Zecken und durch sie übertragbare Infektionskrankheiten
Zecken zählen weltweit zu den wichtigsten Vektoren von Krankheitserregern mit medizinischer und veterinärmedizinischer Bedeutung. In Europa ist insbesondere die Art Ixodes ricinus von Relevanz.
Ihre Verbreitung wird durch steigende Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt. Der Klimawandel kann den Aktivitätszeitraum der Zecken, vom Frühjahr bis in den späten Herbst, verlängern und ihr Vorkommen auch in höheren Lagen fördern.
Bevorzugte Lebensräume sind feuchte Waldgebiete und Bereiche mit dichter Vegetation. Zeckenstiche treten vor allem in den warmen Monaten auf und betreffen insbesondere Wandernde, im Forstbereich tätige Personen sowie Haustiere.
Auch in Südtirol verändern die in den letzten Jahrzehnten beobachteten klimatischen und ökologischen Veränderungen die alpinen Ökosysteme und die Zusammensetzung der Tierwelt erheblich, mit möglichen Auswirkungen auf die Verbreitung von Zecken und das Risiko zeckenübertragener Infektionen. In der Provinz sind Gebiete mit erhöhtem Stichrisiko durch entsprechende Beschilderung gekennzeichnet.
In unseren Breiten zählen zu den häufigsten durch Zecken übertragenen Infektionen:
- Borreliose (Lyme-Borreliose)
Sie wird durch Bakterien der Gattung Borrelia verursacht. Ein typisches Anzeichen ist eine sich ringförmig und zunehmend ausbreitende Hautrötung an der Stichstelle, die auch an anderen Körperstellen auftreten kann. Wird die Erkrankung frühzeitig erkannt, kann sie in der Regel wirksam mit einer geeigneten Antibiotikatherapie behandelt werden. - FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
Dabei handelt es sich um eine Virusinfektion, die in manchen Fällen das Nervensystem betreffen kann. Da keine spezifische antivirale Therapie zur Verfügung steht, ist die Prävention von besonderer Bedeutung.
Prophylaxe
Verhaltensprophylaxe – Während des Aufenthalts in Waldgebieten wird es empfohlen, schützende Kleidung zu tragen (z. B. lange Hosen und geschlossenes Schuhwerk), geeignete Repellents zu verwenden (bitte stets das Etikett des Produkts vor der Anwendung beachten) und möglichst auf den Wegen zu bleiben, wobei hohes Gras und dichtes Unterholz zu vermeiden sind. Nach der Rückkehr nach Hause ist außerdem eine visuelle und taktile Kontrolle von Haut, Kleidung und gegebenenfalls von Haustieren sinnvoll. Wird eine Zecke festgestellt, muss sie mit geeigneten Methoden entfernt werden. Es wird daher empfohlen, ärztlichen Rat einzuholen.
Impfung – Gegen FSME ist ein wirksamer Impfstoff verfügbar. In Südtirol ist die FSME-Impfung für ansässige Personen kostenlos. Sie wird insbesondere empfohlen für Personen, die:
- häufig Wanderungen oder Outdoor-Aktivitäten in Risikogebieten unternehmen
- Tätigkeiten mit erhöhtem Risiko ausüben (z. B. Forstpersonal)
Dienstleistungen
Kontakte
Dienst für Hygiene und öffentliche Gesundheit (S.I.S.P.)
Adresse:
Dantestraße 51
39042 Brixen (BZ)
- Tel.: +39 0472 812 460
- Fax: +39 0472 812 469
- E-Mail: sisp@sabes.it
- PEC: sisp@pec.sabes.it
- Web: https://www.sabes.it/de/dienst-fuer-hygiene-und-oeffentliche-gesundheit
Öffnungszeiten
Montag-Freitag 8:20 - 12:00 Uhr und 13:20 - 16:30 Uhr
Dr.in Silvia Spertini
Direktorin einer komplexen Struktur
Amba-Alagi-Straße 33
39100 Bozen (BZ)
Tel.: +39 0471 439 211