Psychiatrie: Internationaler Kongress
Vom 17. bis 19. September findet im Krankenhaus Bozen die 16. Tagung der AGNP-TDM-Gruppe gemeinsam mit der Italienischen Gesellschaft für Psychiatrie (SIP) statt. Im Mittelpunkt stehen die neuen Leitlinien des Therapeutischen Drug Monitoring (TDM) 2026 und ihre Umsetzung in der klinischen Praxis.
Wie kann eine medikamentöse Behandlung möglichst individuell und sicher gestaltet werden? Dieser Frage widmet sich die 16. Tagung der AGNP-TDM-Gruppe (AGNP: Arbeitsgemeinschaft für Neuropsychopharmakologie und Pharmakopsychiatrie), die vom 17. bis 19. September im Kongresssaal des Krankenhauses Bozen stattfindet. Erwartet werden Fachleute aus mehreren europäischen Ländern sowie aus Kanada. Das Therapeutische Drug Monitoring (TDM) ist ein wichtiges Instrument der Präzisionsmedizin. Durch die Bestimmung von Arzneimittelkonzentrationen können Therapien gezielter angepasst, unerwünschte Wirkungen reduziert und die Sicherheit der Behandlung erhöht werden.
Ein Schwerpunkt der Tagung sind die neuen AGNP-TDM-Leitlinien 2026, die mehr als 160 Substanzen berücksichtigen. Diskutiert werden unter anderem personalisierte Verschreibungsmodelle sowie die Verbindung von pharmakokinetischen, pharmakogenetischen und Real-World-Daten. Ziel ist es, die neuen Empfehlungen in die klinische Praxis zu übertragen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu stärken.
Das Programm umfasst Vorträge, Workshops, Fallpräsentationen und Round Tables. Thematisiert werden unter anderem TDM bei Kindern und Jugendlichen, in der Schwangerschaft und im höheren Lebensalter sowie bei internistischen Begleiterkrankungen. Weitere Schwerpunkte sind Antipsychotika, Antidepressiva, Stimmungsstabilisatoren, Pharmakogenetik sowie neue Anwendungsfelder wie Ketamin und Psychedelika. Auch die Patientenperspektive spielt eine Rolle: In einer eigenen Trialog-Session geht es um das Zusammenspiel von Leitlinien, TDM und der Lebensrealität von Patientinnen und Patienten.
Den Abschluss bildet ein Round Table zur Umsetzung der neuen Leitlinien in Italien sowie zur Zusammenarbeit zwischen Labor und Klinik. Kongresspräsident ist Prof. Dr. Andreas Conca. Die Tagung wird in Zusammenarbeit mit der Italienischen Gesellschaft für Psychiatrie (SIP) und mit Unterstützung des Südtiroler Sanitätsbetriebes organisiert. Kongresssprachen sind Deutsch und Italienisch, eine Simultanübersetzung ist vorgesehen.
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