Talent Pool: Interview mit Vera Nocker
Was war für Sie der ausschlaggebende Grund, sich für diesen intensiven, fast zweijährigen Lehrgang zu bewerben – und wurden Ihre Erwartungen erfüllt?
Meine ausgeprägte Freude, meine Persönlichkeit und meine Fähigkeiten ständig weiterzuentwickeln, war für mich der ausschlaggebende Grund, mich für den Lehrgang zu bewerben. Meine Erwartungen wurden zum Großteil erfüllt.
Ein zentrales Element war das Praktikum in einer fachfremden Abteilung. Welches Erlebnis dort hat Ihren Blick auf die tägliche Arbeit der anderen Berufsgruppen am stärksten verändert?
Ich kann kein einzelnes Erlebnis nennen, aber der Einblick in eine fachfremde Abteilung – in meinem Fall die Leistungsabteilung – hat sicher meinen Horizont dahingehend erweitert, dass das Verständnis für andere Aufgabenbereiche gewachsen ist und ich durch den Blick hinter die Kulissen anderer Realitäten auch so manche Inputs für die eigenen Aufgabenbereiche mitnehmen konnte.
Pflege, Ärzteschaft und Verwaltung saßen gemeinsam an einem Tisch. Bei welchem Thema haben Sie überrascht festgestellt, dass Sie eigentlich alle mit denselben Hürden kämpfen?
Meines Erachtens ist das Thema „Kommunikation und Gesprächsführung“ bzw. „zwischenmenschliche Konflikte“ eine Herausforderung, die sich gleichermaßen durch alle Berufsgruppen zieht.
Wie hat sich Ihr ganz persönliches Bild davon, was eine „gute Führungskraft“ im Gesundheitswesen ausmacht, durch das Programm gewandelt?
War ich vor dem Programm der Meinung, dass eine „gute Führungskraft“ vor allem durch Vorbildfunktion, exzellente Fachkenntnis und Menschlichkeit einen guten Job macht, habe ich nun – vor allem im Austausch mit anderen – auch erfahren, welche konfliktbehafteten Herausforderungen möglich sind und dass es eine Reihe von effektiven Werkzeugen gibt, wie diese erfolgreich gemeistert werden können, und auch der Einsatz derselben ausschlaggebend für eine „gute Führungskraft“ ist.
Gibt es eine konkrete Situation aus Ihrem Arbeitsalltag der letzten Monate (z. B. ein Konflikt oder ein schwieriges Gespräch), in der Sie das neue Werkzeug aus dem Lehrgang direkt erfolgreich anwenden konnten?
In meinem Praktikum konnte ich eine Konfliktsituation im Team begleiten, in deren Kontext auch ein unangenehmes Gespräch vorkam, und ich wurde von meiner Tutorin in die Lösungsfindung miteinbezogen. So könnte ich erworbene Techniken der Konfliktlösung (indirekt) anwenden.
Welche eigene Stärke haben Sie während der Module an sich selbst entdeckt oder weiterentwickelt, die Ihnen vorher gar nicht so bewusst war?
Ich würde meine Fähigkeit, aktiv und genau zuzuhören und auf meine Gegenüber einzugehen, als eine Stärke bezeichnen, die ich im Laufe des Lehrgangs weiterentwickeln konnte.
In Ihrer Abschlussarbeit haben Sie sich intensiv mit eigenen Konzepten beschäftigt. Welche konkrete Idee daraus würden Sie am liebsten ab morgen bei uns im Betrieb umsetzen?
Ich finde, dass vor allem die Kommunikation in jenen Bereichen, die mehrere Abteilungen betreffen, transparenter gestaltet und gleichzeitig durch einfachere Flüsse verbessert werden könnte.
Sie wurden von erfahrenen Führungskräften begleitet. Welcher Rat oder welcher Satz Ihres Mentors ist Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben?
Meine Mentorin hat mir gezeigt, wie bereichernd es ist, die zwischenmenschliche Ebene zu pflegen und für sich selbst einzustehen.
Berufsbegleitend zu lernen, ist eine enorme Leistung. Was war für Sie die größte Herausforderung in dieser Zeit und wie haben Sie sie gemeistert?
Ich habe den Lehrgang in berufsbegleitender Form nicht als besondere Herausforderung wahrgenommen, sondern als Bereicherung im Berufsalltag, da er sehr praktisch ausgelegt war. Manchmal anstrengend waren sicher die Fahrten von Bruneck nach Bozen und wieder retour, vor allem an mehreren aufeinander folgenden Tagen.
Welchen Tipp würden Sie Kolleginnen oder Kollegen geben, die überlegen, sich für den nächsten Durchlauf des „Talent-Pools“ zu bewerben?
Offen sein, Neues zu lernen!
Bitte vervollständigen Sie die kurzen Statements:
Vor dem Lehrgang dachte ich dass es bei Führung vor allem um … geht,
Anleitung
Heute weiß ich, das Wichtigste ist…
...eine solide Vertrauensbasis zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden.
Damit aus Medizin, Pflege und Verwaltung ein richtig gutes Team wird, braucht es für mich vor allem…
...Empathie, Offenheit und vor allem den Willen, ein gemeinsames Ziel zu verfolgen.
Auch wenn ich schon lange im Betrieb bin – mein größter Aha-Moment, bei dem ich wirklich noch etwas ganz Neues gelernt habe, war…
...der Blick auf die Entscheidungsfindung für strategische Themen des Betriebs.