Spezialsprechstunden

Neben den gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen mit Pap-Test-Abnahme und Brustuntersuchung sowie gynäkologische Sonographie und Brustsonographie und den Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft bietet die Gynäkologie Bruneck verschiedene Spezialsprechstunden.

Vereinbaren Sie einfach einen Termin mit uns: Tel: +39 0474 581 333, werktags von 9:00 – 12:00.

Reproduktionsmedizin:
Siehe Sterilitätszentrum

Brust:
Für die Früherkennung der Brusterkrankungen ist die fachärztliche Vorsorgeuntersuchung der erste wichtige Schritt. Die Brustvisite wird von einem kompetenten Ärzteteam (bestehend aus sanitären Leitern/innen in Facharztausbildung und zwei Ärzten mit abgeschlossener universitärer Masterausbildung in Senologie d.h. Erkrankungen der Brust) durchgeführt. Die Diagnose-, Betreuungs- und Therapiemöglichkeiten werden durch die umfassende interdisziplinäre Betreuung deutlich verbessert. Sämtliche betreuende Ärzte/Ärztinnen aus allen Fachrichtungen sind vom Zeitpunkt der Diagnosestellung bis zum Abschluss der Rehabilitation auf dem neuesten Wissensstand.

Mit Beschluss der Landesregierung wurde in der Provinz Bozen ein ticketfreies, so genanntes Mammographiescreeningprogramm, d.h. ein Brustkrebsfrüherkennungsprogramm, eingeführt. Dieses Screeningprogramm wird bei allen provinzansässigen Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren angewendet, deren letzte Mammografie älter als 18 Monate ist.

Bei manchen Frauen ist neben der Mammographie, dem Ultraschall und in speziellen Fällen einer Magnetresonanzuntersuchung, zur weiteren Abklärung eine Entnahme einer Gewebeprobe aus der Brust erforderlich. Diese sogenannte minimal invasive Diagnostik (Stanzbiopsie, Aspirationsbiopsie, Vakuumbiopsie oder offene Biopsie) erfolgt in örtlicher Betäubung.

In der Senologie arbeitet ein weites Spektrum an Fachdisziplinen (Gynäkologen, Onkologen, Pathologen, Radiologen, Radiotherapeuten, Nuklearmediziner und Physiotherapeuten) zusammen und befasst sich mit den verschiedenen Aspekten der Diagnostik und Therapie von Brustdrüsenerkrankungen. Für jede Patientin wird ein individueller Therapieplan erstellt, wobei das Hauptaugenwerk auf überwiegend brusterhaltende Therapiemöglichkeiten gelegt wird.

Dysplasie:
Fachsprechstunde bei auffälligem Pap-Test („Krebstest“): Unter dem Begriff Dysplasie versteht man Zellveränderungen, die sich von normalen Zellen in der Kernform, Kern-Plasmarelation und Chromatinanfärnung unterscheiden. Bei der Vorsorgeuntersuchung, bei der unter anderem ein Zellabstrich von der Portiooberfläche entnommen wird, können die Vorstufen von Erkrankungen wie z.B. des Gebärmutterhalskrebses (Zervixkarzinom) rechtzeitig erkannt werden und sie einer Behandlung zugängig machen.

Die Dysplasiesprechstunde beinhaltet eine Besprechung des Pap-Tests, gynäkologische Untersuchung, eine lupenoptisch vergrößerte Darstellung der Portiooberfläche nach Applikation von Essig- bzw. Jodlösung zur Feststellung von Gewebeveränderungen, ggf. eine Probeentnahme vom Muttermund und eine feingewebliche Untersuchung derselben. Besprechung der dabei erhaltenen Befunde und Entscheidung, ob weitere Eingriffe zur Diagnostik und/oder Therapie nötig sind (LEEP, Konisation).

Endometriose:
Wir bieten in unserer Endometriose-Spezialambulanz eine akkurate interdisziplinäre Abklärung, sowie eine operative, medikamentöse und interdisziplinäre Behandlung der Erkrankung nach den Richtlinien der nationalen und internationalen Fachgesellschaften.

Endometriose ist eine meist schmerzhafte, gutartige Wucherung der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter, von der viele Frauen betroffen sind. Es wird geschätzt, dass etwa 10% der Frauen im gebärfähigen Alter unter einer Endometriose leiden. Endometrioseherde können prinzipiell überall am Körper auftreten, am häufigsten befinden sie sich jedoch am Bauchfell und im kleinen Becken, auf den Haltebändern der Gebärmutter, auf den Eierstöcken, im Douglasraum (Vertiefung hinter der Gebärmutter). Endometriose verursacht je nach Lage der Herde und Ausprägungsgrad starke Schmerzen und / oder Unfruchtbarkeit. Endometriose ist eine proliferative Erkrankung, d.h. wenn man nichts dagegen unternimmt, breitet sie sich immer weiter aus. Die Endometrioseherde reagieren fast genauso auf die zyklischen hormonellen Veränderungen im Körper einer Frau wie in der Gebärmutter: sie werden auf- und abgebaut und bluten zyklisch.

In Europa sind zirka 14 Millionen Frauen an Endometriose erkrankt und leiden an deren Folgeerscheinungen. In Italien rechnet man mit drei Millionen erkrankten Frauen, laut Schätzungen wird weltweit mit 150 Millionen betroffenen Frauen gerechnet. Damit stellt diese Pathologie die zweithäufigste Erkrankung der Frau dar. Bis zur definitiven Diagnosestellung leiden die Patientinnen über Jahre unter den verschiedensten akuten und chronischen Schmerzzuständen dieser Erkrankung und an unerfülltem Kinderwunsch. In der Tat dauert es im Durchschnitt 4,7 Jahre bis sich die Frau an den Arzt wendet und weitere ca. 4,6 Jahre vergehen bis zur richtigen Diagnosestellung. Man schätzt den reinen wirtschaftlichen Schaden, welcher durch die entsprechenden Arbeitsausfälle in Europa jährlich anfällt. auf ca. 30 Milliarden Euro. Bei den Betroffenen handelt es sich meist um junge Frauen im reproduktionsfähigen Alter. Durch den chronischen Verlauf dieser Erkrankung kommt es häufig zu mehrfachen Operationen und praktisch in allen Fällen zu Schmerzen, welche wiederum anhaltende Arbeitsausfälle und Krankschreibungen nach sich ziehen. Weitere Folgen können Kinderlosigkeit, Partnerverlust, Einschränkung sozialer Kontakte und Missbrauch von Medikamenten sein. Von der Endometriose sind somit letztlich nicht nur die Erkrankten selbst, sondern durch deren Auswirkungen häufig auch ihr Umfeld betroffen. Gerade deshalb ist es wichtig, alles zu unternehmen, um eine frühzeitige Diagnostik herbeizuführen.

Gynäkologische Endokrinologie:
Fachsprechstunde zur Diagnostik und Therapie von hormonellen Störungen:

  • Zyklusunregelmäßigkeiten
  • Ausbleiben der Regelblutung
  • PCO
  • Prämenstruelles Syndrom
  • Familienplanung
  • Fehlgeburtsneigung
  • Wechseljahrsbeschwerden

Onkologische Gynäkologie:
Die Fachsprechstunde umfasst Vorsorge, Diagnostik, operative und medikamentöse Therapie sowie die Nachsorge bösartiger gynäkologischer Tumoren einschließlich des Mammakarzinoms.

Kinder- und Jugendgynäkologie:
Die Aufgabe der Ambulanz für Kindergynäkologie ist die Diagnose und Therapie von gynäkologischen Erkrankungen / Veränderungen im Kindesalter in Zusammenarbeit mit dem zuweisenden Kinderarzt. Dies betrifft vor allem krankhaften Ausfluss, Entzündungen, Juckreiz und Blutungen im Säuglings- und Kindesalter, unklare Unterbauchschmerzen, Erkennen und Korrektur von Fehlbildungen, Nachweis und Therapie von Entwicklungsstörungen.

In unserer Teenagersprechstunde gehen wir auf die besonderen Bedürfnisse und vielleicht vorhandenen Ängste vor einem Besuch beim Frauenarzt ein. Die Sprechstunde verstehen wir in erster Linie als Gesprächs- und Beratungstermin, eine gynäkologische Visite ist nicht zwingend nötig. Wir besprechen Themen wie Regelblutung, Zyklusstörungen, Genitalhygiene, Fruchtbarkeit, Verhütung, Infektionen; wir sprechen über Jugendsexualität und allgemeine Gesundheitserziehung.

Pränataldiagnostik:
Im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge wird in jedem Schwangerschaftsdrittel eine Ultraschalluntersuchung angeboten und empfohlen. Wir orientieren uns nach den Richtlinien der SIEOG (società italiana di ecografia ostetrica-ginecologica) und der DEGUM (Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin)

Risikobestimmung für kindliche chromosomale Störungen:

  • Combined Test = Nackenfaltenmessung und BI-Test
    Gilt derzeit als modernste und sicherste, nicht invasive Methode zur Risikobestimmung für fetale Chromosomenstörungen, die Entdeckungsrate beträgt über 90% bereits in der Frühschwangerschaft. Der Combined-Test ermöglicht das Erkennen eines erhöhten Risikos für das Down-Syndrom auch bei jüngeren Schwangeren, andererseits kann man bei Patientinnen, die älter als 35 Jahre sind, unnötige invasive Eingriffe (Amniozentese, Chorionzottenbiopsie) vermeiden. Der Test selbst ist keine Diagnose, er ist lediglich eine Risikoberechnung. Je höher das Risiko für eine Chromosomenstörung ist, umso eher wird der Patientin eine Chorionzottenbiopsie oder Amniozentese empfohlen. Die Risikoberechnung und deren Qualitätssicherung erfolgt nach den Vorgaben der FMF (the fetal medicine foundation London).
  • Amniozentese
    Die Fruchtwasserpunktion wird vor allem dann empfohlen, wenn es beim Ersttrimesterscreening (zwischen der 11. und 13. Schwangerschaftswoche) zu Auffälligkeiten kam (auffälliger Combined Test) oder wenn die Schwangere bereits ein Kind mit einer Chromosomenabweichung geboren hat. Eine Fruchtwasseruntersuchung kann auch zur Diagnostik anderer Erkrankungen (Infektionen, vererbbare Stoffwechselstörungen, in der Familie bekannte Erbkrankheiten, Blutgruppenunverträglichkeit) erforderlich sein. Die Amniozentese wird in der Regel ab der 16. Schwangerschaftswoche durchgeführt.

Urogynäkologie:
Fachsprechstunde zur Abklärung von unwillkürlichem Harnabgang und Entleerungsstörungen der Harnblase: Die Untersuchung beinhaltet eine gynäkologische Visite und eine Harnuntersuchung. Nach Ausfüllen eines Inkontinenzfragebogens durchführen einer urodynamischen Untersuchung (Spezialuntersuchung der Blasenfunktion) und in ausgewählten Fällen einer Blasenspiegelung und je nach Ergebnis der Untersuchungen Entscheidung über medikamentöse, konservative oder operative Behandlung der Blasenschwäche.

Letzte Aktualisierung: 02/12/2025