KI wird die Verwaltung grundlegend verändern
Digitalisierung: Der Südtiroler Sanitätsbetrieb wird künstliche Intelligenz in der Verwaltung einsetzen.
Künstliche Intelligenz (KI) kommt nicht nur in Science-Fiction-Filmen vor, sondern ist vielerorts bereits im Einsatz, ohne dass es dem Großteil der Menschen bewusst ist. Wenn Fitness-Tracker Daten zur körperlichen Aktivität, zum Schlafund Herzrhythmus sowie zum Stress sammeln und Tipps für einen gesünderen Lebensstil geben, dann analysiert KI die Daten.
E-Mails werden gefiltert und als Spam klassifiziert, bei der Arbeit und auf Reisen im Ausland hilft KI bei Übersetzungen, bei Anfragen an Firmen antworten Chatbots automatisch. Die Liste von bekannten und weniger bekannten KI-Anwendungen ließe sich lange fortsetzen.
Tatsache ist, dass durch künstliche Intelligenz Verwaltungsabläufe effizienter gestaltet werden können und dadurch die Mitarbeitenden entlastet werden. Deshalb wird auch der Südtiroler Sanitätsbetrieb die künstliche Intelligenz in der Verwaltung einführen. Wie Verwaltungsdirektor Luca Armanaschi erklärt, ist der Prozess beim Treffen der Führungskräfte in Bruneck gestartet. „Die Treffen für die 80 Führungskräfte in der Verwaltung des Sanitätsbetriebes finden dreimal jährlich statt, das erste Treffen im Jahr 2025 stand ganz im Zeichen der KI“. Mit dabei waren von der Südtiroler Informatik AG (SIAG) Generaldirektor Stefan Gasslitter und Alessio Trazzi. Das Projekt zur Einführung der KI beim Land Südtirol und im Sanitätsbetrieb wird von der SIAG umgesetzt.
Die Erwartungen von Verwaltungsdirektor Luca Armanaschi gehen klar in Richtung Verbesserung der Dienste für die Bürgerinnen und Bürger, Steigerung der Produktivität, Automatisierung von sich wiederholenden Tätigkeiten sowie Verringerung von Fehlern. „Unsere ‚Kundinnen‘ und ‚Kunden‘ sind die Ärzte, die Pflegekräfte und die gesamte Bevölkerung“, erklärt Armanaschi. „Durch Automatisierungen und eine intelligente Datenanalyse lassen sich Prozesse optimieren, dies erwarte ich mir im Personalbereich, bei den Einkäufen und in der Weiterbildung.“ Der Verwaltungsdirektor sieht großes Potenzial darin, künstliche Intelligenz bei der Vormerkung von Leistungen einzusetzen. „Ich bin überzeugt, dass KI den Dienst noch verbessern kann und dass der Zugang zu Informationen erleichtert wird. Dies führt zu einer höheren Zufriedenheit bei den Bürgerinnen und Bürgern und zu einer spürbaren Entlastung der Verwaltungsmitarbeitenden, wodurch wertvolle Ressourcen für Tätigkeiten mit höherem Mehrwert freigesetzt werden.“
In der Verwaltung des Sanitätsbetriebes ist der Einsatz von Microsoft Copilot geplant. Dies ist eine Art persönlicher Assistent, der die Nutzung von Microsoft 365-Anwendungen vereinfacht. Durch intelligente Vorschläge und Automatisierung von Aktivitäten erleichtert Copilot die Arbeit.
Im Laufe des Sommers werden im Rahmen des gemeinsamen Projekts mit Land Südtirol und SIAG 2.500 Lizenzen an den Sanitätsbetrieb vergeben. „Diese werden landesweit innerhalb des Sanitätsbetriebes in allen Bereichen der Verwaltung verteilt“, erklärt Luca Armanaschi. Für Arbeiten mit vielen Wiederholungen werden zusammen mit der SIAG angepasste, spezielle Lösungen entwickelt.
Verwaltungsdirektor Armanaschi erwartet sich konkrete Ergebnisse bereits heuer, so eine Steigerung der Produktivität und verbesserte Kommunikationsflüsse, aber auch eine Entlastung für die Mitarbeitenden und dadurch mehr Freude und Motivation für die Arbeit. „KI ist etwas Gutes“, so Armanaschi, „aber sie muss auch geführt werden, es braucht den Mensch dazu.“
Ingeburg Gurndin