Glücksspiel: Prävention früher ansetzen

16.09.2026, 07:00

Neue ASTAT-Daten zeigen mehr problematisches Spielverhalten und steigende Risiken im digitalen Bereich – Landesrat. Hubert Messner betont die Bedeutung von Früherkennung und gezielter Prävention.

Unser Ziel muss sein, Menschen möglichst zu erreichen, bevor aus Glücksspiel ein gesundheitliches Problem wird, unterstreicht Gesundheitslandesrat Hubert Messner. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)
"Unser Ziel muss sein, Menschen möglichst zu erreichen, bevor aus Glücksspiel ein gesundheitliches Problem wird", unterstreicht Gesundheitslandesrat Hubert Messner. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)

Glücksspiel ist auch eine Frage der Gesundheit. Die aktuellen Daten des LandesstatistikinstitutASTAT, die am 15. September in Bozen vorgestellt wurden, zeigen, dass sich das Spielverhalten in Südtirol in den vergangenen zehn Jahren verändert und insbesondere digitale Angebote an Bedeutung gewinnen. Bei der Vorstellung waren neben Gesundheitslandesrat Hubert Messner auch Vertretungen des ASTAT, der Gesundheitsabteilung des Landes und vom Netzwerk Spielsucht vertreten.

Das ASTAT habe das Glücksspielverhalten der Südtiroler Bevölkerung zuletzt 2016 untersucht. Zehn Jahre später zeigt sich laut ASTAT-Direktor Timon Gärtner ein differenziertes Bild: Während die Zahl der Spielenden zurückgeht, nimmt die Zahl der Personen mit problematischem Spielverhalten zu.

Für Gesundheitslandesrat Hubert Messner ist deshalb eine frühzeitige Prävention entscheidend. "Glücksspiel ist kein Randphänomen, sondern auch ein Thema der Gesundheitsvorsorge. Die Erkenntnisse helfen uns, Risiken früher zu erkennen, besonders gefährdete Gruppen gezielt anzusprechen und unsere Prävention weiterzuentwickeln", sagt Messner. "Unser Ziel muss sein, Menschen möglichst zu erreichen, bevor aus Glücksspiel ein gesundheitliches Problem wird", unterstreicht der Landesrat.

Ein Fokus der Daten ist auf junge Erwachsene und auf das Online-Glücksspiel gerichtet: Rund 23 Prozent spielen online, dort ist der Anteil der pathologischen Spielenden mehr als dreimal so hoch wie beim Glücksspiel außerhalb des Internets. Auch der Zusammenhang mit emotionalen Belastungen zeigt laut Landesrat, wie wichtig ein umfassender Blick auf das Thema ist. "Prävention muss deshalb dort ansetzen, wo Risiken entstehen, also schon bei der Information und Früherkennung, aber auch bei Lebenskompetenzen, dem Umgang mit Geld und dem Erkennen von Glücksspielmechanismen", betont Messner.

Die Erkenntnisse der Erhebung sollen in konkrete Maßnahmen des Landesplans zur Bekämpfung der Glücksspielsucht 2025–2028 einfließen. "Über den Plan wollen wir gemeinsam mit allen Organisationen, die im Bereich arbeiten, die Prävention gezielt weiterentwickeln", sagt Messner. Dabei sollen auch neue Entwicklungen wie Online-Trading, Gamblification und Apps mit Geldgewinnen im Blick bleiben.

Der aktuelle ASTAT-Bericht ist online abrufbar: Glücksspiel Südtirol.

LPA/san

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