PNE: Ein Blick auf die Qualität der Gesundheitsversorgung

29.06.2026, 10:00

Kürzlich fand in Bozen eine Fachtagung zum Nationalen Ergebnisprogramm statt: positive Ergebnisse für Südtirol und Impulse zur Verbesserung der Versorgungswege.

Foto: 123rf
Foto: 123rf

Am 23. April 2026 fand im Landhaus 11 in Bozen eine vom Land Südtirol gemeinsam mit der Nationalen Agentur für regionale Gesundheitsdienste (AGENAS) organisierte Fachtagung zum Nationalen Ergebnisprogramm (ital. Abk. PNE) statt. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit Grußworten des Landesrates für Gesundheitsvorsorge und Gesundheit Hubert Messner. Unter den Teilnehmenden befanden sich unter anderem Antonio Fanolla, Koordinator der Gesundheitsbeobachtungsstelle vom Land Südtirol, die Agenas-Vertreter Marco Di Marco und Giorgia Duranti sowie Sanitätsdirektor Josef Widmann.

Das Programm ist eine institutionelle Initiative des Nationalen Gesundheitsdienstes und bietet auf staatlicher Ebene vergleichende Bewertungen zur Wirksamkeit, Sicherheit, Effizienz und Qualität der erbrachten Gesundheitsleistungen. Das PNE wird von Agenas – der Nationalen Agentur für regionale Gesundheitsdienste – im Auftrag des Gesundheitsministeriums entwickelt und ermöglicht die Bewertung der Versorgungsqualität anhand von Indikatoren zu Leistungsvolumen, zeitgerechter Durchführung von Eingriffen, Angemessenheit der Versorgung und klinischen Ergebnissen.

Ziel ist dabei nicht nur die Überwachung, sondern vor allem die Bereitstellung einer fundierten Datengrundlage, um organisatorische Entscheidungen zu unterstützen und die Gesundheitsdienste gezielt weiterzuentwickeln. Hervorgehoben wurde zudem, dass das PNE keine Ranglisten oder Bewertungen erstellt, sondern ein wertvolles operatives Instrument für lokale Körperschaften, Gesundheitsbetriebe sowie Fachkräfte des Gesundheitswesens darstellt, um Leistungen zu verbessern und Schwachstellen zu analysieren.

Besondere Aufmerksamkeit galt der Darstellung der Situation im Jahr 2025 – zehn Jahre nach Einführung des bedeutsamen Ministerialdekrets 70/2015, das nationale Standards für Qualität, Sicherheit und Mindestfallzahlen in Krankenhäusern festgelegt hat. Dieses Dekret hat im Laufe der Zeit dazu beigetragen, komplexe Behandlungsfälle in Zentren mit hohen Fallzahlen zu konzentrieren, da dies nachweislich mit besseren Behandlungsergebnissen verbunden ist. In vielen Bereichen konnten dadurch Verbesserungen der klinischen Ergebnisse erzielt werden.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde außerdem betont, dass sich die Ergebnisse in Südtirol im gesamtstaatlichen Vergleich insgesamt auf sehr hohem Niveau befinden. Die Analyse der Daten zeigt ein insgesamt erfreuliches Bild für Südtirol.

Die 30-Tage-Sterblichkeit nach akutem Myokardinfarkt lag im Jahr 2024 bei 5,9 % und damit unter dem nationalen Durchschnitt von 6,32 %. Auch bei ischämischem Schlaganfall wurde eine niedrigere Sterblichkeit verzeichnet (6,38 % gegenüber 8,40 % auf nationaler Ebene). Darüber hinaus wurden 71,4 % der Infarktpatientinnen und -patienten innerhalb von 90 Minuten mittels Angioplastie behandelt, womit die in den staatlichen Standards vorgesehene Zielvorgabe übertroffen wurde. Diese Ergebnisse bestätigen insgesamt die gute Qualität und Angemessenheit der Versorgungswege im Land.

Im Laufe der Zeit entwickelt sich das PNE kontinuierlich weiter und führt zunehmend spezifischere Indikatoren ein, auch zum Innovationsmonitoring, etwa im Bereich der robotergestützten und minimalinvasiven Chirurgie. Eine zentrale Herausforderung bleibt die Ausweitung des Monitorings auf die wohnortnahe Versorgung sowie die Verbesserung der Integration zwischen Krankenhaus und wohnortnaher Gesundheitsversorgung.

Vor diesem Hintergrund stellen die Ergebnisse des PNE auch für den Südtiroler Sanitätsbetrieb ein wesentliches Instrument dar. Sie können genutzt werden, um Entwicklungsstrategien gezielt auszurichten, bestehende Stärken weiter auszubauen und Verbesserungspotenziale anzugehen – mit dem Ziel, der Bevölkerung eine immer wirksamere, angemessenere und sicherere Gesundheitsversorgung zu gewährleisten.

Weiter Informationen finden Sie unter diesem Link.

Francesco Vendemia/Übersetzung: Maria Hechensteiner