Umfrage unter den Gesundheitsberufen
Die Mitarbeitenden der Gesundheitsberufe im Südtiroler Sanitätsbetrieb wollen sich weiterentwickeln – praxisnah, klinisch orientiert und mit Blick auf die Zukunft. Dies zeigen die ersten Zwischenergebnisse einer noch laufenden Umfrage.
Bis jetzt haben von insgesamt 5.380 angeschriebenen Mitarbeitenden 987 Personen teilgenommen. Das entspricht einer Rücklaufquote von 18,3 Prozent, was für eine freiwillige Befragung einen sehr guten Wert darstellt und erste Analysen erlaubt.
Die Umfrage wurde in erster Linie von sehr erfahrenen Fachpersonen beantwortet. Rund 60 Prozent der Teilnehmenden verfügen über mehr als 20 Jahre Berufserfahrung. Nur etwa ein Viertel befindet sich in den ersten zehn Berufsjahren. Die größte Berufsgruppe unter den Teilnehmenden bilden mit Abstand die Pflegefachpersonen. Rund 68 Prozent der Antworten stammen von Krankenpflegerinnen und Krankenpflegern. Dahinter folgen Hebammen und Physiotherapeutinnen beziehungsweise Physiotherapeuten mit jeweils etwa fünf Prozent. Kinderkrankenpflege und biomedizinische Labortechnik liegen bei jeweils vier Prozent.
Weitere 14 Prozent verteilen sich auf zahlreiche andere Gesundheitsberufe – darunter Röntgentechniker/- innen, Logopäden/- innen oder Sanitätsassistenten/- innen.
Aufgeschlüsselt nach Gesundheitsbezirken zeigt sich, dass fast jede zweite Antwort aus dem Bezirk Bozen kommt. Mit 42,8 Prozent liegt dieser Bezirk deutlich vor Meran mit rund 20 Prozent und Brixen mit 13,3 Prozent an Beteiligung. Bruneck zeigt mit 23,5 Prozent eine überraschend gute Beteiligung, während Brixen mit 13,3 Prozent vergleichsweise schwach vertreten ist. Ein interessantes Bild ergibt sich beim Bildungsniveau. Viele Teilnehmende verfügen bereits über weiterführende akademische Qualifikationen. Dabei zeigt sich eine klare Präferenz für praxisorientierte Weiterbildungen: Ein Master erster Ebene ist mit 26 Prozent deutlich häufiger vertreten als das Fachlaureat mit 16 Prozent.
Die Ergebnisse zeichnen insgesamt das Bild sehr engagierter Berufsgruppen. Mehr als die Hälfte der Befragten übernimmt bereits zusätzliche oder erweiterte Rollen innerhalb des Betriebes. Ebenso viele können sich vorstellen, künftig universitäre Weiterbildungswege wie Masterstudiengänge zu absolvieren.
Rund 14 Prozent der Teilnehmenden haben bereits an Forschungsgruppen, Studien oder wissenschaftlichen Publikationen mitgewirkt. Das zeigt eine durchaus vorhandene Innovationsund Forschungskultur innerhalb der Gesundheitsberufe.
Nur etwa ein Viertel der Befragten erklärt, kein Interesse an Arbeitsgruppen oder Betriebsprojekten zu haben – ein vergleichsweise niedriger Wert, der auf ein hohes Maß an Beteiligungsbereitschaft schließen lässt.
Besonders deutlich fällt die Prioritätensetzung bei den gewünschten Entwicklungsfeldern aus. Im Zentrum stehen klinische Kompetenzen und Weiterbildung. Gefragt sind vor allem unmittelbar anwendbare Inhalte: neue Techniken, operative Standards, praktische Verfahren und konkrete Werkzeuge für den Berufsalltag. Gleichzeitig zeigt sich ein wachsendes Interesse daran, Wissen weiterzugeben – etwa in Form von Ausbildung, Tutorentätigkeit oder pädagogischer Begleitung. Management- und Führungsfragen spielen zwar ebenfalls eine Rolle, werden jedoch klar hinter klinischen und fachlichtechnischen Kompetenzen eingeordnet.
Die Umfrage zeigt, dass großes Erfahrungswissen und gleichzeitig die Bereitschaft zur Weiterentwicklung vorhanden ist. Der Wunsch nach praxisnaher Weiterbildung, klinischer Vertiefung und aktiver Mitgestaltung zieht sich wie ein roter Faden durch die Ergebnisse.
Peter A. Seebacher