivationsschreiben und freute sich sehr darüber, dass sie mit 24 anderen aus allen Landesteilen ausgewählt wurde.

„Die zweijährige Ausbildung, die noch bis Dezember dauert, ist nicht einfach und verlangt sehr viel Disziplin, immerhin gilt es, verschiedene Workshops zu besuchen und auch mehrere Einzelkurse. Ich habe jedoch das Glück, verständnisvolle Vorgesetzte zu haben – und die Mühen nehme ich gerne auf mich, denn die Ausbildung ist wirklich eine großartige Sache“, so die Boznerin. Ganz besonders schätzt Luggin, dass alle Module auf die Bedürfnisse des Sanitätsbetriebes zugeschnitten sind – so wurde etwa die Turnusgestaltung im Lehrplan gleich anhand des betriebseigenen IT-Programms erklärt. „Das ist ein Vorteil, den man bei anderen Ausbildungen nicht hat“, unterstreicht Luggin. Auch die Tatsache, dass sich ein persönlicher Mentor (Koordinator eines anderen Fachbereiches) um einen kümmert, kommt gut an: „In meinem Fall konnte ich bei meinem Mentor, dem Koordinator der Urologie, ein Praktikum machen – welches mir wiederum Einblick in eine andere Situation ermöglicht hat, ich habe Gemeinsames, aber auch viel Neues gesehen und lernen dürfen. Für mich sind diese Aufenthalte in anderen Bereichen – es steht noch ein Praktikum auf dem ‚Territorium’ für mich an – sehr wertvoll.“

Ebenso schätzt Luggin, dass man Personen kennenlernt, die sich in derselben Situation befinden und dass damit ein Netzwerk geschaffen werden kann. Die Ausbildung kann sie nur empfehlen, denn für den Betrieb sowie für die zukünftige Führungskraft ist es nur von Vorteil, wenn profunde Kenntnisse und ein breites Training es ermöglichen, flexibel in allen Bereichen einsetzbar zu sein: „Ich würde es jederzeit wieder machen“, bekräftigt Luggin abschließend.

Sabine Flarer