Nahrungsmittelallergien, Unverträglichkeiten und Zöliakie

In den letzten Jahrzehnten wurde ein deutlicher Anstieg von unerwünschten Reaktionen auf Lebensmittel beobachtet, der phänomenologisch die Merkmale einer echten Epidemie angenommen hat.

Es gibt verschiedene Arten von Nahrungsmittelunverträglichkeiten, wobei die wichtigsten Lebensmittelallergien, Lebensmittelintoleranzen und Zöliakie sind.
Manche Menschen reagieren auf bestimmte Nahrungsmittel oder Zutaten mit körperlichem Unwohlsein. Die Beschwerden reichen von leichteren Reizungen bis Schwellungen im Lippen-, Mund- und Rachenbereich und Verschlechterung von Ekzemen über Magen-Darm-Probleme bis hin zu lebensbedrohlichen Situationen.

Eine Nahrungsmittel-assoziierte Allergie ist eine Reaktion des Immunsystems (IgE-vermittelt) auf ein Lebensmittel oder einen seiner Bestandteile. Personen, die darunter leiden, müssen das betreffende Allergen konsequent aus ihrer Ernährung ausschließen. Auch wenn Lebensmittelallergien durch jedes Lebensmittel oder jeden Bestandteil ausgelöst werden können, gehören zu den häufigsten: Kuhmilch, Eier, Erdnüsse, Krebstiere, Schalenfrüchte und Soja.

Echte Nahrungsmittel-assoziierte Allergien sind von Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten deutlich abzugrenzen.

Unter Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten versteht man das Fehlen eines Enzyms im Körper, das für den Abbau einer bestimmten Substanz zuständig ist, z. B. Laktose oder Fruktose, die daher vermieden werden muss.

Zöliakie ist eine Entzündung und Schädigung der Dünndarmschleimhaut, die durch die Aufnahme von glutenhaltigem Getreide bei genetisch veranlagten Personen ausgelöst wird. Bei diesen führt Gluten zu einer Autoimmunreaktion, die im Laufe der Zeit zur Zottenatrophie im Dünndarm führt – Strukturen, die für die Nährstoffaufnahme unerlässlich sind. Die einzige Therapie besteht im vollständigen Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel.

Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten haben erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen sowie auf die Gesundheitskosten für den Einzelnen und das nationale Gesundheitssystem.
Die in Lebensmitteln enthaltenen Substanzen, die unerwünschte Reaktionen hervorrufen können (auf dem Etikett unter dem Sammelbegriff „Allergene“ aufgeführt), gelten als Teil des Lebensmittelsicherheitsmanagements. Ihre unbeabsichtigte Anwesenheit in Lebensmitteln stellt eine Gefahr für Verbraucher dar, die an diesen Erkrankungen leiden.
Bis heute ist das Wissen über Allergene bei den Akteuren der Lebensmittelkette noch unzureichend, und Betroffene haben oft Schwierigkeiten, außerhalb ihres Zuhauses eine sichere Mahlzeit zu sich zu nehmen.

Der Dienst für Hygiene der Lebensmittel und der Ernährung (SIAN) des Südtiroler Sanitätsbetriebs überprüft nicht nur die Einhaltung der der Sicherheitsanforderungen und Eigenkontrollpläne von Lebensmittelbetrieben, sondern fördert auch Informations- und Schulungsmaßnahmen für Fachkräfte im Lebensmittelsektor zum Thema Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten.
In Zusammenarbeit mit den Diensten für Diätetik und Klinische Ernährung wurden Informationsmaterialien (Broschüre und Heft) zum Thema Zöliakie erstellt.

Ressourcen und weitere Informationen

Konsultieren Sie die folgenden Links für weitere Details zur Nahrungsmittelallergie und Nahrungsmittelunverträglichkeiten:

Kontakte

Betrieblicher Dienst für Hygiene der Lebensmittel und der Ernährung (S.I.A.N.)

Adresse:
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39100 Bozen (BZ)

Öffnungszeiten

Montag-Freitag 8:30 - 12:00 Uhr und 14:30 - 16:00 Uhr

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Geschäftsführende Primarin

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Koordinator

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