"Michael": Der Mythos erlebt im Kino eine Renaissance

29.06.2026, 07:30

Ein Blick auf die sozialen Medien und die monatlichen Horerzahlen der Musik-Streaming-Plattformen genügt, um zu erkennen, wie der generationsübergreifende Mythos von Michael Jackson dank des Films von Antoine Fuqua wiederbelebt wurde.

Fangen wir gleich mit dem Elefanten im Raum an: Nein, die Vorwürfe der Pädophilie werden im Film nicht behandelt, da die Erzählung zur Zeit des Albums „Bad“ endet, also etwa fünf Jahre vor dem Fall Chandler.

Alles beginnt in Gary, Indiana: Michael und seine Brüder, die zukünftigen Jackson 5, proben im Wohnzimmer ihres Hauses vor dem wahren „Bösewicht“ des Films, Joe Jackson, einem anspruchsvollen (und gewalttätigen) Patriarchen, aber auch dem Wegbereiter des unglaublichen Erfolgs einer Gruppe, die in den 90er Jahren in die „Rock & Roll-Hall-of- Fame“ aufgenommen wird.

Von den Lehrjahren bei Motown bis zur Begegnung mit Quincy Jones, der das unverfälschte Talent von Michael, hervorragend gespielt von Jaafar Jackson, dem echten Neffen des „King of Pop“, erkennt und ihn auf den Weg zu einer Solokarriere und dem unvergleichlichen Erfolg von Thriller bringt, bis heute das meistverkaufte Album der Geschichte.

Neben den Glanzzeiten finden auch die „Schmerzen“ des jungen Michael Raum: von der konfliktreichen Beziehung und der psychologischen Unterwerfung gegenüber der Vaterfigur bis hin zur Vitiligo, einer Autoimmunerkrankung, die die Haut befällt, ihre Pigmentierung zerstört und sie faktisch bleich macht. Vom Rückgriff auf plastische Chirurgie bis hin zum dramatischen Unfall während der Dreharbeiten zu einem Werbespot, der ihm schwere Verbrennungen am Kopf und chronische Schmerzen zufügte, die ihn dazu zwangen, für den Rest seines Lebens Schmerzmittel einzunehmen.

Ein bewegendes Revival, das den Glanz eines der beliebtesten (und umstrittensten) Künstler aller Zeiten wieder aufleben lässt. Hätte man mehr wagen können? Sicherlich ja, aber eine Fortsetzung wurde bereits angekündigt, die verspricht, den Kreis zu schließen. Letztendlich ein absoluter Erfolg, bestätigt durch die über 700 Millionen Dollar Einspielergebnis an den Kinokassen.

ONE-Bewertung: 9/10

Rocco Leo/Übersetzung: Sabine Flarer