Künstliche Intelligenz gegen menschliche Intelligenz

14.03.2025, 10:00

Vom 16. bis 18. Januar 2025 fand in Innichen die zweite Ausgabe der wissenschaftlichen Tagung „Wissenschaft an der Grenze“ („Scienza in Frontiera“) statt. Unter dem Titel „Künstliche Intelligenz (KI) vs. Menschliche Intelligenz (MI): Vergleich zweier Mythen“ („Intelligenza artificiale (AI) vs. Intelligenza umana (HI): due miti a confronto“) widmeten sich renommierte Wissenschaftler und Experten der vielschichtigen Auseinandersetzung zwischen künstlicher und menschlicher Intelligenz.

Foto: Paolo Massoli, Libera Università di Alcatraz
Foto: Paolo Massoli, Libera Università di Alcatraz

Der Kongress wurde am Donnerstagmorgen von Francesco Coscia, Professor an der Universität Perugia und Arzt an der Abteilung Innere Medizin des Krankenhauses Innichen, offiziell eröffnet. In Grußworten betonten Vertreter der Italienische Gesellschaft für Physiologie, des Tourismusvereins Innichen sowie der Freien Universität Alcatraz die Bedeutung der Thematik. Begrüßt wurden die Anwesenden auch von der Verwaltungskoordinatorin des Gesundheitsbezirkes Bruneck, Sophie Biamino, sowie dem stellvertretenden Primar der Abteilung Innere Medizin am Krankenhaus Innichen, Roberto Monti.
Der erste Teil der Tagung befasste sich mit den Grundlagen der menschlichen Intelligenz. Giorgio Fanò Illic, Präsident des wissenschaftlichen Komitees der Veranstaltung, eröffnete die Diskussion mit einem einleitenden Vortrag, bevor Fiorenzo Conti und Fabio Benfenati tiefere Einblicke in die neurobiologischen Aspekte gaben. Der Nachmittag des ersten Tages stand ganz im Zeichen der künstlichen Intelligenz. In Beiträgen von Tiziana Catarci, Vittorio Murino und Carlo Reggiani wurden nicht nur die Entwicklung von KI von ihren Anfängen bis heute beleuchtet, sondern auch potenzielle Auswirkungen auf den menschlichen Körper und die Wissenschaft diskutiert. Ein besonderes Highlight war der Vortrag zur Frage, ob KI zukünftig die menschliche Anatomie und Physiologie beeinflussen könnte. Der erste Tag klang mit einem gemeinsamen Abendessen und einer Filmvorführung aus.

Ethik, Sport und Medizin im Kontext von KI
Der zweite Tag begann mit Vorträgen zu den Interaktionen zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz. Antonio Musarò thematisierte die verschiedenen Geschwindigkeiten, mit denen beide Systeme Informationen verarbeiten, während Giulio Sandini das Zusammenspiel zwischen Mensch und Roboter untersuchte. Fabio Fossa widmete sich der ethischen Frage, ob KI den Menschen ersetzen oder lediglich unterstützen sollte.
Am Nachmittag lag dann der Fokus auf praktischen Anwendungsbereichen. Fabio Esposito sprach über den Einfluss von KI im Sport, während Giacomo Strapazzon (Eurac) ihre Rolle in der medizinischen Versorgung unter außergewöhnlichen Bedingungen beleuchtete. Ugo Carraro stellte abschließend die Auswirkungen von KI auf wissenschaftliche Publikationen dar. Der Tag wurde mit einer traditionellen Tiroler Abendveranstaltung und einem Jazzkonzert abgerundet.

Abschlussdiskussion und Ausblick
Der letzte Tag begann mit einer Analyse der Rolle von KI in der modernen Medizin durch Carlo Tacchetti. Anschließend gab Vittorio Loreto einen historischen Überblick über Innovationen von Laplace bis hin zur KI. Ein besonderes Highlight bildete die abschließende Podiumsdiskussion, in der alle Referierenden die Hauptaspekte der Tagung reflektierten und offene Fragen für künftige Forschungen aufzeigten. Die Veranstaltung endete mit Grußworten von Klaus Rainer, Bürgermeister von Innichen, sowie dem Mitglied des wissenschaftlichen Komitees der Veranstaltung, Francesco Coscia.

Fazit
Die Tagung ermöglichte einen tiefgehenden interdisziplinären Austausch zwischen Expertinnen und Experten aus den Bereichen Neurowissenschaften, Informatik, Philosophie, Sport und Medizin. Die Debatten verdeutlichten sowohl das immense Potenzial als auch die ethischen und praktischen Herausforderungen der künstlichen Intelligenz.

Peter A. Seebacher